1908
Brush and ink over pencil drawing on Fabriano wove paper with watermark
56x26 cm, borderline; 59.4x30 cm, sheet size
Lower right signed and dated by the artist in pencil "F. Hodler, / 1908". Verso with the stamp "F. Hodler Archiv" and the number "1003", signed and dated "C. A. Loosli / 9. IX. 37"
Loosli 1003 (Jena, study, 1908)
Bätschmann/Müller cf. 1384
Galerie Moos, Geneva (1918)
Collection Paul Chavan, Geneva (until 1937)
Auction Galerie Moos, Geneva, 20 March 1937, lot 117, where acquired by
Collection Arthur Stoll, Arlesheim, 1972 by inheritance to
Private collection Switzerland
Auction Galerie Kornfeld, Bern, 25 June 1993, lot 56, where acquired by
Collection Eberhard W. Kornfeld, Bern, with the collector's stamp on the reverse , Lugt 913b
Marcel Fischer, Sammlung Arthur Stoll, Skulpturen und Gemälde des 19. Und 20. Jahrhunderts, Zurich/Stuttgart 1961, cat. No. 374, There titled "Figur zu Der Auszug der Jenenser Studenten"
Geneva 1918, Galerie Moos, Ferdinand Hodler, probably cat. no. 215
Basel 1943, Kunsthalle, Kunstwerke des 19. Jahrhunderts aus Basler Privatbesitz, cat. no. 400
Amsterdam 1948, Stedelijk Museum, Ferdinand Hodler, cat. no. 74 With ill.
Vevey 1948, Musée Jenisch, F. Hodler, Collection du Prof. Dr. A. Stoll, cat. no. 42 With ill.
Neuchâtel 1949, Musée des Beaux-Arts, B. Menn, F. Hodler, P. Pignolat, Collection du Prof. Dr. A. Stoll, cat. no. 62 With ill.
Zurich 1951, Helmhaus, Hodler als Historienmaler, cat. no. 34
Geneva 1963, Musée Rath, Ferdinand Hodler, Dessins, cat. no. 160
Washington/New York/San Francisco/Chicago/Basel 1967-1968, von Urs Graf bis Alberto Giacometti, Schweizer Meisterzeichnungen aus fünf Jahrhunderten, travelling exhibition organised by "Pro Helvetia", cat. no. 101
Bern 1968, Kunstmuseum, Ferdinand Hodler, Ausstellung zum 50. Todestag, cat. no. 154
Berlin/Paris/Zurich 1983, Nationalgalerie, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz/Musée du Petit Palais/Kunsthaus, Ferdinand Hodler, cat. no. 108
With light marks and pinholes in the corners. With offsetting on the reverse. In very good condition
For the work on the mural "Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813" in 1907. The Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar presented Ferdinand Hodler's mural to the University of Jena on 14 November 1909. The occasion for the gift was the celebration of the 350th anniversary of the university in 1908 and the inauguration of the new building on 1 August of the same year.
The historical context was the call by Prussia to resist Napoleon, which was also addressed to the students in Jena. However, there is no evidence of a departure of Jena students. Rather, individual students left Jena in the spring of 1813 to join various Prussian units. The story of the Jena students going to war against the French emperor was thus a myth, which, like many wars of liberation, was used for propaganda purposes to evoke national unity and collective resistance.
The terms "Aufbruch" and "Auszug der Jenenser Studenten" for the mural appear several times in the literature and have led to uncertainties in the naming of the work.
Hodler produced a lithograph with the same subject of the central figure, which was given in October 1908 as an annual gift to the passive members of the GSMBA (In: Oskar Bätschmann/Paul Müller, Ferdinand Hodler, Catalogue raisonné der Gemälde, vol. 3, Figurenbilder, sub-volume 2, Zurich 2017, p. 367-373).
1908
Tuschpinsel über Bleistiftzeichnung auf Velin Fabriano mit Wasserzeichen
56x26 cm, Einfassungslinie; 59,4x30 cm, Blattgrösse
Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert und datiert "F. Hodler, / 1908". Rückseitig mit dem Stempel "F. Hodler Archiv" und der Nummer "1003", signiert und datiert "C. A. Loosli / 9. IX. 37"
Loosli 1003 (Jena, Studie, 1908)
Bätschmann/Müller vgl. 1384
Galerie Moos, Genf (1918)
Slg. Paul Chavan Genf (bis 1937)
Auktion Galerie Moos, Genf, 20. März 1937, Los 117, dort erworben von
Slg. Arthur Stoll, Arlesheim, 1972 durch Erbschaft an
Privatsammlung Schweiz
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 25. Juni 1993, Los 56, dort erworben von
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Marcel Fischer, Sammlung Arthur Stoll, Skulpturen und Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts, Zürich/Stuttgart 1961,
Genf 1918, Galerie Moos, Ferdinand Hodler, wohl
Basel 1943, Kunsthalle, Kunstwerke des 19. Jahrhunderts aus Basler Privatbesitz,
Amsterdam 1948, Stedelijk Museum, Ferdinand Hodler,
Vevey 1948, Musée Jenisch, F. Hodler, Collection du Prof. Dr. A. Stoll,
Neuenburg 1949, Musée des Beaux-Arts, B. Menn, F. Hodler, P. Pignolat, Collection du Prof. Dr. A. Stoll,
Zürich 1951, Helmhaus, Hodler als Historienmaler,
Genf 1963, Musée Rath, Ferdinand Hodler, Dessins,
Washington/New York/San Francisco/Chicago/Basel 1967-1968, von Urs Graf bis Alberto Giacometti, Schweizer Meisterzeichnungen aus fünf Jahrhunderten, Wanderausstellung organisiert von "Pro Helvetia",
Bern 1968, Kunstmuseum, Ferdinand Hodler, Ausstellung zum 50. Todestag,
Berlin/Paris/Zürich 1983, Nationalgalerie, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz/Musée du Petit Palais/Kunsthaus, Ferdinand Hodler,
Mit Lichtrand und in den Ecken mit Reissnagellöchern. Rückseitig mit Abklatsch. In sehr guter Erhaltung
Für die Arbeit am Wandgemälde "Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813" (Bätschmann/Müller 1383) führte Hodler zahlreiche Kompositions- und Figurenstudien aus. Beim Modell für die Mittelfigur des einen Mantel anziehenden Studenten (Bätschmann/Müller 1284) handelt es sich um den 17-jährigen Walter Eucken (1891-1950), Sohn des Philosophen und Nobelpreisträgers Rudolf Eucken (1846-1926), bei dem Hodler von April bis Mai 1908 wohnte. Laut Walter Eucken hielt Hodler ihn im Garten der Eltern mit Hilfe der Dürerscheibe in dutzenden von verschiedenen Stellungen fest. Von dessen Mutter Irene Eucken (1863-1941), die sich sehr für zeitgenössische Kunst und Mode interessierte - E.L. Kirchner gestaltete 1916 einen ihrer Kleiderkataloge - und Geschäftsführerin der Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar war, erhielt Hodler 1907 die offizielle Anfrage für ein Wandbild zum "Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813". Die Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar überreichte am 14. November 1909 das Wandgemälde von Ferdinand Hodler der Universität Jena. Anlass für die Schenkung waren die Gedenkfeier zum 350-jährigen Bestehen der Universität im Jahr 1908 und die Einweihung des neuen Gebäudes am 1. August desselben Jahres.
Der historische Bezug war der Aufruf Preussens zum Widerstand gegen Napoleon, der sich auch an die Studenten in Jena richtete. Allerdings lässt sich ein Auszug von Jenenser Studenten nicht belegen. Vielmehr hatten sich einzelne Studenten im Frühjahr 1813 aus Jena entfernt, um sich verschiedenen preussischen Truppenteilen anzuschliessen. Die Geschichte der in den Krieg gegen den französischen Kaiser ziehenden Jenenser Studenten war folglich ein Mythos, der wie viele Befreiungskriege zu Propagandazwecken genutzt wurde, um die nationale Einheit und den kollektiven Widerstand heraufzubeschwören.
Die Bezeichnungen "Aufbruch" respektive "Auszug der Jenenser Studenten" für das Wandgemälde tauchen verschiedene Male in der Literatur auf und führten zu Unsicherheiten in der Titelgebung.
Hodler fertigte mit demselben Sujet der Mittelfigur eine Lithographie an, die im Oktober 1908 als Jahresgabe an die Passivmitglieder der GSMBA vergeben wurde (In: Oskar Bätschmann/Paul Müller, Ferdinand Hodler, Catalogue raisonné der Gemälde, Band 3, Figurenbilder, Teilband 2, Zürich 2017, S. 367-373).
| Switzerland | CHF | 170 |
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| Overseas | CHF | 380 |
