Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg
Before mid-April 1899
Line etching, drypoint, aquatint and burnisher in green-black on Japan paper
26.7x21 cm, plate mark; 38x29.5 cm, sheet size
In the centre of the lower sheet edge inscribed 'III'
Alexandra von dem Knesebeck, Käthe Kollwitz, Werkverzeichnis der Graphik, Neubearbeitung des Verzeichnisses von August Klipstein, publiziert 1955, Bern 2002, vol. 1, no. 45/III (v. IV)
Collection Johannes Sievers, Berlin
Collection Alexander von der Becke, Munich
Private collection Switzerland
Munich 1967, Galerie von der Becke und Sohn, Käthe Kollwitz, Handzeichnungen und graphische Seltenheiten, Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag, cat. no. 38
The upper sheet edge very thin in the paper, traces of old mounting on the reverse. Wonderfully rich impression, in very good overall condition
At the beginning of her artistic career, Käthe Kollwitz devoted a great deal of time and attention to questions of gender relations. The plight of women in social distress became an early focus of her interest. She was probably inspired by Max Klinger's cycles 'Ein Leben' and 'Eine Liebe', which she encountered during her studies in Munich. While Klinger worked in a more idealising or symbolist manner, Kollwitz took a realistical and empathet stance towards the realities of women's lives, especially those who were socially ostracised and driven into existential crises by unwanted pregnancies.
A central literary model for Kollwitz was the character of Gretchen from Goethe's Faust. She took up this motif and transformed it into a contemporary visual language that powerfully conveys the silent suffering and inner conflict of those affected.
In the etching 'Gretchen', Kollwitz depicts a heavily pregnant young woman on a footbridge. Her gaze is lowered and directed at a crouching figure on the ground, presumably Death, who holds an infant in his arms with a shockingly gentle gesture. The scene appears like a vision and is an inner image of despair.
Of the greatest rarity. Of all four states, only 11 impressions are known; according to Knesebeck, the present sheet is the only example not in a museum collection.
Vor Mitte April 1899
Strichätzung, Kaltnadel, Aquatinta und Polierstahl in Grünschwarz auf Japan
26,7x21 cm, Plattenkante; 38x29,5 cm, Blattgrösse
In der Mitte des unteren Blattrandes bezeichnet "III"
Alexandra von dem Knesebeck, Käthe Kollwitz, Werkverzeichnis der Graphik, Neubearbeitung des Verzeichnisses von August Klipstein, publiziert 1955, Bern 2002, Band 1,
Slg. Johannes Sievers, Berlin
Slg. Alexander von der Becke, München
Privatsammlung Schweiz
München 1967, Galerie von der Becke und Sohn, Käthe Kollwitz, Handzeichnungen und graphische Seltenheiten, Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag,
Der obere Blattrand sehr dünn im Papier, rückseitig Spuren alter Montierungen. Wunderbar satter Druck, in sehr guter Gesamterhaltung
Zu Beginn ihres künstlerischen Schaffens setzte sich Käthe Kollwitz intensiv mit Fragen der Geschlechterverhältnisse auseinander. Besonders das Schicksal von Frauen in gesellschaftlicher Not rückte früh in den Mittelpunkt ihres Interesses. Dazu angeregt wurde sie wahrscheinlich durch Max Klingers Zyklen "Ein Leben" und "Eine Liebe", die sie während ihres Studiums in München kennenlernte. Während Klinger eher idealisierend oder symbolistisch arbeitete, wandte sich Kollwitz realistisch und einfühlsam den konkreten Lebenswirklichkeiten von Frauen zu, insbesondere jenen, die durch ungewollte Schwangerschaft gesellschaftlich ausgegrenzt und in existenzielle Krisen gedrängt wurden.
Ein zentrales literarisches Vorbild für Kollwitz war dabei die Figur des Gretchens aus Goethes Faust. Sie griff dieses Motiv auf und transformierte es in eine zeitgenössische Bildsprache, die das stille Leiden und die innere Zerrissenheit der Betroffenen eindrucksvoll vermittelt.
In der Radierung "Gretchen" zeigt Kollwitz eine hochschwangere junge Frau auf einem Steg. Ihr Blick ist gesenkt und richtet sich auf eine kauernde Gestalt am Boden - wohl den Tod, der in einer erschütternd sanften Geste einen Säugling in den Armen hält. Die Szene wirkt wie eine Vision und ist ein inneres Bild der Verzweiflung.
Von grösster Seltenheit. Von allen vier Zuständen sind bloss 11 Abzüge bekannt, laut Knesebeck ist das vorliegende Blatt das einzige nicht in Museumsbesitz befindliche Exemplar.
| Switzerland | CHF | 150 |
| Europe | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Overseas | CHF | 325 |
