1929
Woodcut, reworked with opaque white, on thick, soft, rough Japan
35.6x55.7 cm, sheet size
Signed "Käthe Kollwitz" in pencil by the artist lower right, inscribed "3. Zust" on the left
Knesebeck 247/III (of VI)
Auction Galerie Gerda Bassenge, Berlin, 5-9 November 1968, lot 1413.3
The Eberhard W. Kornfeld Collection, Bern, with the collector's stamp on the reverse, Lugt 913b
Basel/Hovikodden 1975/1976, Kunstmuseum/Henie-Onstad Kunstsenter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart: Eine Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], cat. no. 190/b
With pin-holes in the upper corners, minimal stains on the left, and a few creases. Overall in very nice condition
"Die Schaffenden. Eine Zeitschrift in Mappenform" was published by Paul Westheim in eight volumes with five differently coloured portfolios between 1918 and 1930. For the last instalment of this ambitious publishing project, the so-called "Holzschnittsondermappe", Käthe Kollwitz created the touching print "Besuch im Krankenhaus". The portfolio was published with 30 prints in the special edition and 100 prints in the normal edition.
In Käthe Kollwitz' oeuvre, people usually take centre stage. The artist often dealt with social and political themes. She became particularly familiar with the health problems of her fellow human beings in the medical practice of her husband, the panel physician Dr Karl Kollwitz, with whom she had lived in the working-class district of Prenzlauer Berg in Berlin since 1891. The artist wrote in her diary on 19 September 1908: "Je länger je mehr verstehe ich das typische Unglück in Arbeiterfamilien. Sobald der Mann trinkt oder krank und arbeitslos ist, immer dieselben Erscheinungen. Entweder er hängt als toter Stein an seiner Familie […] oder er nimmt sich das Leben".
"Besuch im Krankenhaus" shows the despondency and hopelessness of the wife with her little boy at the bedside of the family's breadwinner. It is a poignant scene that is incredibly moving.
As always, the artist develops the graphic works from various states of printing. She also uses opaque white or ink to test the effect of cut-out areas. Eberhard W. Kornfeld, from whose collection the following five sheets come, collected five of the six states of "Besuch im Krankenhaus". Such a complete group is extremely rare and probably unique in the world. Only the second state is missing, then the series would be complete. Only two copies each of states I, II, III, IV and V are known, the other copies are all in museums. The sheet in condition III was additionally reworked with opaque white. The state III offered here is probably a single print in addition to the edition and is signed.
1929
Holzschnitt, mit Deckweiss überarbeitet, auf dickem, weichem, rauhem Japan
35,6x55,7 cm, Blattgrösse
Unten rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert "Käthe Kollwitz", links bezeichnet "3. Zust"
Knesebeck 247/III (v. VI)
Auktion Galerie Gerda Bassenge, Berlin, 5.-9. November 1968, Los 1413.3
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Basel/Hovikodden 1975/1976, Kunstmuseum/Henie-Onstad Kunstsenter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart: Eine Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Mit Reissnagellöchern in den oberen Ecken, minimen Flecken links, und einige wenige Knitter. Insgesamt in sehr schönem Erhaltungszustand
"Die Schaffenden. Eine Zeitschrift in Mappenform" wurde von Paul Westheim in acht Jahrgängen mit fünf verschiedenfarbigen Mappen zwischen 1918 und 1930 herausgegeben. Für die letzte Lieferung dieses ehrgeizigen Verlagsprojekts, die sogenannte "Holzschnittsondermappe", schuf Käthe Kollwitz das berührende Blatt "Besuch im Krankenhaus". Die Mappe erschien mit 30 Drucken in der Vorzugsausgabe und 100 Drucken in der Normalausgabe.
In Käthe Kollwitz’ Œuvre steht meist der Mensch im Mittelpunkt. Dabei setzte sich die Künstlerin oft mit sozialen und politischen Themen auseinander. Gerade die gesundheitlichen Probleme ihrer Mitmenschen lernte sie in der Arztpraxis ihres Mannes, des Kassenarztes Dr. Karl Kollwitz, kennen, mit dem sie seit 1891 im Berliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg lebte. Die Künstlerin schrieb am 19.9.1908 in ihr Tagebuch: "Je länger je mehr verstehe ich das typische Unglück in Arbeiterfamilien. Sobald der Mann trinkt oder krank und arbeitslos ist, immer dieselben Erscheinungen. Entweder er hängt als toter Stein an seiner Familie […] oder er nimmt sich das Leben".
"Besuch im Krankenhaus" zeigt die Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit der Ehefrau mit ihrem kleinen Jungen am Krankenbett des Ernährers der Familie. Eine ergreifende Szene, die einem ungemein nahegeht.
Wie immer entwickelt die Künstlerin die graphischen Arbeiten aus verschiedenen Druckzuständen. Um die Wirkung weggeschnittener Partien zu erproben, setzt sie auch Deckweiss oder Tusche ein. Eberhard W. Kornfeld, aus dessen Sammlung die folgenden fünf Blätter stammen, hat fünf der sechs Zustände von "Besuch im Krankenhaus" gesammelt. Eine so vollständige Gruppe ist von grösster Seltenheit und wohl einmalig auf der Welt. Es fehlt nur der zweite Zustand, dann wäre die Serie komplett. Von den Zuständen I, II, III, IV und V sind bloss je zwei Exemplare bekannt, die anderen Exemplare befinden sich alle in Museen. Das Blatt mit dem Zustand III wurde noch zusätzlich mit Deckweiss überarbeitet. Der hier angebotene Zustand III ist wohl ein Einzeldruck neben der Auflage und signiert.
| Switzerland | CHF | 150 |
| Europe | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Overseas | CHF | 325 |
