Solothurn 1868 - 1961 Oschwand
1907
Oil on canvas
55x61 cm
Dated and monogrammed "07 CA" by the artist lower right
Franz Müller/Viola Radlach, Cuno Amiet, Die Gemälde 1883-1919, vol. 1, Zurich 2014, no. 1907.35
Private collection Switzerland, 1943
Private collection Switzerland, 1977
Hans Trog, "Kunstchronik. From the Künstlerhaus II.", in: Neue Zürcher Zeitung, 12 July 1907, no. 191
Karoline Beltinger, Technical analyses of the paintings by Cuno Amiet, 1883-1914, Zurich 2014
St. Gallen 1907, Kunstmuseum, Kunst-Verein, cat. no. 2 (there titled "Wintersonne")
Zurich 1907, Künstlerhaus, VI. Series, cat. no. 21
Possibly Zurich 1908, Villa Osenbrüggen, Wolfensberger, art exhibition, cat. no. 47
Munich 1909/1910, Modern Gallery Heinrich Thannhauser, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, cat. no. 3
Possibly Frankfurt am Main/Düsseldorf/Berlin/Dresden/Leipzig/Cologne 1910, Frankfurter Kunstverein/Kunstsalon Fritz Gurlitt/Kunstsalon Emil Richter/Leipziger Kunstverein/Kunsthandlung Eduard Schulte, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti
Possibly Zurich 1914, Kunsthaus, Januar-Ausstellung, cat. no. 24 (titled "Farmhouses in the snow")
Bern 1919, Kunsthalle, Cuno Amiet Ausstellung, cat. no. 142
Bern 1943, Kunsthalle, Cuno Amiet und andere, cat. no. 43 (dated 1902)
Possibly Pont-Aven 1982, Musée de Pont-Aven, Cuno Amiet 1886-1961, no. 20 (titled "Paysage d'hiver rouge", c. 1908)
On the original chassis, in the old nailing. The canvas slightly wavy, with fine hairline cracks in the impasto paint layer and with a few losses of colour. In very good condition and fresh in colour
Snowy landscapes are a pictorial theme that occupied Cuno Amiet throughout his life. The first landscape "Hellsau im Winter" was created at the end of 1894 (Müller/Radlach 1894.28). In a letter dated 17 February 1894, Amiet wrote to Giovanni Giacometti: "Mein armer Giovannin! Du beklagst Dich noch darüber, dass die Sonne nicht da ist. Sich über die kleinsten Hindernisse zu beklagen, ist unsere Schwäche; aber dennoch, wenn man stark wäre, könnte man doch noch aus seinen Hindernissen Nutzen ziehen. Ist es etwa nicht ein ganz besonderer Zauber, dieses Tal weiss oder eher blau von Schnee zu sehen, mit den einzelnen Flecken der winzigen Häuser und Bäume in der Unendlichkeit des Schnees. Es wäre sublim, diese kalten aber reichen Töne und diese einfachen und weichen Linien darzustellen, um damit den schwermütigen Schlaf einer ganzen Landschaft zum Ausdruck zu bringen. Was für eine Schönheit! Seit dem Anfang des Winters träume ich davon, aber ich kann so viel Studien und Skizzen machen wie ich will, der Schnee kommt nicht in unser Land, und ich kann nicht hingehen und Notizen machen für das erträumte Bild. Profitiere also! Glücklicher, der Du bist!"
Amiet painted the subject of the present painting, a group of farmhouses with two slender, towering poplars, several times from different angles and at different times of the year: In summer (Müller/Radlach 1902.26) and in winter (Müller/Radlach 1902.22, 1905.17, 1907.35-37). In our snowy landscape, the sunny parts are in exposed places, such as the snow on the roofs or hilltops. The evening atmosphere offered Amiet the opportunity to depict organically silhouetted, contrasting forms. He skilfully modelled the topography with an impasto application of paint. Compared with the second version of the same year (Müller/Radlach 1907.36), which we were able to offer for sale in 2022, the execution of the present winter landscape appears more vivid and lively. The canvas is underpainted with a light blue on the prime coat, which creates the magic mentioned in the letter to Giacometti. In addition, as in most of his winter paintings from 1907, the palette is more colourful and emphasises the evening mood of the sunset with its high-contrast colouring.
1907
Öl auf Leinwand
55x61 cm
Unten rechts vom Künstler datiert und monogrammiert "07 CA"
Franz Müller/Viola Radlach, Cuno Amiet, Die Gemälde 1883-1919, Teilband 1, Zürich 2014, Nr. 1907.35
Privatsammlung Schweiz, 1943
Privatsammlung Schweiz, 1977
Hans Trog, "Kunstchronik. Aus dem Künstlerhaus II.", in: Neue Zürcher Zeitung, 12.7.1907,
Karoline Beltinger, Maltechnische Untersuchungen zu den Gemälden von Cuno Amiet, 1883-1914, Zürich 2014
St. Gallen 1907, Kunstmuseum, Kunst-Verein,
Zürich 1907, Künstlerhaus, VI. Serie,
Evtl. Zürich 1908, Villa Osenbrüggen, Wolfensberger, Kunstausstellung,
München 1909/1910, Moderne Galerie Heinrich Thannhauser, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti,
Evtl. Frankfurt am Main/Düsseldorf/Berlin/Dresden/Leipzig/Köln 1910, Frankfurter Kunstverein/Kunstsalon Fritz Gurlitt/Kunstsalon Emil Richter/Leipziger Kunstverein/Kunsthandlung Eduard Schulte, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti
Evtl. Zürich 1914, Kunsthaus, Januar-Ausstellung,
Bern 1919, Kunsthalle, Ausstellung Cuno Amiet,
Bern 1943, Kunsthalle, Cuno Amiet und andere,
Evtl. Pont-Aven 1982, Musée de Pont-Aven, Cuno Amiet 1886-1961,
Auf dem originalen Chassis, in der alten Nagelung. Die Leinwand leicht gewellt, in der pastosen Malschicht mit feinen Haarrissen und mit wenigen Farbverlusten. In sehr guter und farbfrischer Erhaltung.
Schneelandschaften sind ein Bildthema, das Cuno Amiet zeitlebens beschäftigte. Die erste Landschaft "Hellsau im Winter" entstand Ende des Jahres 1894 (Müller/Radlach 1894.28). Bereits in einem Brief vom 17. Februar 1894 schrieb Amiet an Giovanni Giacometti: "Mein armer Giovannin! Du beklagst Dich noch darüber, dass die Sonne nicht da ist. Sich über die kleinsten Hindernisse zu beklagen, ist unsere Schwäche; aber dennoch, wenn man stark wäre, könnte man doch noch aus seinen Hindernissen Nutzen ziehen. Ist es etwa nicht ein ganz besonderer Zauber, dieses Tal weiss oder eher blau von Schnee zu sehen, mit den einzelnen Flecken der winzigen Häuser und Bäume in der Unendlichkeit des Schnees. Es wäre sublim, diese kalten aber reichen Töne und diese einfachen und weichen Linien darzustellen, um damit den schwermütigen Schlaf einer ganzen Landschaft zum Ausdruck zu bringen. Was für eine Schönheit! Seit dem Anfang des Winters träume ich davon, aber ich kann so viel Studien und Skizzen machen wie ich will, der Schnee kommt nicht in unser Land, und ich kann nicht hingehen und Notizen machen für das erträumte Bild. Profitiere also! Glücklicher, der Du bist!"
Das Thema des vorliegenden Gemäldes, eine Gruppe von Bauernhäusern mit zwei schlanken, hoch aufragenden Pappeln, hat Amiet mehrmals aus unterschiedlichen Blickwinkeln und zu verschiedenen Jahreszeiten gemalt: Im Sommer (Müller/Radlach 1902.26) und im Winter (Müller/Radlach 1902.22, 1905.17, 1907.35-37). In unserer Schneelandschaft konzentrieren sich die besonnten Teile auf exponierte Stellen, wie Schnee auf den Dächern oder Hügelkuppen. Die Abendstimmung bot Amiet Gelegenheit zur Darstellung organisch silhouettierter, kontrastierender Flächenformen. Die Topographie modellierte er gekonnt durch den pastosen Farbauftrag. Gegenüber der zweiten Fassung (Müller/Radlach 1907.36) desselben Jahres, die wir im Jahr 2022 zum Verkauf anbieten durften, wirkt die Ausführung der vorliegenden Winterlandschaft plastischer und lebendiger. Die Leinwand ist über der Grundierung hellblau untermalt, was den im Brief an Giacometti erwähnten Zauber stimmungsvoll wiedergibt. Zudem ist die Palette, wie in den meisten seiner Winterbilder von 1907, bunter und unterstreicht mit ihrem kontrastreichen Kolorit die abendliche Stimmung des Sonnenuntergangs.
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