1914
Carpenter's pencil on yellowish wove paper
48.2x31.5 cm
Signed and dated by the artist in carpenter's pencil in a rectangle lower right "EGON / SCHIELE / 1914", eye study on the reverse
Jane Kallir, Egon Schiele, The Complete Works, New York 1990, no. 1576
Studio of the artist
Private collection Geneva, purchased from there on 3 December 1956 by
Gutekunst & Klipstein, Bern, acquired there by
The Eberhard W. Kornfeld Collection, Bern, with the collector's stamp on the reverse, Lugt 913b
Lucerne 1974, Museum of Art, Art in Austria 1900-1930, cat. no. 245, reproduced on the poster of this exhibition
Bern 1989, Kunstmuseum Bern, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], cat. no. 134, ill. p. 241
Zurich 1994, Sammlung Hauser & Wirth, Egon Schiele - Arbeiten auf Papier, ill. p. 83
Vienna 2005/2006, Albertina, Egon Schiele, cat. no. 164, p. 408, ill. p. 298
The sheet slightly and irregularly brownish, the small, stains are from the production process. A vertical fold on the left over the entire margin. Slight handling creases and a slightly restored area at lower left. On the reverse with a facial sketch and traces of an old mount
Wally, actually Walburga Neuzil, was Egon Schiele's muse and companion. In 1911, he moved with her first to Krumau and later to Au am Anzbach. The couple's wild marriage caused quite a stir in the rural area and led to Schiele being convicted of "disseminating immoral drawings", so that he had to spend twenty-four days in prison. In 1912, the couple returned to Vienna, where they eventually moved into a studio flat at Hietzinger Hauptstrasse 101. It was there in 1915 that he painted one of his major works, "Tod und Mädchen", which shows the artist and Wally in a strange embrace. The painting is often seen as his break-up picture, as Schiele left his muse shortly afterwards to marry Edith Harms.
The drawing offered here, created in 1914, is the centrepiece of a series of ten pencil drawings. None of them are coloured. As in other series, the artist explored the process of undressing and showed his model in various positions. The drawing of the seated girl, wearing a coat and hat, is the starting point. Her gaze appears pensive and introverted, as do the interlocked hands. A marvellous work, impressively captured on paper with a confident stroke.
1914
Zimmermannsbleistift auf gelblichem Velin
48,2x31,5 cm
Unten rechts vom Künstler in Zimmermannsbleistift in Rechteck signiert und datiert "EGON / SCHIELE / 1914", rückseitig Augenstudie
Jane Kallir, Egon Schiele, The Complete Works, New York 1990,
Atelier des Künstlers
Privatsammlung Genf, von dort am 3. Dezember 1956 angekauft von
Gutekunst & Klipstein, Bern, dort erworben von
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Luzern 1974, Kunstmuseum, Kunst in Österreich 1900-1930,
Bern 1989, Kunstmuseum Bern, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Zürich 1994, Sammlung Hauser & Wirth, Egon Schiele - Arbeiten auf Papier,
Wien 2005/2006, Albertina, Egon Schiele,
Das Blatt leicht und unregelmässig gebräunt, die kleinen, regelmässig verteilten Flecken stammen vom Herstellungsprozess. Links eine vertikale Falte über den gesamten Blattrand. Leichte Griffknicke und unten links eine leicht restaurierte Stelle. Auf der Rückseite mit dem Ansatz einer Gesichtsskizze und Spuren einer alten Montierung
Wally, eigentlich Walburga Neuzil, war Egon Schieles Muse und Gefährtin. Im Jahr 1911 zog er mit ihr zuerst nach Krumau, später nach Au am Anzbach. Die wilde Ehe der beiden sorgte in der ländlichen Umgebung für gehörigen Wirbel und führte dazu, dass Schiele wegen "Verbreitung unsittlicher Zeichnungen" verurteilt wurde und sogar vierundzwanzig Tage im Gefängnis verbringen musste. Ab 1912 kehrten die beiden nach Wien zurück, wo sie schliesslich eine Atelierwohnung an der Hietzinger Hauptstrasse 101 bezogen. Dort entstand 1915 mit "Tod und Mädchen" eines seiner Hauptwerke, das den Künstler und Wally in einer eigenartigen Umarmung zeigt. Das Gemälde wird oft als sein Trennungsbild gesehen, hat Schiele doch seine Muse kurz darauf verlassen, um Edith Harms zu heiraten.
Das hier angebotene Blatt, im Jahr 1914 entstanden, steht im Zentrum einer zehnteiligen Serie von Bleistiftzeichnungen. Keine davon ist koloriert. Wie bereits in anderen Reihen thematisierte der Künstler den Prozess des Entkleidens und zeigte sein Modell in verschiedenen Positionen. Die Zeichnung des sitzenden, mit einem Mantel und Hut gekleideten Mädchens, bildet den Anfangspunkt. Ihr Blick wirkt nachdenklich in sich gekehrt, nahezu schüchtern auch die verschränkte Haltung der Hände. Eine wunderbare Arbeit, eindrücklich mit sicherem Strich aufs Papier gebracht.
| Switzerland | CHF | 150 |
| Europe | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Overseas | CHF | 325 |
