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    Käthe Kollwitz : Studienblatt mit Skizzen nach Rubens und ..., Circa 1888/1889
    Käthe Kollwitz : Studienblatt mit Skizzen nach Rubens und ..., Circa 1888/1889
    Käthe Kollwitz : 904 Studienblatt mit Skizzen nach Rubens und Selbstbildnis sowie zwei Aktzeichnungen nach demselben Modell
    Käthe Kollwitz : 904 Studienblatt mit Skizzen nach Rubens und Selbstbildnis sowie zwei Aktzeichnungen nach demselben Modell
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    Käthe Kollwitz : 904 Studienblatt mit Skizzen nach Rubens und Selbstbildnis sowie zwei Aktzeichnungen nach demselben Modell

    Käthe Kollwitz

    Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg

    904   

    Studienblatt mit Skizzen nach Rubens und Selbstbildnis sowie zwei Aktzeichnungen nach demselben Modell

    Estimation CHF 200'000 *

    Mise en vente le 10/09/2026,
    vers 18:30 h (CET)
    (+/- 30 min)

    Version allemande ci-dessous
    Frais de livraison

    Circa 1888/1889

    Indian ink and pencil on wove paper

    55.3x43.1 cm

    Lower left signed by the artist in pencil "Käthe Kollwitz". Inscribed centre "Aktstudie", lower left "Zeichnung nach meiner Hand" and right "nach Rubens / Selbstbildnis etwa 93"

    Catalogue Raisonné

    Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, no. 26

    Provenance

    Auction Galerie Commeter, Hamburg, 26 November 1930, lot 600, there probably acquired by

    Galerie Ackermann & Sauerwein, Munich

    Collection Ingeborg Tremmel, Munich, sold at

    Auction Ketterer Kunst, Munich, 6 May 2003, there acquired by

    C.G. Boerner/Artemis Fine Arts, London, there acquired on 28 October 2003 by

    Collection Gudrun and Martin Fritsch, Berlin

    Littérature

    Otto Nagel, Die Selbstbildnisse der Käthe Kollwitz, Berlin 1965, fig. 2

    C.G. Boerner, Festgabe für Marianne Küfner zum 3. Oktober 2004, Düsseldorf/Kleve 2004, cat. no. 20, plate p. 79

    Hommage an Käthe Kollwitz, edited by Martin Fritsch, with contributions by Annette Seeler and Gudrun Fritsch, Leipzig 2005, p. 30/31

    Annette Seeler, Aufstand! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz, hrsg. von Hannelore Fischer, Köln 2017, fig. 64

    Expositions

    Munich 1952, Staatliche Graphische Sammlung, Käthe Kollwitz, cat. no. 2

    Bremen 2000, Paula Modersohn-Becker-Museum, Blickwechsel, Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, p. 23

    Cologne 2010/2011, Käthe Kollwitz Museum, Paris bezauberte mich - Käthe Kollwitz und die französische Moderne, fig. 27

    Regensburg 2013, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Käthe Kollwitz, Akt im Fokus, cat. no. 1

    Cologne 2016, Käthe Kollwitz Museum, Gussgeschichte(n) - Das plastische Werk von Käthe Kollwitz. Katalog zur Ausstellung: Annette Seeler, Käthe Kollwitz: Die Plastik. Werkverzeichnis, hrsg. vom Käthe Kollwitz Museum Köln, Köln 2016, fig. 25.1 and 38.2

    Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, cat. no. 81

    Frankfurt am Main 2024, Städel Museum, Kollwitz, cat. no. 24

    Condition

    Lower right with a small paper loss, several artist's pinholes. Traces of old mounting on the reverse. In very good condition

    Commentaires

    Already during her studies, Käthe Kollwitz developed a keen interest in narrative and socially influenced pictorial themes. The artist, née Schmidt, spent her youth in Königsberg and, from 1881, received her first drawing lessons from Rudolf Maurer. After attending the Ladies' Academy of the Association of Women Artists in Berlin in 1885/86, she continued her training in Königsberg with Emil Neide before studying in Munich with Ludwig Herterich until 1890. The Munich years, in particular, were of great importance for her artistic development.

    In her diary, Kollwitz later recalled a circle of young artists in Munich who met regularly to work together on given themes: "Es gab eine Vereinigung, die einige Mädchen unserer Klasse zusammenführte mit Otto Greiner, Alexander Oppler, Gottlieb Elster. Für diese Abende wurde ein Thema gestellt. So besinne ich mich auf das Thema ". Ich wählte die Szene aus Germinal [Roman von Émile Zola], wo in dem verrauchten Lokal um die junge Kathrin von zwei Männern gekämpft wird. Diese Komposition wurde anerkannt. Zum ersten Mal fühlte ich mich bestätigt auf meinem Wege, grosse Perspektiven öffneten sich meiner Phantasie, und die Nacht war schlaflos vor Glückserwartung.". Ich wählte die Szene aus Germinal [Roman von Émile Zola], wo in dem verrauchten Lokal um die junge Kathrin von zwei Männern gekämpft wird. Diese Komposition wurde anerkannt. Zum ersten Mal fühlte ich mich bestätigt auf meinem Wege, grosse Perspektiven öffneten sich meiner Phantasie, und die Nacht war schlaflos vor Glückserwartung."Germinal"Germinal"Trunkener Silen"Trunkener Silen"Germinal"Germinal"Rückblick auf frühere Zeit"Rückblick auf frühere Zeit", Kollwitz wrote: "Und nun sah ich in der Pinakothek die Meister, von denen vor allem einer auf mich wirkte, aber für Jahre entscheidend: Rubens. Hingerissen hat mich Rubens."

    An early sheet, richly worked with three thematic circles, which already shows all the strength that the artist would develop in her oeuvre and which would later make her one of the most important artists of modernism.

    This early study sheet (1880-1891) with sketches after Rubens and a hidden self-portrait was so important to the young artist that it was not to be sold. This was reported by Jutta Bohnke-Kollwitz when it was acquired for the collection.

    The work already clearly shows the influence of the old masters, which was to shape the artist throughout her life. At the age of 15, during a short stay in Munich, Kollwitz discovered their works for herself in the Pinakothek, when the family stopped there before her mother's recuperation trip to the Engadin. In the present sheet, it is above all the detailed studies after Rubens' "Der trunkene Silen" (1618-1625) as well as a female nude that bear witness to Kollwitz's admiration for the master.

    At the lower centre, Kollwitz herself is depicted: relaxed and full of drive. The depiction is entirely linear and resembles the etchings of Rembrandt, with whom she is often compared due to the number of her self-portraits. Over the course of her artistic career, Kollwitz created over a hundred self-portraits—drawn, etched, printed as monochrome woodcuts, or lithographed in experimental colours. In this way, she comes closest to Rembrandt and is rightly called the "weiblicher Rembrandt". Appreciative, but always masterful, sometimes in the manner of the old masters like Rubens.

    Gudrun Fritsch, 2026


     
     

    Studienblatt mit Skizzen nach Rubens und Selbstbildnis sowie zwei Aktzeichnungen nach demselben Modell


    Um 1888/1889

    Tusche und Bleistift auf Velin

    55,3x43,1 cm

    Unten links von der Künstlerin in Bleistift signiert "Käthe Kollwitz". Bezeichnungen mittig "Aktstudie", unten links "Zeichnung nach meiner Hand" und rechts "nach Rubens / Selbstbildnis etwa 93"

    Werkverzeichnis

    Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, Nr. 26

    Provenienz

    Auktion Galerie Commeter, Hamburg, 26. November 1930, Los 600, wohl dort erworben von

    Galerie Ackermann & Sauerwein, München

    Slg. Ingeborg Tremmel, München, versteigert bei

    Auktion Ketterer Kunst, München, 6. Mai 2003, dort erworben von

    C.G. Boerner/Artemis Fine Arts, London, dort am 28. Oktober 2003 erworben von

    Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin

    Literatur

    Otto Nagel, Die Selbstbildnisse der Käthe Kollwitz, Berlin 1965, Abb. 2

    C.G. Boerner, Festgabe für Marianne Küfner zum 3. Oktober 2004, Düsseldorf/Kleve 2004, Kat. Nr. 20, Tafel S. 79

    Hommage an Käthe Kollwitz, hrsg. von Martin Fritsch, mit Beiträgen von Annette Seeler und Gudrun Fritsch, Leipzig 2005, S. 30/31

    Annette Seeler, Aufstand! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz, hrsg. von Hannelore Fischer, Köln 2017, Abb. 64

    Ausstellungen

    München 1952, Staatliche Graphische Sammlung, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 2

    Bremen 2000, Paula Modersohn-Becker-Museum, Blickwechsel, Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, S. 23

    Köln 2010/2011, Käthe Kollwitz Museum, Paris bezauberte mich - Käthe Kollwitz und die französische Moderne, Abb. 27

    Regensburg 2013, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Käthe Kollwitz, Akt im Fokus, Kat. Nr. 1

    Köln 2016, Käthe Kollwitz Museum, Gussgeschichte(n) - Das plastische Werk von Käthe Kollwitz. Katalog zur Ausstellung: Annette Seeler, Käthe Kollwitz: Die Plastik. Werkverzeichnis, hrsg. vom Käthe Kollwitz Museum Köln, Köln 2016, Abb. 25.1 und 38.2

    Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, Kat. Nr. 81

    Frankfurt am Main 2024, Städel Museum, Kollwitz, Kat. Nr. 24

    Zustand

    Unten rechts ein kleiner Papierverlust, vereinzelte Reissnagellöcher. Rückseitig Spuren alter Montierungen. In sehr guter Erhaltung

    Erläuterungen

    Bereits während ihrer Studienzeit entwickelte Käthe Kollwitz ein ausgeprägtes Interesse an erzählerischen und sozial geprägten Bildthemen. Die Künstlerin, geborene Schmidt, verbrachte ihre Jugend in Königsberg und erhielt ab 1881 ersten Zeichenunterricht bei Rudolf Maurer. Nach dem Besuch der Damenakademie des Vereins Berliner Künstlerinnen in den Jahren 1885/86 setzte sie ihre Ausbildung in Königsberg bei Emil Neide fort, bevor sie bis 1890 in München bei Ludwig Herterich studierte. Gerade die Münchner Jahre waren für ihre künstlerische Entwicklung von grosser Bedeutung.

    In ihrem Tagebuch erinnert sich Kollwitz später an einen Kreis junger Künstlerinnen und Künstler in München, die sich regelmässig trafen, um gemeinsam vorgegebene Themen bildnerisch zu bearbeiten: "Es gab eine Vereinigung, die einige Mädchen unserer Klasse zusammenführte mit Otto Greiner, Alexander Oppler, Gottlieb Elster. Für diese Abende wurde ein Thema gestellt. So besinne ich mich auf das Thema "Kampf". Ich wählte die Szene aus Germinal [Roman von Émile Zola], wo in dem verrauchten Lokal um die junge Kathrin von zwei Männern gekämpft wird. Diese Komposition wurde anerkannt. Zum ersten Mal fühlte ich mich bestätigt auf meinem Wege, grosse Perspektiven öffneten sich meiner Phantasie, und die Nacht war schlaflos vor Glückserwartung."

    Die intensive Auseinandersetzung mit Zolas Roman "Germinal" beschäftigte Kollwitz auch nach ihrer Rückkehr nach Königsberg weiter (vgl. Los 905). 1893 entstand schliesslich auch eine Radierung zum Thema (vgl. Knesebeck 18 und 19).

    Das vorliegende Skizzenblatt wirkt sehr akademisch. Rechts finden sich Skizzen nach dem Gemälde "Trunkener Silen" nach Peter Paul Rubens, unten links ist ein kleines Selbstbildnis mit aufgestütztem Kopf dargestellt. Oben links sind Kompositionsstudien zur Figur der Kathrin aus "Germinal" zu sehen. In ihrer Schrift "Rückblick auf frühere Zeit" schrieb Kollwitz: "Und nun sah ich in der Pinakothek die Meister, von denen vor allem einer auf mich wirkte, aber für Jahre entscheidend: Rubens. Hingerissen hat mich Rubens."

    Ein frühes, mit drei Themenkreisen sehr reich bearbeitetes Blatt, das schon die ganze Kraft zeigt, die die Künstlerin in ihrem Œuvre entwickeln wird und die sie später zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne werden liess.

    Dieses frühe Studienblatt (1880-1891) mit Skizzen nach Rubens und einem versteckten Selbstbildnis war der jungen Künstlerin so wichtig, dass es nicht verkauft werden sollte. So berichtete Jutta Bohnke-Kollwitz bei dessen Erwerb für die Sammlung.

    Die Arbeit zeigt bereits deutlich den Einfluss der alten Meister, der die Künstlerin ihr Leben lang prägen sollte. Die damals 15-jährige Kollwitz hatte während eines kurzen Aufenthalts in München in der Pinakothek ihre Werke für sich entdeckt, als die Familie vor der Erholungsreise der Mutter ins Engadin dort Halt gemacht hatte. Im vorliegenden Blatt zeugen vor allem die Detailstudien nach Rubens' "Der trunkene Silen" (1618-1625) sowie ein weiblicher Akt von Kollwitz' Bewunderung für den Meister.

    Unten mittig ist Kollwitz selbst zu sehen: entspannt und tatendurstig. Die Darstellung ist ganz linear und ähnelt den Radierungen Rembrandts, mit dem sie wegen der Vielzahl ihrer Selbstbildnisse gern verglichen wird. Im Laufe ihrer künstlerischen Karriere schuf Kollwitz über hundert Selbstporträts - gezeichnet, radiert, als monochrome Holzschnitte gedruckt oder farblich experimentell lithografiert. So kommt sie Rembrandt am nächsten und wird zu Recht "weiblicher Rembrandt" genannt. Wertschätzend aber auch immer meisterlich, manchmal altmeisterlich wie Rubens.

    Gudrun Fritsch, 2026


     
     
     
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    Pour les lots désignés par un astérisque (*), le prix d'adjudication est lui aussi soumis à la TVA.

    KORNFELD
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