Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1928 - Werknummer 1928.188 (J 8)
Aquarell auf Ingres auf Karton
35,5x47,5 cm, inkl. Abschlussstrich; 41x54,1 cm, Unterlage
Oben links vom Künstler in Feder in Tusche signiert "Klee", unter dem Abschlussstrich mit der Werknummer und dem Titel "1928 J.8. Gebirgsbewegung (3= und 4=takt)"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Band 5, Werke 1927-1930, Bern 2001,
Ab 1929 in Kommission bei Alfred Flechtheim, Berlin, Alex Vömel, Düsseldorf, The Mayor Gallery, London, Galerie Simon (Daniel-Henry Kahnweiler), Paris, Nierendorf Gallery, New York, Galka Scheyer, Hollywood
Nachlass des Künstlers
Slg. Lily Klee, Bern (1940-1946)
Nierendorf Gallery, New York, dort vermutlich 1944 erworben von
Privatsammlung USA (bis 1977)
James Goodman Gallery, New York, dort 1977 erworben von
Paul Kantor Gallery, Beverly Hills
Privatsammlung Los Angeles
Auktion Sotheby's, London, 7. Dezember 1977, Los 123, dort erworben von
Herbert Palmer Gallery, Los Angeles, dort vermutlich erworben von
Slg. J. Bruce Jacobs, Santa Monica
Acquavella Galleries, New York, dort 1988 erworben von
Michael & Judy Steinhardt, New York, versteigert bei
Auktion Christie's, New York, 9. November 2000, Los 430, dort erworben von
Internationaler Privatsammlung
Auktion Sotheby's, London, 13.-19. April 2023, Los 26, dort erworben von
Privatsammlung USA
Berlin 1929, Galerie Alfred Flechtheim, Paul Klee,
Düsseldorf 1930, Galerie Alfred Flechtheim, Paul Klee. Aquarelle, Zeichnungen u. Graphik aus 25 Jahren,
Saarbrücken 1930, Staatliches Museum, Paul Klee. Aquarelle aus 25 Jahren, 1905 bis 1930,
Düsseldorf 1931, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Verbindung mit der Galerie Alfred Flechtheim, Paul Klee,
Colorado Springs 1938, Colorado Springs Fine Arts Center at Colorado College, Abstractions by Paul Klee, ohne Katalog
San Francisco 1939, San Francisco Museum of Art, Paul Klee, ohne Katalog
New York 1942, Nierendorf Gallery, Fifth Selection of Works by Paul Klee,
Das Papier minim gebräunt, mit leichtem Lichtrand. Rückseitig verschiedene Etiketten und Spuren alter Montierungen. In sehr schöner Farbigkeit und Erhaltung
Mit "Gebirgsbewegung (3= und 4=takt)" verbindet Paul Klee zwei Themenkreise, die sein Schaffen sein Leben lang prägten: die Landschaft als Ausdruck innerer Wachstumsprozesse und die Musik als Ordnungsprinzip des Bildes. Entstanden auf dem Höhepunkt seiner Bauhauszeit in Dessau, gehört das Werk in jene Phase, in der Klee seine theoretischen Überlegungen zu Rhythmus, Bewegung und bildnerischer Konstruktion in einer Vielzahl von Gemälden und Aquarellen erprobte. Landschaft wird dabei nicht als statische Naturerscheinung verstanden, sondern als ein von Kräften und Spannungen bestimmter Organismus.
Bereits der ungewöhnliche Titel verweist auf die enge Verbindung von Sehen und Hören. Die Angabe "3= und 4=takt" entstammt der musikalischen Terminologie und bezeichnet unterschiedliche Taktarten, deren rhythmische Ordnung Klee auf das Bild überträgt. Als ausgebildeter Geiger und leidenschaftlicher Musikkenner verstand er musikalische Strukturen nicht als blosses Vorbild, sondern als grundlegendes Modell bildnerischer Gestaltung. Wie Stimmen in einer Komposition stehen Linien, Farbflächen und Zeichen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und entfalten ihren Sinn erst im Zusammenklang des Ganzen.
Das Gebirge erscheint entsprechend nicht als topografisch fassbare Landschaft, sondern als rhythmisch gegliedertes Gefüge. Die Berge scheinen sich gleichsam im Takt zu heben und zu senken; geologische Struktur und musikalischer Rhythmus verschmelzen zu einer bildnerischen Einheit. Die für Klee charakteristische Verbindung von konstruktiver Ordnung und poetischer Imagination erreicht hier eine besondere Prägnanz.
| Schweiz | CHF | 170 |
| Europa | CHF | 270 |
| USA | CHF | 360 |
| Übersee | CHF | 380 |
