1917
Öl auf Leinwand
46x38 cm
Unten rechts vom Künstler monogrammiert "CA"
Müller/Radlach, 1917.05
Slg. Gertrud Dübi-Müller, Solothurn (bis 1980)
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 26. Juni 1981, Los 69, dort erworben von
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
George L. Mauner, Cuno Amiet, Zürich 1984,
Karin Plaschy-Huchler, Du selbst bist dein Hauptwerk, Cuno Amiets Selbstbildnisse zwischen Selbstpropaganda und künstlerischer Selbstreflexion, Diss. Univ. Zürich 2012 (Typoskript, S. 34), dort 1928 datiert
Langenthal 1994, Kunsthaus, Cuno Amiet, Ein Leben in Selbstbildnissen,
Auf dem originalen Chassis, in der alten Nagelung. In farbfrischer und sehr guter Erhaltung
Das undatierte Selbstbildnis zeigt den Künstler in der gleichen räumlichen Situation wie das Selbstporträt von 1918 (Müller/Radlach 1918.01). Auch das kleine Hochformat links des Kopfes ist in beiden Bildern zu erkennen. Als markanteste Abweichung fällt die unterschiedliche Farbgebung der Fliege auf. Die rote Masche erscheint in einer ganzen Reihe von Selbstporträts aus dem Jahr 1917 (Müller/Radlach 1917.01-1917.04, 1917.06). Alle diese Werke weisen zudem in etwa das gleiche, von Amiet oft für Porträts verwendete Format auf, wie das vorliegende Selbstbildnis (es handelt sich um das französische Standardformat "figure, Nr. 8", 46 x 38 cm). Im Unterschied zum Selbstporträt von 1918 (Müller/Radlach 1918.01) stellt sich Amiet überdies nicht beim Malen dar, sondern in Form eines frontalen Brustbildnisses, wie bei den gemalten Selbstporträts von 1917. Eine Datierung in das Jahr 1917 drängt sich somit auf. Einen weiteren entscheidenden Hinweis liefert das am rechten Bildrand fragmentarisch wiedergegebene Gemälde. Es ist als seitenverkehrt dargestellte rechte obere Ecke eines der Panneaus des Jungbrunnen-Zyklus für das Zürcher Kunsthaus zu identifizieren (Müller/Radlach 1917.31). Amiet hatte die Arbeit an diesem monumentalen Dekorationsauftrag im Mai 1917 beendet. Anfang 1918 führte er in situ die letzten Anpassungen an den installierten Leinwänden im Kunsthaus Zürich aus. Das vorliegende Selbstbildnis entstand also wohl kurz nach der Fertigstellung des Jungbrunnens, noch bevor die Gemälde 1917 nach Zürich transportiert wurden (In: Müller/Radlach 1917.05).
| Schweiz | CHF | 170 |
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