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    Kurt Schwitters  : Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel ( ..., 1919
    Kurt Schwitters  : Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel ( ..., 1919
    Kurt Schwitters : 83 Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel (Berlin-Friedenau) (verso)
    Kurt Schwitters : 83 Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel (Berlin-Friedenau) (verso)
    Kurt Schwitters : 83 Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel (Berlin-Friedenau) (verso)
    Kurt Schwitters : 83 Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel (Berlin-Friedenau) (verso)
    Kurt Schwitters : 83 Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel (Berlin-Friedenau) (verso)

    Kurt Schwitters

    Hannover 1887 - 1948 Ambleside

    83   

    Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel (Berlin-Friedenau) (verso)

    Zuschlag CHF 80'000
    Angaben ohne Gewähr
    Versandkosten

    1919

    Papiercollage, Bleistift, Kreide und Stempelfarbe auf Karton (recto und verso)

    23,5x19,2 cm

    Unten links vom Künstler in Bleistift signiert "Kurt Schwitters"

    Werkverzeichnis

    Karin Orchard/Isabel Schulz, Kurt Schwitters, Catalogue raisonné, Bd. 1, 1905-1922, Hannover 2000, Nr. 514.1 (recto) und 514.2 (verso)

    Provenienz

    Slg. Herwarth Walden, wohl ein Geschenk des Künstlers (1919-1941)

    Nachlass Herwarth Walden/Slg. Nell Walden, Berlin und Schinznach (1941-1972)

    Auktion Kornfeld & Cie., Bern, 17. Juni 1972, Los 1144, dort erworben von

    Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b

    Literatur

    Sturm-Bilderbuch IV, 1920, Kurt Schwitters, Abb. S. 17, die Reproduktion ist gegenüber dem Original links und unten beschnitten

    Ausstellungen

    Venedig 1960, La Biennale di Venezia, XXX Biennale Internazionale d'Arte, Kat. Nr. 10

    Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 167

    Basel 2004, Tinguely Museum, Kurt Schwitters, Merz - ein Gesamtweltbild, Kat. Nr. 10

    Hannover/Rotterdam 2006/2007, Sprengel Museum/Museum Boijmans Van Beuningen, Merzgebiete, Kurt Schwitters und seine Freunde, Kat. Nr. 133

    Hannover/Bern 2011/2012, Sprengel Museum/Kunstmuseum Bern, Anna Blume und ich - Zeichnungen von Kurt Schwitters, Kat. Nr. 104 (nur in Bern ausgestellt)

    Zustand

    Der Karton leicht gebräunt und mit Lichtrand. Leichte Knitterlinien in der oberen rechten Ecke. Rückseitig mit Spuren einer alten Montierung. Schöne Collage in sehr guter Erhaltung

    Erläuterungen

    Im Juli 1919 stellte Kurt Schwitters in der 76. Ausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in Berlin aus. Es war ein entscheidender Moment in seiner künstlerischen Entwicklung. Obwohl Schwitters anfangs von den Berliner Dadaisten skeptisch betrachtet wurde, fand er in Walden einen wichtigen Förderer. Walden erkannte früh das innovative Potenzial von Schwitters’ Collagen und seinem neu entwickelten Merz-Konzept. In der Doppelausstellung mit Magda Langenstrass-Uhlig zeigte Schwitters seine frühen Merzbilder, in denen er Alltagsfragmente wie Zeitungsausschnitte, Fahrpläne und Reklamestreifen mit malerischen Elementen kombinierte. Die Präsentation in der renommierten Galerie verhalf Schwitters zu einer klaren Positionierung innerhalb der internationalen Avantgarde. Gleichzeitig veröffentlichte Walden Schwitters’ Texte und Werke in der Zeitschrift "Der Sturm", wodurch seine Ideen weiter Verbreitung fanden. Die Ausstellung markiert den Beginn einer produktiven, aber auch eigenständigen Beziehung Schwitters’ zur Berliner Kunstszene.

    Die vorliegende Collage aus dem Jahr 1919 ist ein bedeutendes Zeugnis der engen Verbindung zwischen dem Künstler und dem Berliner Galeristen und Verleger. Anlässlich der Ausstellung bediente er sich wohl im Büro der Stempel "Herwarth Walden", "Der Sturm" und "Bezahlt", zeichnete Konstruktionen und setzte collagierte Frankatur-Ränder auf das Blatt. Die Komposition wirkt zugleich rhythmisch und kontrolliert, mit bewusst gesetzten Kontrasten zwischen vertikalen und diagonalen Strukturen. Damit zeigt Schwitters seine Auseinandersetzung mit konstruktiven Bildordnungen, während das verwendete Material an den Dadaismus erinnert. Rückseitig finden sich weitere Zeichnungen, collagierte Zeitungsschnipsel sowie Stempelungen mit "Berlin-Friedenau".

    Indem Schwitters typografisches Material, Werbezitate und abstrakte Formen kombinierte, hob er die Grenze zwischen Kunst und Alltag auf – ein zentraler Gedanke seiner Merz-Kunst, die er zeitgleich zu formulieren begann. Die Arbeit steht damit exemplarisch für die Transformation der Collage von einer rein illustrativen Technik zu einem autonomen künstlerischen Ausdrucksmittel der Moderne.

    Die Arbeit lässt sich als Hommage an Walden und dessen avantgardistisches Netzwerk lesen, in dem Schwitters 1919 als junger Künstler erstmals prominent vertreten war. Unterhalb der Mitte sind zwei ineinander verschlungene Kreise zu sehen, auf die ein Pfeil von der Signatur weist. Dies soll wohl auf die innige Verbindung zwischen Schwitters und Walden hinweisen. Der Künstler hat das Blatt mit grosser Sicherheit anlässlich der Ausstellung dem Galeristen geschenkt. Es blieb bis 1972 bei Nell Walden, der Witwe des Galeristen, von welcher es Eberhard W. Kornfeld direkt erworben hat. Eine typische Arbeit, in der Stempeldrucke, Collage und Zeichnung eindrücklich kombiniert werden.


     
     
     
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    Kurt Schwitters  : Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel ( ..., 1919
    Kurt Schwitters  : Ohne Titel (Der Sturm) (recto) - Ohne Titel ( ..., 1919



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