Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg
Sale time 10-09-2026,
about 18:30 h (CET)
(+/- 30 min)
1891
Indian ink and pencil on beige, textured laid paper
48.5x21.2 cm
Centre right signed by the artist in pencil "Kollwitz"
Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, no. 33
Collection Alexander von der Becke, Munich, sold at
Auction Galerie Kornfeld, Bern, 12 June 2009, lot 91, there acquired by
Collection Gudrun and Martin Fritsch, Berlin
Otto Nagel, Die Selbstbildnisse der Käthe Kollwitz, Berlin 1965, plate 7
Gudrun Fritsch, Josephine Gabler, Helmut Engel, Käthe Kollwitz, edited by the Ernst Freiberger-Stiftung, Berlin-Brandenburg 2013, p. 29
Käthe Kollwitz, Ich sah die Welt mit liebevollen Blicken, Ein Leben in Selbstzeugnissen, edited by Hans Kollwitz, new edition Wiesbaden 2001, p. 379
Munich 1967, Kunsthandlung A. Von der Becke und Sohn, Käthe Kollwitz, Handzeichnungen und graphische Seltenheiten, Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag, cat. no. 2
Stuttgart 1967, Staatsgalerie, Graphische Sammlung, Die Zeichnerin Käthe Kollwitz. Ausstellung zum 100. Geburtstag, cat. no. 6
Hiddensee 2011, Gerhart-Hauptmann-Haus Hiddensee et al., Die Weber von Gerhart Hauptmann mit Grafiken von Käthe Kollwitz, p. 1
Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, cat. no. 88
Traces of old mounting on the reverse. In very good condition
The drawing "Selbstbildnis mit drei Handstudien" from 1891 is one of Käthe Kollwitz's early self-portraits and already impressively documents her extraordinary powers of observation as well as her interest in psychological intensity. The sheet combines the self-portrait with several studies of hands—those expressive elements that would later play a central role in the artist's work.
While the face appears focused and serious, Kollwitz explores different positions and gestures in the adjacent hand studies. The hands do not appear as mere academic exercises, but already possess their own expressive power. They convey tension and inner movement.
In 1891, Käthe Schmidt married her long-time fiancé, the physician Karl Kollwitz. The couple moved from Königsberg to Berlin, where he opened a general practice in the Prenzlauer Berg district on Weissenburger Strasse (now Kollwitzstrasse) and they took up residence. Their sons Hans and Peter were born in 1892 and 1896, respectively.
The present sheet is among the most significant early self-portraits. A ring can be seen twice on the right hand. The Kollwitz wedding date was 13 June 1891. Nagel/Timm see the hand depicted in reverse, which could indicate the engagement ring. In that case, the drawing would have been made before June 1891, otherwise shortly after the wedding.
In any case, it is an exceptional study sheet, and one already senses the incomparable expression of the search for identity and artistic independence.
1891
Tusche und Bleistift auf beigem, strukturiertem Bütten
48,5x21,2 cm
In der Mitte rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert "Kollwitz"
Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980,
Slg. Alexander von der Becke, München, versteigert bei
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 12. Juni 2009, Los 91, dort erworben von
Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin
Otto Nagel, Die Selbstbildnisse der Käthe Kollwitz, Berlin 1965, Tafel 7
Gudrun Fritsch, Josephine Gabler, Helmut Engel, Käthe Kollwitz, hrsg. von der Ernst Freiberger-Stiftung, Berlin-Brandenburg 2013,
Käthe Kollwitz, Ich sah die Welt mit liebevollen Blicken, Ein Leben in Selbstzeugnissen, hrsg. von Hans Kollwitz, Neuauflage Wiesbaden 2001,
München 1967, Kunsthandlung A. von der Becke und Sohn, Käthe Kollwitz, Handzeichnungen und graphische Seltenheiten, Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag,
Stuttgart 1967, Staatsgalerie, Graphische Sammlung, Die Zeichnerin Käthe Kollwitz. Ausstellung zum 100. Geburtstag,
Hiddensee 2011, Gerhart-Hauptmann-Haus Hiddensee u.a., Die Weber von Gerhart Hauptmann mit Grafiken von Käthe Kollwitz,
Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen,
Rückseitig Spuren alter Montierungen. In sehr guter Erhaltung
Die Zeichnung "Selbstbildnis mit drei Handstudien" von 1891 gehört zu den frühen Selbstbildnissen von Käthe Kollwitz und dokumentiert bereits eindrucksvoll ihre aussergewöhnliche Beobachtungsgabe sowie ihr Interesse an psychologischer Verdichtung. Das Blatt verbindet das Selbstporträt mit mehreren Studien der Hände - jenem Ausdrucksträger, der im späteren Werk der Künstlerin eine zentrale Rolle spielen wird.
Während das Gesicht konzentriert und ernst erscheint, untersucht Kollwitz in den daneben angeordneten Handstudien unterschiedliche Haltungen und Gesten. Die Hände wirken nicht wie reine akademische Übungen, sondern besitzen bereits eine eigene Ausdruckskraft. Sie vermitteln Spannung und innere Bewegung.
1891 heiratete Käthe Schmidt ihren langjährigen Verlobten, den Arzt Karl Kollwitz. Das Paar siedelte von Königsberg nach Berlin über, wo er im Bezirk Prenzlauer Berg an der Weissenburger Strasse (heute: Kollwitzstrasse) eine Kassenarztpraxis eröffnete und sie eine Wohnung bezogen. 1892 bzw. 1896 wurden die Söhne Hans und Peter geboren.
Das vorliegende Blatt gehört zu den bedeutendsten frühen Selbstbildnissen. Zweimal ist an der rechten Hand ein Ring zu sehen. Das Hochzeitsdatum der Eheleute Kollwitz war der 13. Juni 1891. Nagel/Timm sehen die Hand spiegelverkehrt dargestellt, was auf den Verlobungsring deuten könnte. In diesem Falle wäre die Zeichnung vor Juni 1891 entstanden, ansonsten kurz nach der Hochzeit.
In jedem Fall handelt es sich um ein aussergewöhnliches Studienblatt, man spürt bereits den unvergleichlichen Ausdruck der Suche nach Identität und künstlerischer Eigenständigkeit.
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