Mörigen 1930 - 2022 Riggisberg
1994
Two-colour woodcut in red (vermilion and carmine) from two plates, printed 2.9.1994
105x91 cm, printing block; 170.5x153.5 cm, sheet size
Signed on the reverse by the artist in pencil "Franz Gertsch", next to it dated and inscribed "2.9.94 / 2 plates cinnabar + carmine"
Listed in the catalogue raisonné of the woodcuts in the Franz Gertsch archive under number 19/B
Purchased directly from the artist in 1994 by
Beat H. Koenig Collection, from there to
Private collection Switzerland
Kunstsammlung Beat H. Koenig, mit Beiträgen u.a. von Daniel Arn, Marianne Burki und Jörg Steiner, Solothurn 2004, pag. 38, reprod.
Very nice hand print on cream Kumohadamashi Japan paper by Heizaburo Iwano. Fresh in colour and in impeccable condition
Franz Gertsch gave up painting for a few years in 1986 in favour of woodcutting. In this printing technique he found the ideal medium to print a motif in different, monochrome colour variations. The models for his woodcuts are his own photographs, which he transfers to the wood plate in a lengthy working process. With a small gouge, he sets a fine grid of "light dots" which, when printed, allow the white paper, sometimes also the underprint of a clay plate in a different colour, to shine through. The result is a grid structure reminiscent of pixels, from which the motif emerges. He finds the models for his portraits in his immediate surroundings, in this case Vera von Siebenthal, born in 1973. The oversized presence of the portrait and the focus on the eye area lend the work a "magical" presence that is difficult to escape.
Before each hand print, the plate is cleaned and re-inked. Each print is printed by hand with the collaboration of Nik Hausmann, always varying in colour and print intensity, so that the prints are in fact unique. Small editions are always produced. Only 34 prints of Vera are printed. As a rule, there are only prints with the drawing plate; prints with two plates (with a drawing plate and a clay plate) were only produced in two. 24 are considered "editions", including the one offered here, which, according to information from the Franz Gertsch archive, bears the number "2/24", plus 10 proofs. The printing block is made of lime wood, the present print is in red. According to the artist's note on the back of the sheet, the following colours are printed: Vermilion and Crimson. The wide paper margin deserves special mention; only two prints have been made in this way. Unfortunately, the plate broke during the printing process, so that the very small edition of 24 remained.
We would like to thank the Gertsch family for the valuable information about this work.
1994
Zweifarbiger Holzschnitt in Rot (Zinnober und Karmin) von zwei Platten, gedruckt am 2.9.1994
105x91 cm, Druckstock; 170,5x153,5 cm, Blattgrösse
Rückseitig vom Künstler in Bleistift signiert "Franz Gertsch", daneben datiert und bezeichnet "2.9.94 / 2 Platten Zinnober + Karmin"
Im Werkverzeichnis der Holzschnitte des Archivs Franz Gertsch unter der Nummer 19/B eingereiht
1994 direkt beim Künstler angekauft von
Slg. Beat H. Koenig, von dort an
Privatsammlung Schweiz
Kunstsammlung Beat H. Koenig, mit Beiträgen u.a. von Daniel Arn, Marianne Burki und Jörg Steiner, Solothurn 2004, pag. 38, reprod.
Sehr schöner Handabzug auf cremefarbenem Kumohadamashi Japanpapier von Heizaburo Iwano. Farbfrisch und in tadellosem Zustand
Franz Gertsch gibt 1986 die Malerei für ein paar Jahre zu Gunsten des Holzschnitts auf. In dieser Drucktechnik findet er das ideale Medium, um ein Motiv in verschiedenen, monochromen Farbvariationen zu drucken. Vorlagen zu seinen Holzschnitten sind eigene Fotografien, die er in einem langwierigen Arbeitsprozess auf die Holzplatte überträgt. Mit einem kleinen Hohleisen setzt er ein feines Raster an "Lichtpunkten", die beim Druck das weisse Papier, manchmal auch den Unterdruck einer Tonplatte in einer anderen Farbe, durchleuchten lassen. Es entsteht so eine an Pixel erinnernde Rasterstruktur, aus welcher sich das Motiv erschliesst. Die Modelle für seine Porträts findet er in seiner nächsten Umgebung, hier handelt es sich um die 1973 geborenen Vera von Siebenthal. Die überdimensionale Präsenz des Porträts und die Fokussierung auf die Augenpartie verleihen dem Werk eine "magische" Präsenz, der man sich nur schwer entziehen kann
Vor jedem Handabzug wird die Platte gereinigt und neu eingefärbt. Jeder Druck wird handwerklich unter Mitarbeit von Nik Hausmann abgezogen, stets variiert in der Farbgebung und Druckintensität, so dass es sich bei den Abzügen faktisch um Unikate handelt. Es entstehen stets kleine Auflagen. Von Vera werden lediglich 34 Abzüge gedruckt. In der Regel gibt es nur Drucke mit der Zeichnungsplatte; Drucke mit zwei Platten (mit einer Zeichnungsplatte und einer Tonplatte) entstanden nur zwei. 24 gelten als "Auflage", darunter der hier angebotene, der nach Auskunft des Archivs Franz Gertsch die Nummer "2/24" trägt, dazu kommen 10 Probedrucke. Der Druckstock besteht aus Lindenholz, der vorliegende Abzug ist in Rot gehalten. Gedruckt werden gemäss Vermerk des Künstlers auf der Rückseite des Blattes folgende Farben: Zinnober und Karminrot. Besonders zu erwähnen ist der breite Papierrand; nur zwei Abzüge sind so hergestellt worden. Während des Druckprozesses ist die Platte unglücklicherweise gebrochen, so dass es bei der ausgesprochen kleinen Auflage von 24 Stück geblieben ist
Wir danken der Familie Gertsch für die wertvollen Hinweise zu diesem Werk
