Nolde 1867 - 1956 Seebüll
1945
Aquarell, schwarze Tusche und Deckweiss
17,7:26,1 cm, Darstellung und Blattgrösse
Oben links vom Künstler in Feder in Tusche signiert "Nolde"
Archiv Prof. Dr. Manfred Reuther
Privatsammlung Deutschland
Auf Japan, farbfrisch und tadellos in der Erhaltung. Rückseitig Spuren einer alten Montage
Das Format erinnert an die "ungemalten Bilder" von Nolde, seine kleinformatigen Aquarelle, die in der Zeit zwischen 1938 und 1945 entstanden - es könnte von der Datierung her ein sehr spät entstandenes aus der Reihe sein. 1941 wurde der Künstler mit einem Berufsverbot belegt, das ihm jegliche künstlerische Tätigkeit untersagte. Die "ungemalten Bilder" entstanden in der Abgeschiedenheit seines Hauses in Seebüll; Nolde wollte die Kleinformate später in Öl umsetzen. Er verwendete verschiedene, kleinformatige Japanpapiere, die ihm zur Verfügung standen, und bemalte sie mit Aquarellfarbe und setzte darauf eine weitere Schicht aus Deckfarben, manchmal mit Tusche akzentuiert. Die kleinen Formate und die "geruchlosen" Farben waren ideal, um die anhaltende, künstlerische Tätigkeit bei möglichen, polizeilichen Hausdurchsuchungen zu verbergen. Die "ungemalten Bilder" bilden ein dichtes und geschätztes Alterswerk, bestechend durch starke Farben und freie Kompositionen
