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    Albrecht Dürer : Reiter und Landsknecht, Um 1496
    Albrecht Dürer : Reiter und Landsknecht, Um 1496
    Albrecht Dürer : 17 Reiter und Landsknecht

    Albrecht Dürer

    1471 Nürnberg 1528

    17   

    Reiter und Landsknecht

    Estimate CHF 100'000 *
      JPY 19'000'000 *
    16.06.2017

    Um 1496

    Holzschnitt

    38,7:28,2 cm, Einfassungslinie

    Werkverzeichnis

    Werkverzeichnisse:

    Schoch/Mende/Scherbaum 106/I (v. II/d)

    Meder 265/I (v. II/d)

    Provenienz

    Provenienz:

    Slg. Johann Andreas Boerner, 1785 - 1862, Nürnberg, Lugt 269. Im Auktionskatalog seiner Sammlung bei Weigel in Leipzig am 17. Oktober 1864 unter der Nummer 714

    Slg. Ralf Leopold von Retberg, 1812 - 1885, München, Lugt 2822. Im Auktionskatalog seiner Sammlung bei Amsler und Ruthardt, Berlin, ab 4. März 1886 unter der Nummer 36 und wie folgt katalogisiert: "Prachtvoller Abdruck von der Schärfe einer Federzeichnung, auf Papier mit dem Reichsapfel"

    Privatsammlung

    Zustand

    Aussergewöhnlich schöner Frühdruck, tiefschwarz, mit voll sichtbarer Einfassungslinie. Auf Papier mit Wasserzeichen "Der grosse Reichsapfel mit Strich und Stern" (volles Wasserzeichen), Meder, Wasserzeichen, Nr. 53, wie in den Werkverzeichnissen für Frühdrucke dieses Blattes gewünscht. Tadellos in der Erhaltung, mit leichter Mittelfalte

    Erläuterungen

    Auf dem vorliegenden Blatt wird ein Reiter, gefolgt von einem Landsknecht, in einer bewaldeten Landschaft, mit Ausblick auf eine reiche Burg, am Ufer eines Sees festgehalten. Der mit einem Schwert bewaffnete Reiter, auf einer reich verzierten Schabracke sitzend, wird gefolgt von einem Landsknecht ohne Brust- und Beinpanzer, mit Hellebarde und Schwert bewaffnet. Er versucht im Laufschritt dem Reiter zu folgen. Eine Szene aus dem täglichen Leben gegen Ende des 15. Jahrhunderts und der wohl bis anhin bedeutendste und grösste Holzschnitt der ganzen Kunstproduktion mit weltlichem Hintergrund

    Der erst 26 jährige Albrecht Dürer beginnt ab 1496 mit einer Gruppe von 7 grossen Holzschnitten, alle im nahezu identischen Format der Holzstöcke von ca. 39:28 cm, die Gruppe mit sehr unterschiedlichen Themen, 3 basierend auf religiösen Texten, 2 auf der griechischen Mythologie und nur 2 mit Darstellungen aus dem täglichen Leben

    a. Die Marter der Zehntausend

    b. Herkules tötet die Molionides

    c. Reiter und Landsknecht

    d. Männerbad

    e. Die Heilige Familie mit dem Hasen

    f. Samson mit dem Löwen

    g. Die Marter der heiligen Katharina

    Parallel dazu entstehen ab 1497 die von einem nahezu unvorstellbaren Ideenreichtum geprägten 15 Illustrationsholzschnitte zur "Apokalypse", die er, versehen mit einem einfachen Titelblatt, wohl mit Hilfe seines Paten Anton Koberger, des grossen Druckers in Nürnberg, 1498 als Folge publiziert, mit deutschem Text nach der Koberger Bibel, und auch in Lateinisch. Alle Holzblöcke ebenfalls im Format von ca. 39:28 cm

    Die gesamthaft 22 grossen Holzschnitte der Jahre von 1496 bis 1498 sind das Kernstück der frühen Graphikproduktion Dürers, er schlägt damit in der Bildsprache und im Format ein neues Kapitel in der Kunstproduktion auf, ein grossartiger Abschluss des 15. Jahrhunderts. Nie zuvor in der Kunstgeschichte auf dem Gebiete der Graphik hat es so grosse Holzschnitte gegeben

    Albrecht Dürer : Reiter und Landsknecht, Um 1496
    Albrecht Dürer : Reiter und Landsknecht, Um 1496


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