1847 Berlin 1935
1898
Oil on canvas
57x92 cm
Signed on the lower right by the artist "M. Liebermann"
Matthias Eberle, Max Liebermann, Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien 1865-1899, Munich 1995, no. 1898/2
Anna Liebermann, Berlin (?)
Collection Dr. Th. Elkan (1914, 1915)
Collection Martha Liebermann, sold to
Kunsthandlung Victor Rheins, Berlin (1939)
Abels Gallery, Cologne (1954, 1955)
Private property, Cologne (since 1955)
Erich Hancke, Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke, mit 303 Abbildungen, Berlin 1914 (with a catalogue of works of paintings and pastels up to 1913), pag. 538.
Review of the exhibition "Deutsche Maler" at Fritz Gurlitt in Berlin, in: Deutsche Kunst und Dekoration, vol. 36, April - September 1915, pag. 162, reprod.
Weltkunst, year XXIV, 1954, Heft 23, pag. 11, reprod.
Berlin 1915, Galerie Fritz Gurlitt, Werke deutscher Meister aus Privatbesitz, II. exhibition, April 1915, cat. no. 62
Düsseldorf 1971, Städtische Kunsthalle und Verband freier Berufe, NRW, Kunst des 20. Jahrhunderts - Freie Berufe Sammeln, cat. no. 123, reprod.
On an old stretcher, with new nailing. Isolated, minor abrasions at the corners and edges of the frame. Absolutely fresh in colour and in impeccable overall condition
Out of interest in the art of Rembrandt and Frans Hals, Max Liebermann, like many of his Berlin artist friends, regularly visited the Netherlands during the summer months from 1871. He found there the supposed ideal of a bourgeois community, which he repeatedly thematised in numerous paintings. He was interested in the village people who worked on farms or in the workers who worked in factories. He also paid special attention to children.
In 1884 he visited the artists' village of Laren for the first time and returned there several times afterwards. In the village square he made sketches that were later elaborated in his studio in Berlin. He also stayed in Laren in the summers of 1897 and 1898 and was concerned with the local girls' school. During this time he produced a large number of sketches and small oil studies for the important group of works entitled "Schulgang in Laren". In addition to the two final versions (Eberle 1898/3 and 1898/4) - one version is in private hands, the other in the Hermitage in St. Petersburg - the version offered here was painted in large format. It must have been of particular importance to the artist, since two photographs from the time exist showing him in his studio precisely in front of this painting. In all three large paintings, the lighting is astonishing, resulting in an impressive play of light and shadow under the trees. Particularly exciting is the contrast between the static, vertical tree trunks shaping the pictorial space and the dynamics of the children hurrying towards the school building. The parallelism with the ground, the schoolhouse and the foliage as well as the chosen framing of the picture have a very modern effect, as does the impressionistic application of colour. It is a wonderful genre painting that impressively demonstrates Liebermann's incomparable powers of observation and mastery of painting style.
An amicable settlement has been reached with the Liebermann estate. The painting is free of any claims and can be sold without restrictions
1898
Öl auf Leinwand
57x92 cm
Unten rechts vom Künstler signiert "M. Liebermann"
Matthias Eberle, Max Liebermann, Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien 1865-1899, München 1995,
Anna Liebermann, Berlin (?)
Slg. Dr. Th. Elkan (1914, 1915)
Slg. Martha Liebermann, verkauft an
Kunsthandlung Victor Rheins, Berlin (1939)
Galerie Abels, Köln (1954, 1955)
Privatbesitz, Köln (seit 1955)
Erich Hancke, Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke, mit 303 Abbildungen, Berlin 1914 (mit einem Werkkatalog der Gemälde und Pastelle bis 1913), pag. 538
Besprechung der Ausstellung "Deutsche Maler" bei Fritz Gurlitt in Berlin, in: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 36, April - September 1915, pag. 162, reprod.
Weltkunst, Jg. XXIV, 1954, Heft 23, pag. 11, reprod.
Berlin 1915, Galerie Fritz Gurlitt, Werke deutscher Meister aus Privatbesitz, II. Ausstellung, April 1915,
Düsseldorf 1971, Städtische Kunsthalle und Verband freier Berufe, NRW, Kunst des 20. Jahrhunderts - Freie Berufe Sammeln,
Auf einem alten Chassis, mit neuer Nagelung. An den Bildecken und Rändern vom Rahmen vereinzelte, minime Abreibungen. Absolut farbfrisch und in tadelloser Gesamterhaltung
Aus Interesse an der Kunst Rembrandts und Frans Hals' besuchte Max Liebermann, wie viele seiner Berliner Künstlerfreunde, ab 1871 in den Sommermonaten regelmässig die Niederlande. Er fand dort das vermeintliche Ideal einer bürgerlichen Gemeinschaft vor, die er in zahlreichen Gemälden immer wieder thematisierte. Er interessierte sich für die Dorfbevölkerung, die auf Bauernhöfen arbeitete, oder für die Arbeiter, die in Fabriken tätig waren. Ein besonderes Augenmerk richtete er dabei auch auf Kinder
1884 besuchte er ein erstes Mal das Künstlerdorf Laren und kehrte danach mehrmals dorthin zurück. Auf dem Dorfplatz schuf er Skizzen, die später in seinem Atelier in Berlin ausgearbeitet wurden. Auch in den Sommern der Jahre 1897 und 1898 weilte er in Laren und befasste sich mit der lokalen Mädchenschule. Dabei entstand eine Vielzahl an Skizzen und kleinen Ölstudien für die wichtige Werkgruppe "Schulgang in Laren". Neben den beiden Endfassungen (Eberle 1898/3 und 1898/4) - eine Fassung befindet sich in Privatbesitz, die andere in der Eremitage in St. Petersburg - entstand die hier angebotene Fassung in grossem Format. Sie muss für den Künstler von besonderer Bedeutung gewesen sein, existieren doch zwei Fotografien aus der Zeit, die ihn im Atelier genau vor diesem Gemälde zeigen. In allen drei grossen Gemälden verblüfft die Lichtführung, die zu einem eindrücklichen Licht- und Schattenspiel unter den Bäumen führt. Besonders spannend ist der Gegensatz der statischen, vertikal den Bildraum prägenden Baumstämme und der Dynamik der zum Schulhaus eilenden Kinder. Die Parallelität mit dem Boden, dem Schulhaus und dem Blattwerk sowie der gewählte Bildausschnitt wirken sehr modern, ebenso wie der impressionistische Farbauftrag. Es ist ein wunderbares Genrebild, das die unvergleichliche Beobachtungsgabe und Meisterschaft im Malduktus von Liebermann eindrücklich aufzeigt
Es wurde eine gütliche Einigung mit dem Nachlass Liebermann getroffen. Das Gemälde ist frei von jeglichen Ansprüchen und kann ohne Einschränkungen verkauft werden
Legende Zusatzbild: Max Liebermann in seinem Atelier in der Auguste-Viktoria-Strasse in Berlin vor dem hier angeboteten Gemälde „Schulgang in Laren“. Vermutlich Sommer oder Herbst 1898. Fotografie von Max von Rüdiger/Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz, Berlin
