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    Käthe Kollwitz : Tod, Frau und Kind, Um 1910
    Käthe Kollwitz : Tod, Frau und Kind, Um 1910
    Käthe Kollwitz : 916 Tod, Frau und Kind
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    Käthe Kollwitz : 916 Tod, Frau und Kind
    Käthe Kollwitz : 916 Tod, Frau und Kind
    Käthe Kollwitz : 916 Tod, Frau und Kind

    Käthe Kollwitz

    Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg

    916   

    Tod, Frau und Kind

    Schätzpreis CHF 300'000 *

    Ausrufzeit 10.09.2026,
    circa 18:40 Uhr (CET)
    (+/- 30 Min.)

    Versandkosten

    Um 1910

    Kohle, teilweise gewischt, auf beigem MBM-Bütten

    63,5x48 cm

    Unten links von der Künstlerin in Kohle signiert "Käthe Kollwitz"

    Werkverzeichnis

    Nicht bei Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, vgl. die Nr. 605.

    Die Zeichnung ist dem Käthe Kollwitz Museum Köln bekannt und wurde von Hannelore Fischer für die Überarbeitung und Aktualisierung des Werkverzeichnisses der Zeichnungen vorläufig als "NT (605a)" erfasst.

    Provenienz

    Privatsammlung Schweiz

    Auktion Lempertz, Köln, 4. Juni 1998, Los 865, dort erworben von

    Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin

    Literatur

    Berliner Museen/Museumsjournal, Berichte aus den Museen Schlössern und Sammlungen in Berlin und Potsdam, 7. Folge, Nr. I, 13. Jahrgang, Januar 1999, S. 28 f.

    Käthe Kollwitz, Zeichnung, Grafik, Plastik, Bestandskatalog des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin, hrsg. von Martin Fritsch, bearbeitet von Annette Seeler, mit Beiträgen von Annette Seeler und Werner Timm, Leipzig 1999, Kat. Nr. 66

    Hommage an Käthe Kollwitz, hrsg. von Martin Fritsch, mit Beiträgen von Annette Seeler und Gudrun Fritsch, Leipzig 2005, S. 78/79

    Ausstellungen

    Ibaraki/Niigata/Himeji/Kumamoto/Machida 2005/2006, Tsukuba Museum of Art/Prefectural Museum of Modern Art/City Museum of Art/Prefectural Museum of Art/City Museum of Graphic Arts, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 63

    Vic-sur-Seille 2012, Musée départemental Georges de La Tour, Käthe Kollwitz, La vérité des sens, Kat. Nr. 33

    Bis 2014 als Dauerleihgabe im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin

    Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, Kat. Nr. 97

    New York 2024, The Museum of Modern Art, Käthe Kollwitz, S. 152

    Zustand

    Vereinzelte Reissnagellöcher. Mit minimem Lichtrand und vereinzelten Fleckchen im Papier. Rechts ein alt restaurierter Einriss. Rückseitig Spuren alter Montierungen. In sehr guter Erhaltung

    Erläuterungen

    Die um 1910 entstandene Zeichnung von Käthe Kollwitz gehört zu jener Werkgruppe, die unmittelbar im Zusammenhang mit der schweren Diphtherie-Erkrankung ihres Sohnes Hans steht. Auch in der vorliegenden Zeichnung erscheint die Mutterfigur mit selbstbildnishaften Merkmalen. Auffällig bleibt jedoch, dass das dargestellte Kind trotz des autobiografischen Bezugs deutlich jünger wirkt als Hans, der bereits 1892 geboren wurde. Kollwitz verfolgt damit offensichtlich keine realistische Wiedergabe einer konkreten Situation, sondern verdichtet das Motiv zu einem zeitlosen Sinnbild mütterlichen Schutzes und emotionaler Bindung.

    Die Komposition besitzt eine grosse innere Geschlossenheit. Mutter und Kind liegen eng aneinander geschmiegt, ihre Gesichter berühren sich beinahe schmerzhaft innig. Die eigentliche Bildwirkung entsteht durch die eindringliche Nähe zwischen Mutter und Kind, die das gesamte Blatt dominiert.

    Dass persönliche Erfahrungen das Werk von Kollwitz massgeblich antrieben, beschreibt auch Jutta Bohnke-Kollwitz, die Enkelin der Künstlerin, in "Käthe Kollwitz. Briefe an den Sohn 1904 bis 1945": "Wie stark das Kreatürliche sie bestimmte, das Leidenschaftliche, das Symbiotische, das Festhaltenwollen und nicht Loslassenkönnen, die Verteidigung gegen alle Kräfte, die versuchten, die Kinder von ihr fortzureissen, auch das geht aus dem Tagebuch hervor - und aus der künstlerischen Arbeit."

    Die Zeichnung zählt zu den bewegendsten Darstellungen ihres grafischen Œuvres. In ihr verbindet Kollwitz persönliche Erfahrung mit einer universellen Aussage über Liebe, Angst, Schutz und die Verletzlichkeit menschlichen Lebens. Sie war eine Vorarbeit zur Radierung "Tod, Frau und Kind", die wohl gleichzeitig im Frühjahr 1910 entstanden ist (vgl. Knesebeck 108, Los 917). Eine eindrückliche, grossformatige Arbeit.


     
     
     
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