1902 Zürich 1988
1952/74
Acryl auf Leinwand
60,5x60,5 cm
Rückseitig auf der Leinwand vom Künstler signiert "Lohse". Auf dem Keilrahmen signiert, bezeichnet, betitelt und datiert "Richard Paul Lohse Zürich / 4 Farbrythmen[sic!] an 4 Feldern, Blaugrün, Purpur / hell und dunkel 1952/74"
Auktion Sotheby's, Zürich, 3. Dezember 2013, Los 92, dort erworben von
Privatsammlung Schweiz
Auf originalem Chassis, in der alten Nagelung. In tadelloser Erhaltung
Richard Paul Lohses Kunst ist gekennzeichnet durch eine konsequent geometrisch-systematische Bildordnung sowie eine intensive Auseinandersetzung mit Farbe als gestalterischem Element. Er machte sich nicht nur mit seiner Kunst, sondern auch als bedeutender Theoretiker einen Namen. Seine scharfsinnigen Reflexionen über Kunst und Gesellschaft zeugen von einem kritisch denkenden Geist. Dabei setzte er sich gleichzeitig mit grosser Überzeugung für soziale Gerechtigkeit ein.
Richard Paul Lohse zählt heute zu den wichtigsten Vertretern der konstruktiv-konkreten Kunst; 2026 wurde ihm eine Ausstellung im Haus Konstruktiv gewidmet. Mit seinem vielschichtigen und umfangreichen Œuvre prägte er sowohl die Entwicklung der modernen Schweizer Grafik als auch die internationale Avantgarde der Nachkriegszeit. Besonders bemerkenswert ist, dass Lohse seine rationalen und seriellen Bildsysteme bereits entwickelte, bevor dies in den 1960er-Jahren vergleichbare europäische Künstlerbewegungen taten, wie etwa ZERO in Düsseldorf oder die Nouveaux Réalistes in Paris.
Das vorliegende Gemälde ist ein charakteristisches Beispiel für Lohses Schaffen. Der klar strukturierte Bildaufbau aus Quadraten und Rechtecken sowie die konsequent angeordneten Farbflächen verleihen dem Werk eine präzise Ordnung und zugleich eine eindrucksvolle visuelle Wirkung.
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