Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1939 - Werknummer 1939.457 (D17)
Tintenstift und Aquarell auf Papier auf dünnem Karton, Abschlussstriche in Tusche
23,9x29,7 cm, inkl. Abschlussstriche; 35x47,2 cm, Unterlage
Unten rechts vom Künstler in Tusche signiert "Klee", unter dem Abschlussstrich mit der Werknummer und dem Titel "1939 D17 ein Träumender sieht zurück". Unten links in Bleistift mit einem weiteren Titelvorschlag "liegen geblieben"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Band 8, Werke 1939, Bern 2004,
Nachlass des Künstlers
Slg. Lily Klee, Bern (1940-1946), dort erworben von
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1952)
Slg. Felix Klee, Bern (1953-1990), durch Erbschaft an
Privatsammlung Schweiz
Giorgio Cortenova, L'arte della genesi, in: Paul Klee, Verona 1992,
Bernhard Marx, Balancieren im Zwischen, Zwischenreiche bei Paul Klee, Würzburg 2007,
Christine Hopfengart, Der Maler von heute, Paul Klee im Dialog mit Pablo Picasso, in: Klee trifft Picasso, Ostfildern-Ruit 2010,
Ingrid Riedel, ein Träumender sieht zurück, 1939, 457 (D17), in: Paul Klee, Zwischen Himmel und Erde, Bilderwelten von Paul Klee, Lindau 2017,
Barbara Smitmans-Vajda, Die Zeit, Aktuelle Gedichte zu Bildern aus Paul Klees Spätwerk (1933-1940), Würzburg 2019,
Bern 1940, Kunsthalle, Gedächtnisausstellung Paul Klee,
Edinburgh/Bristol/London 1974, Scottish National Gallery of Modern Art/City Art Gallery/Hayward Gallery, Paul Klee, The Last Years, An Exhibition from the Collection of His Son,
Stuttgart 1975, Württembergischer Kunstverein, Paul Klee, Die Ordnung der Dinge,
Neuenburg 1978, Musée d'Art et d'Histoire, Paul Klee,
Ottawa/Toronto 1979, The National Gallery of Canada/Art Gallery of Ontario, A Tribute to, Hommage à Paul Klee 1879-1940,
Nîmes 1984, Musée des Beaux-Arts, Paul Klee, Œuvres de 1933 à 1940,
Himeji/Sendai/Kamakura/Shiga/Niigata 1985/1986, City Museum of Art/Miyagi Museum of Art/The Museum of Modern Art/The Museum of Modern Art/City Art Museum, Paul Klee in Exile 1933-1940,
Stuttgart/Emden 1990/1991, Württembergischer Kunstverein/Kunsthalle, Paul Klee, Spätwerk. Arbeiten auf Papier 1937-1939,
Malmö 1991, Konsthall, Paul Klee,
Verona 1992, Galleria d'Arte Moderna e Contemporanea di Palazzo Forti, Paul Klee,
Ravensburg 1995, Städtische Galerie Altes Theater, Paul Klee, Aquarelle aus der Berner Zeit 1933–1940,
Bern/Köln 2005/2006, Zentrum Paul Klee/Museum Ludwig, Paul Klee, Kein Tag ohne Linie,
Lindau 2017, Stadtmuseum, Paul Klee, Zwischen Himmel und Erde, Bilderwelten von Paul Klee,
Der Kartonrand unregelmässig, im unteren Kartonrand eine hinterlegte Stelle. Vereinzelte Falten im äussersten Rand, rückseitig mit Spuren alter Montierungen. Farbfrisch und in hervorragender Erhaltung
Als Paul Klee 1939 "Ein Träumender sieht zurück" schuf, befand er sich im letzten und zugleich ausserordentlich produktiven Abschnitt seines Schaffens. Trotz der fortschreitenden Sklerodermie entstand in diesen Jahren ein Werk von beeindruckender Dichte und geistiger Konzentration. Allein 1939 verzeichnet das Œuvre 1253 Arbeiten, ein eindrückliches Zeugnis von Klees ungebrochener schöpferischer Energie angesichts zunehmender körperlicher Einschränkungen.
Das vorliegende Blatt gehört zu jener Gruppe von Werken, in denen sich Klee mit den grossen Themen Erinnerung, Zeit und Vergänglichkeit auseinandersetzt. Bereits der Titel eröffnet einen vielschichtigen Deutungsraum. Traum und Erinnerung verschränken sich zu einem inneren Bild, das weniger eine konkrete Szene beschreibt als einen Zustand des Bewusstseins. Wie so häufig bei Klee fungiert der Titel nicht als Erklärung, sondern als poetischer Schlüssel, der den Betrachter zur eigenen Assoziation einlädt.
Die formale Reduktion ist charakteristisch für das Spätwerk. Mit wenigen, sicher geführten Linien und einer sorgfältig ausbalancierten Farbigkeit entwickelt Klee eine aussergewöhnliche Ausdruckskraft. Die Komposition verzichtet auf jede erzählerische Ausschmückung und konzentriert sich ganz auf das Wechselspiel zwischen Figur, Fläche und Rhythmus.
| Schweiz | CHF | 150 |
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