Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1934 - Werknummer 1934 L 5
Kohle und Pastell auf Damast und Baumwolle, auf leichtem Karton
11,5x47,2 cm, Darstellung; 46,3x67,5 cm, Unterlage
In der Mitte links vom Künstler in Tusche signiert "Klee", unterhalb der Darstellung in Feder links mit der Werknummer "1934 L 5" und rechts betitelt "mit dem Rad"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Band 7, Werke 1934-1938, Bern 2003,
Nachlass des Künstlers
Slg. Lily Klee, Bern (1940-1946), dort erworben von
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1952), dort erworben von
Slg. Felix Klee, Bern (1953-1990)
Nachlass Felix Klee (1990-1992), von dort an
Privatsammlung Schweiz
Jürg Spiller, Paul Klee, Das bildnerische Denken, Form- und Gestaltungslehre, Band 1, Basel/Stuttgart 1971,
Wolfgang Kersten/Osamu Okuda, Paul Klee, Im Zeichen der Teilung, Die Geschichte zerschnittener Kunst Paul Klees 1883-1940, Stuttgart 1995,
Basel 1935, Kunsthalle, Paul Klee,
Berlin 1960, Akademie der Künste, Paul Klee, Werke aus der Nachlass-Sammlung Felix Klee,
Wiesbaden/Baden-Baden 1962, Städtisches Museum/Staatliche Kunsthalle, Klee, Farbige Blätter aus dem Spätwerk,
Schweinfurt 1965, Volkshochschule der Stadt Schweinfurt in der Halle des Rathauses, Paul Klee, Aquarelle und Zeichnungen aus der Sammlung Felix Klee,
Bern 1966, Galerie d'art Münster, Klee, Huiles, Aquarelles, Dessins,
Strassburg 1972, L'ancienne douane, Occident, Orient, L'art moderne et l'art islamique,
Singen 1974, Kunsthäusle am Rathaus, Paul Klee, Aquarelle, Zeichnungen, ohne Kat.
Nîmes 1984, Musée des Beaux-Arts, Paul Klee, Œuvres de 1933 à 1940,
Mendrisio 1990, Museo d'arte, Paul Klee, Ultimo decennio, Letztes Jahrzehnt 1930-1940, ohne Kat.
Mannheim 1990, Städtische Kunsthalle, Paul Klee, Konstruktion, Intuition,
Saarbrücken 2006, Saarlandmuseum, Paul Klee, Tempel, Städte, Paläste,
Bern 2016, Zentrum Paul Klee, Paul Klee, Bewegte Bilder [Teil 2], ohne Kat.
New York 2025, David Zwirner Gallery, Affinities, Anni Albers, Josef Albers, Paul Klee, ohne Kat.
Das Papier minim gebräunt, mit leichtem Lichtrand. Rückseitig mit Spuren alter Montierungen. In sehr schöner Erhaltung
Nach seiner Bauhauszeit übernahm Paul Klee eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 änderten sich die kulturpolitischen Verhältnisse jedoch grundlegend. Die moderne Kunst geriet zunehmend unter ideologischen Druck, und Klee wurde als "politisch unzuverlässig" eingestuft. Am 21. April verlor er deshalb seine Professur durch fristlose Entlassung.
Für den Künstler begann damit eine Phase grosser Unsicherheit, die sich unmittelbar in seinem Schaffen widerspiegelte. Mit eindringlichen Werken reagierte er auf die veränderten Lebensumstände und verlieh seiner inneren Erschütterung bildhaften Ausdruck. Nachdem jede berufliche Perspektive in Deutschland verloren war, wurde die Düsseldorfer Wohnung am 23. Dezember 1933 aufgegeben; noch am selben Tag übersiedelten Paul und Lily Klee nach Bern. Im folgenden Jahr bezogen sie ihre Atelierwohnung am Kistlerweg im Elfenauquartier.
Die Erfahrungen von Emigration und politischer Bedrohung prägten Klees Werk nachhaltig. Stilistisch gehört das vorliegende Blatt zu einer Gruppe von Werken des Jahres 1934, in denen Klee mit grosszügigen schwarzen Linien, reduzierten Formen und einer zunehmenden Monumentalisierung arbeitete. Diese Entwicklung markiert den Übergang von den fein differenzierten Bauhaus-Arbeiten zu den kraftvollen Spätwerken der Jahre zwischen 1937 und 1940. Das Rad am rechten Bildrand bildet den Endpunkt der horizontal angelegten Komposition. Diese erscheint als Geflecht feinliniger, beinahe kalligrafisch anmutender Strukturen, akzentuiert mit fein aufgetragener Farbe. Charakteristisch für Klees Bildsprache verschmelzen dabei figürliche und zeichenhafte Elemente zu einer vieldeutigen Einheit, sodass sich die Grenze zwischen Figur und Symbol bewusst auflöst.
| Schweiz | CHF | 170 |
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