1957
Gouache und Aquarell auf festem Torchon Arches Aquarellpapier mit Blindstempel
56,5x76,5 cm
Rückseitig vom Künstler in Kugelschreiber signiert "Sam Francis" und darunter in Bleistift bezeichnet und datiert "Tokyo 1957"
Das vorliegende Werk ist in der Sam Francis Foundation, Glendale, unter den Archivnummern SF57-011; SF57-013; SF57-074; SF58-048; SF58-060 registriert und im Online Catalogue Raisonné der Arbeiten auf Papier eingetragen
Atelier des Künstlers, am 24. Juli 1960 angekauft von
Galerie Klipstein & Kornfeld, Bern, am 5. Februar 1973 angekauft von
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Bern 1959, Klipstein & Kornfeld, Sam Francis, Bilder und Aquarelle 1953-1958,
Düsseldorf 1959, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Sam Francis,
Houston/Berkeley 1967-68, Museum of Fine Arts/University Art Museum, Sam Francis, A Retrospective Exhibition,
Basel/Karlsruhe/Amsterdam 1968, Kunsthalle/Badischer Kunstverein/Stedelijk Museum, Sam Francis,
Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Bern 1991, Galerie Kornfeld, Sam Francis, Eine Retrospektive, 40 Years of Friendship, Werke 1945-1990,
Paris 1995/1996, Galerie nationale du Jeu de Paume, Sam Francis, Les années parisiennes,
Mendrisio 1997, Museo d'arte, Sam Francis,
Mouans-Sartoux 2001, Espace de l'Art concret, Une rencontre, Sam Francis, Gottfried Honegger
Bern 2006, Kunstmuseum, Sam Francis und Bern,
In den Ecken mit Reissnagellöchern. Farbfrisch und in ausgezeichneter Erhaltung
Das vorliegende Werk zeigt eine charakteristische Komposition aus der mittleren Schaffensperiode von Sam Francis, die seinen Übergang zu einer konzentrierteren Bildsprache dokumentiert. Im Gegensatz zur flächendeckenden Farbigkeit seiner früheren Arbeiten fokussiert sich diese Studie auf eine zentrale, vertikal ausgerichtete Farbzone im oberen Bildbereich. Intensive Violett-, Gelb-, Orange- und Schwarztöne verdichten sich zu einer kompakten Form, von der zahlreiche Farbläufer und Tropfspuren nach unten fliessen.
Die Kombination von Gouache und Aquarell ermöglicht Francis eine nuancierte Schichtung von deckenden und transparenten Farbpartien. Die spontane Gestik und die bewusst zugelassenen Farbläufe erzeugen eine Dynamik zwischen Kontrolle und Zufall. Der grosszügig belassene weisse Papiergrund fungiert als aktives Bildelement und verstärkt die Leuchtkraft der konzentrierten Farbzone. Feine Spritzer und lineare Spuren über die gesamte Fläche schaffen einen rhythmischen Dialog zwischen Leere und Fülle.
Diese Arbeit entstand in Tokyo, wo sich Francis von Mitte September bis Anfang Dezember 1957 aufhielt. Er erhielt dort einen Auftrag für ein bedeutendes Wandgemälde im Auditorium des Sogetsu Kaikan und wohnte zeitweise in einem Tempel, was für den Künstler eine nachhaltige Erfahrung war. Zeitlebens blieb er tief beeindruckt von japanischer Kunst und Lebensweise.
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