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    Edvard Munch  : Tingeltangel - Tingletangle , 1895
    Edvard Munch  : Tingeltangel - Tingletangle , 1895
    Edvard Munch : 784 Tingeltangel - Tingletangle
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    Edvard Munch : 784 Tingeltangel - Tingletangle
    Edvard Munch : 784 Tingeltangel - Tingletangle

    Edvard Munch

    Løten 1863 - 1944 Oslo

    784   

    Tingeltangel - Tingletangle

    Schätzpreis CHF 200'000 *

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    1895

    Kreidelithographie auf festem, gräulichem Velin

    44x62,6 cm, Darstellung; 56,5x71,6 cm, Blattgrösse

    Mit dem Schabeisen im Stein signiert

    Werkverzeichnis

    Gerd Woll, Edvard Munch, The Complete Graphic Works, Oslo 2012, Nr. 44

    Provenienz

    Slg. William Cohn (1880-1961), Berlin, dort 1936 erworben von

    Slg. Arnold Budczies, Berlin, rückseitig mit dem Sammlerstempel

    Ausstellungen

    Frankfurt am Main 1952, Städelsches Kunstinstitut, Edvard Munch, Graphik, Kat. Nr. 21

    Florenz 1964, Palazzo Strozzi, L'Espressionismo, pittura, scultura, architettura, Kat. Nr. 20

    Bremen 1970, Kunsthalle, Edvard Munch, Druckgraphik, Auswahl aus einer bremischen Privatsammlung, Kat. Nr. 27

    Zustand

    Untere linke Ecke ergänzt. An den Blatträndern mehrere hinterlegte Einrisse. Im Papier leichte Verfärbungen, vor allem an den Blatträndern. In guter Erhaltung

    Erläuterungen

    Die Lithographie "Tingeltangel“ entstand 1895 in Berlin, während Edvard Munchs prägender Jahre in der deutschen Hauptstadt, die für seine Entwicklung als Druckgraphiker von zentraler Bedeutung waren. In dieser Zeit war Munch tief in die avantgardistische Kunst- und Theaterszene Berlins eingebunden, insbesondere über Kontakte zur Freien Bühne, zu Symbolisten, Literaten und Bohémiens. Der Titel "Tingeltangel", ein umgangssprachlicher Ausdruck für ein einfaches, oft als anrüchig empfundenes Unterhaltungs- oder Varietétheater, verweist dabei nicht nur auf den Ort der Szene, sondern auch auf ihre soziale und psychologische Konnotation.

    Im Zentrum ist eine Frau mit erhobenem Bein zu sehen, die einen "Cancan" tanzt. Im Hintergrund sitzen andere Tänzerinnen und schauen verschmitzt in den Raum. Die Bewegung der tanzenden Dame wird durch sich nach oben entwickelnde Konturen des rechten Beins angedeutet. Die Männer in den vorderen Reihen, die von hinten oder im Profil gezeigt werden, wirken distanziert und verfolgen gleichzeitig aufmerksam das Treiben auf der Bühne. Munch nutzt hier die formalen Möglichkeiten der Lithographie ganz gezielt. Die weiche Kreidetechnik erlaubt ihm, zwischen linearen Konturen und flächigen Hell-Dunkel-Verläufen zu changieren. Die Szene wirkt wie eine lebendige Momentaufnahme oder eine Karikatur.

    "Tingeltangel" kann als Kommentar zu Munchs wiederkehrendem Thema der Frau als Bühne männlicher Begehren, Ängste und Machtprojektionen gelesen werden. Der Theaterraum wird dabei zum symbolischen Raum innerer Spannungen.

    Wohl 1896 von Lassally in Berlin gedruckt.


     
     
     
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    Edvard Munch  : Tingeltangel - Tingletangle , 1895
    Edvard Munch  : Tingeltangel - Tingletangle , 1895


    Bei den mit (*) bezeichneten Losen sind Zuschlagspreis sowie Aufgeld mehrwertsteuerpflichtig.

    KORNFELD
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