Aschaffenburg 1880 - 1938 Davos
1935
Öl auf Leinwand
85x122 cm
Oben rechts vom Künstler in die Ölfarbe eingeritzt "EL KIRCHNER / K", rückseitig signiert und bezeichnet "E.L. Kirchner / Davos / Bern / Münsterplatz"
Donald E. Gordon, Ernst Ludwig Kirchner, Mit einem kritischen Katalog sämtlicher Gemälde, München 1968,
Nachlass des Künstlers, bei Erna Kirchner, Davos, vor 1945 erworben von
Slg. Eberhard Grisebach-Spengler, Jena/Zürich (1880-1945), durch Erbschaften an
Privatsammlung Deutschland (seit 2006)
Gerd Presler, Ernst Ludwig Kirchner, Die Skizzenbücher, Karlsruhe/Davos 1996
Hans Delfs (Hrsg.), Ernst Ludwig Kirchner, Der gesamte Briefwechsel, Zürich 2010
Düsseldorf 1960, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Ernst Ludwig Kirchner, Gedächtnisausstellung zum 80. Geburtstag,
Berlin/Zürich 1979/1980, Neue Nationalgalerie/Kunsthaus, Ernst Ludwig Kirchner,
Auf dem originalen Chassis, in der alten Nagelung. Mit leichten Druckstellen vom Keilrahmen. In sehr guter und farbfrischer Erhaltung.
Anlässlich seiner Ausstellung in der Kunsthalle Bern 1933 hielt sich Kirchner mehrfach in Bern auf. Schon während dieser Aufenthalte entstanden zahlreiche farbige Arbeiten in der Altstadt, vor allem auf dem Münsterplatz und am Zeitglockenturm.
In einem Brief vom 4. August 1935 an Erwin Friedrich Baumann (1890-1980, Schweizer Bildhauer und Architekt) erwähnt Kirchner das vorliegende Werk "Münsterplatz in Bern" und stellt es anhand einer kleinen Skizze dar. Er schreibt: "Es ist heute so dunkel, dass ich nicht malen kann, schade, ich hätte so gern meinen Münsterplatz in Bern vollendet. Eine architektonisch schöne Sache ist dieser Platz mit dem Reiterdenkmal. Ich machte über 30 Zeichnungen dazu, ehe ich so weit war, ihn malen zu können. [...]." (aus Delfs 2993). Gewisse im Brief erwähnte Skizzen finden sich in einem der Skizzenbücher aus dem Jahr 1935 (Presler Skb 174,
Im August 1935 verkaufte Kirchner eine weitere, etwa gleich grosse Ansicht von Bern mit dem Titel "Bern mit Münster" (Gordon 979) an den Basler Sammler Dr. Carlo Bosshart in Riehen. Das hier zum Verkauf angebotene Werk blieb im Besitz des Künstlers bis zu seinem Tod im Jahr 1938 und wurde erst 1945 durch seine Lebenspartnerin Erna Schilling verkauft.
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