Um 1815-1820
Pinselzeichnung in Sepia und dunklem Braun in zwei Tönen auf dünnem Velin mit Wasserzeichen "M" in Kartusche
20,8x14,2 cm, Blattgrösse
Oben rechts mit der eigenhändigen Nummer "61", die Nummer "32" wohl von der Hand Javier Goyas, des Sohnes des Künstlers
Pierre Gassier, The Drawings of Goya, The Complete Albums, London 1973,
Pierre Gassier/Juliet Wilson, Vie et œuvre de Francisco Goya, L'œuvre complet illustré, Fribourg 1970,
Slg. Javier Goya y Bayeu (1784–-1854), ab 1828
Slg. Mariano Goya y Goicoechea (1806–-1874), ab 1854
Federico de Madrazo y Kuntz (1815–-1894) und/oder Román Garreta y Huerta (um 1855–-1860)
Slg. Paul Lebas, Paris, vor 1877
Auktion Hôtel Drouot, Paris, Vente anonyme P. L., 3. April 1877, Los 48, an
Féral, Paris
Slg. Alfred Stroelin (1871–-1954), Paris und Lausanne
Auktion Galerie Kornfeld und& Klipstein, Bern, 7.–8. Juni 1978, Los 371
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, Lugt 913b
Pierre Gassier, Une source inédite de dessins de Goya en France au XIXe siècle, Gazette des beaux-arts, 80, 1972, pag. 113
Juliet Wilson-Bareau, Goya in Bern, in: Christine E. Stauffer (Hg.), Festschrift für Eberhard W. Kornfeld zum 80. Geburtstag, Bern 2003, reprod. pag. 95
Martigny 1982, Fondation Pierre Gianadda, Goya dans les collections suisses,
Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
London 2001, Hayward Gallery, Goya: Drawings from His Private Albums,
Madrid 2003, Fundación Juan March, Espíritu de modernidad: de Goya a Giacometti, Obra sobre papel de la colección Kornfeld,
Zürich 2011, Graphische Sammlung der ETH, Francisco Goya, Augenzeuge und Visionär
Die dunklen Tintenakzente sowie der kleine mittige Tintenfleck am unteren Rand rückseitig etwas durchschlagend. Davon abgesehen ist das Blatt (wie auch das vorhergegangene, aus dem gleichen Album stammende) in einem insgesamt ganz hervorragenden Erhaltungszustand und wirkt frisch und gänzlich unbehandelt
Erst 1796, im Alter von 50 Jahren, begann Goya, in kleine gebundene Bücher zu zeichnen. Bis zu seinem Tod 1828 in Bordeaux füllte er acht solche Alben mit ca. 550 Zeichnungen. Dabei handelt es sich nicht um Skizzenbücher im herkömmlichen Sinne. Zwar griff er in Graphiken vereinzelt auf seine Zeichnungen zurück, die meisten der Blätter sind jedoch gänzlich eigenständig – gleichsam private Bilder, die Goya selbst, seiner Familie und allenfalls einem kleinen Freundeskreis vorbehalten waren. Nach seinem Tod wurden die Alben aufgelöst und die Zeichnungen in alle Winde zerstreut.
Die beiden Zeichnungen aus der Sammlung Kornfeld stammen aus dem Album F, einem gebundenen spanischen Notizbuch, das 106 nummerierte Seiten umfasste. Goya begann es während oder unmittelbar nach dem Unabhängigkeitskampf der Spanier gegen die französische Okkupation 1808–1814. Das Album enthält einige "der strahlendsten und fesselndsten Bilder, die Goya jemals zeichnete" (Juliet Wilson-Bareau, pag. 17), wozu die beiden angebotenen Blätter zweifellos gezählt werden dürfen.
Die Zeichnung
| Schweiz | CHF | 130 |
| Europa | CHF | 200 |
| USA | CHF | 250 |
| Übersee | CHF | 255 |
