1941 Bern 2020
1967
Tusche und Farbstift auf Papier auf Holzfaserplatte, in Kunstharzfarbe bemalt, Plexiglas, Schrauben, Unterlegscheiben, PVC-Schlauch, Ballonstoff, in Silberspray bemalt
104,5x80 cm
Rückseitig vom Künstler in schwarzer Farbe signiert und datiert "RAETZ '67"
Im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, unter der Archivnummer 160203 0022 inventarisiert und für die Aufnahme in den in Vorbereitung befindlichen Werkkatalog der Plastiken, Objekte und Installationen vorgesehen
Wir danken Dr. Franz Müller für die Hinweise zum Werk
Galerie Toni Gerber, Bern
Privatsammlung Bern
Galerie Renée Ziegler, Zürich
Privatsammlung
Das Papier an manchen Stellen minim fleckig, rund um den Schlaucheingang unten Spuren von Klebstoff, an der äussersten Kante rechts eine kleine Farbabsplitterung, der Ballonstoff vereinzelt mit minimen Kratzern, insgesamt in sehr guter Erhaltung
Die vorliegende Arbeit ist durch den Gebrauch verschiedener Materialien vielschichtig: Ein gezeichneter Schlauch nimmt seinen Anfang am westlichsten Punkt der ausgeschnittenen "leeren" Form, er führt schleifenartig über eine Ebene, überquert gerastertes Terrain und setzt seinen Weg als reales Objekt in einem Bogen nach unten fort, wo er in eine aus Ballonstoff geformte, reliefartige Form mündet, die den Eindruck erweckt, mit Luft gefüllt, eine "Blase" zu sein. Markus Raetz lotet in diesem Werk die Grenzen zwischen den Polaritäten "flächig/illusionär" und "räumlich/real" in einer für ihn typischen Weise aus. Häufig sind die Arbeiten dieser frühen Periode aus Holz, bearbeitet und ergänzt mit unterschiedlichen, einfachen Materialien, die formal keine eindeutige Zuordnung zulassen
Theo Kneubühler schreibt in "Kunst. 28 Schweizer", Edition Raeber, 1972: "Der Gegensatz räumlich/flächig wird bei verschiedenen Werkreihen dieser Periode in unterschiedlichen Modi zum tragenden Prinzip." Zu erwähnen ist eine Zeichnung von 1965, abgebildet in der genannten Publikation, die mit unserem Objekt thematisch vergleichbar ist. Raetz’ Schaffen ist zudem nie losgelöst vom Zeitgeist und aktuellen Kunstströmungen: Das in Tusche ausgeführte Raster kommt auch in einer Folge von Siebdrucken aus dem selben Jahr vor (vgl. Mason 50, 52, 53 und 54) und erinnert an Op-Art, die Farbigkeit des Reliefs an Pop-Art
Bedeutendes Relief aus der frühen Schaffenszeit
