1847 Berlin 1935
1897
Öl auf leinenstrukturiertem Halbkarton, auf festen Malkarton alt aufgezogen
50x34 cm
Unten links vom Künstler mit Tuschfeder signiert "M Liebermann"
Expertise von Matthias Eberle, Berlin, datiert vom 16.10.2018, liegt vor. Das Gemälde wird unter der Nummer "1897/12 a" in den Nachtrag des Werkverzeichnisses aufgenommen
Galerie Hermes, München, rückseitig mit Etikett und der Nummer "1476"
Kunstsalon Hermann Abels, Köln, rückseitig mit Etikett und der Nummer "1098"
Wilhelm Cahn, Köln (1930er)
Slg. Martin Aschkenasy, New York; durch Erbschaft an
Slg. Rolf und Hannah Noether, Larchmont, New York (1952-2006); durch Erbschaft an
Privatsammlung Schweiz
Farbfrisch, die Ecken des Kartons teils minimst gestaucht
Aus Interesse an der Kunst Rembrandts und Frans Hals besuchte Liebermann, wie viele seiner Berliner Künstlerfreunde, ab 1871 in den Sommermonaten regelmässig die Niederlande. Er fand dort das vermeintliche Ideal einer bürgerlichen Gemeinschaft vor, die er in zahlreichen Gemälden immer wieder thematisierte. Er interessierte sich für die Dorfbevölkerung, die auf Bauernhöfen oder für die Arbeiter, die in Fabriken tätig waren. Ein besonderes Augenmerk richtete er dabei auch auf Kinder
1884 besuchte er ein erstes Mal das Künstlerdorf Laren und kehrte danach mehrmals dorthin zurück. Auf dem Dorfplatz schuf er Skizzen, die später in seinem Atelier in Berlin ausgearbeitet wurden. So entstand im Sommer 1897 auch das vorliegende, kleine Gemälde, eine Studie für die beiden Fassungen von "Schulgang in Laren" (Eberle 1898/3 und 1898/4). Besonders an dieser Arbeit ist die Darstellung der beiden Mädchen/jungen Frauen. Sie scheinen kurz vor dem Betrachtenden innezuhalten, um dann weiter ihres Weges zu gehen. Die Nähe und Unmittelbarkeit zeigt die grosse Kunst Liebermanns auf, Wesentliches in wenigen Pinselstrichen gekonnt festzuhalten
