Solothurn 1868 - 1961 Oschwand
1909
Öl auf Leinwand
60,5x55 cm
Unten rechts vom Künstler in Pinsel in grüner Ölfarbe monogrammiert "CA"
Franz Müller und Viola Radlach, Cuno Amiet, Die Gemälde 1883-1919, Teilband 2, Zürich 2014, Nr. 1909.27
Prof. Heinrich Lehmann, Jena/Köln, wohl 1912 erworben, durch Erbschaft an
Privatsammlung Süddeutschland
Auktion Ketterer, München, 10.6.2017,
Internationale Privatsammlung
Botho Graef, Kunst-Ausstellung, in: Jenaische Zeitung, 14.7.1912
Fribourg 1909, Justizpalast, Exposition des Beaux-Arts à Fribourg, Société des peintres, sculpteurs et architectes suisses,
Bern 1909-1910, Kunstmuseum, Weihnachtsausstellung bernischer Künstler
Interlaken 1910, Kursaal, II. Internationale Kunst-Ausstellung,
München 1912, Moderne Galerie Heinrich Thannhauser, Cuno Amiet
Jena 1912, Kunstverein, Cuno Amiet und August Macke,
Auf dem originalen Chassis, in der originalen Nagelung, mit neuen Keilen. Minimste Craquelüren. Farbfrisch und in tadelloser Gesamterhaltung
Cuno Amiet lebte nach seiner Hochzeit mit Anna Luder ab 1898 im Weiler Oschwand. Fernab der avantgardistischen Zentren hatte er dort einen Rückzugsort gefunden, dessen Umgebung er immer wieder in seinen Bildern festhielt. Obwohl er abgeschieden lebte, hat er nie den Anschluss an die zeitgenössischen Strömungen der europäischen Malerei verloren. So war Amiet etwa seit 1906 bis zu deren Auflösung 1913 Mitglied der 1905 gegründeten Künstlervereinigung "Die Brücke" in Dresden. Die expressive Strahlkraft der Farben ist auch im vorliegenden Gemälde gut zu spüren
1908 liess sich der Künstler ein Wohn- und Arbeitshaus im "Reformstil" vom bekannten Architekten Otto Ernst Ingold errichten. "Landschaft II mit roter Wolke" zeigt eine Ansicht des ein Jahr vorher entstandenen Gebäudes von Westen her durch den Garten; es ist eine der ersten Ansichten des Künstlerhauses überhaupt. Schemenhaft ist wohl die Künstlergattin Anna im Vorgarten zu sehen
Das Gemälde wurde 1912 im Kunstverein Jena ausgestellt und dort, gemäss Amiets Verkaufsbuch, an den Juristen Heinrich Lehmann (1876-1963) verkauft, der als Professor an der Universität Jena lehrte. Das Gemälde blieb bis 2017 im selben Familienbesitz. In der selben Ausstellung in Jena war übrigens auch die "Obsternte" vertreten (vgl.
