• Kunstschaffende / Los-Nr.
  • Textsuche
  • Suche nach Gebieten
  • Suche nach Epochen

  • Käthe Kollwitz - Meisterwerke aus der Sammlung Fritsch

    Käthe Kollwitz : Selbstbildnis, 1936
    Käthe Kollwitz : Selbstbildnis, 1936
    Käthe Kollwitz : 929 Selbstbildnis
    Käthe Kollwitz : 929 Selbstbildnis
    Käthe Kollwitz : 929 Selbstbildnis
    Käthe Kollwitz : 929 Selbstbildnis
    Käthe Kollwitz : 929 Selbstbildnis
    Käthe Kollwitz : 929 Selbstbildnis

    Käthe Kollwitz

    Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg

    929   

    Selbstbildnis

    Schätzpreis CHF 380'000 *

    Ausrufzeit 10.09.2026,
    circa 18:55 Uhr (CET)
    (+/- 30 Min.)

    Versandkosten

    1936

    Kreide auf beigem Bütten MBM Ingres

    61,2x47,5 cm

    Unten rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert, betitelt und datiert "Käthe Kollwitz / Selbstbild 1936"

    Werkverzeichnis

    Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, Nr. 1266

    Provenienz

    Slg. Wilhelm Buller, Duisburg

    Privatsammlung Deutschland

    Dr. Ewald Rathke Kunsthandel, Frankfurt am Main, dort am 30. November 1994 erworben von

    Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin

    Literatur

    Käthe Kollwitz, Zeichnung, Grafik, Plastik, Bestandskatalog des Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, hrsg. von Martin Fritsch, bearbeitet von Annette Seeler, mit Beiträgen von Annette Seeler und Werner Timm, Leipzig 1999, Kat. Nr. 158

    Hommage an Käthe Kollwitz, hrsg. von Martin Fritsch, mit Beiträgen von Annette Seeler und Gudrun Fritsch, Leipzig 2005, S. 130/131

    Ausstellungen

    Bukarest 1976, Kunstmuseum der Sozialistischen Republik Rumänien, Deutsche Bildhauer, 1900-1933, Kat. Nr. 108

    Berlin 1995, Käthe Kollwitz Museum, Käthe Kollwitz, Schmerz und Schuld, S. 13

    Rotterdam 1995, Chabot Museum, Käthe Kollwitz, Tekeningen, grafiek, sculpturen, Kat. Nr. 22

    Wiesloch 1995, Kunstkreis Südliche Bergstrasse-Kraichgau e. V., Kulturhaus, Käthe Kollwitz, Meisterwerke aus dem Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, S. 17

    Bielefeld 1999, Kunsthalle Bielefeld, Käthe Kollwitz, Das Bild der Frau, S. 38

    Ibaraki/Niigata/Himeji/Kumamoto/Machida 2005/2006, Tsukuba Museum of Art/Prefectural Museum of Modern Art/City Museum of Art/Prefectural Museum of Art/City Museum of Graphic Arts, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 163

    Vic-sur-Seille 2012, Musée départemental Georges de La Tour, Käthe Kollwitz, La vérité des sens, Kat. Nr. 16

    Bis 2014 als Dauerleihgabe im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin

    Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, Kat. Nr. 49

    Frankfurt am Main 2024, Städel Museum, Kollwitz, Kat. Nr. 17

    Zustand

    Mit vereinzelten Reissnagellöchern. Rückseitig mit Spuren alter Montierungen. Minime Gelbfärbung wegen Fixierungsmittel. In sehr guter Erhaltung

    Erläuterungen

    Käthe Kollwitz' Selbstbildnis von 1936 gehört zu den eindringlichsten Selbstzeugnissen ihres späten Schaffens und ist zugleich ein stilles Dokument der politischen und gesellschaftlichen Isolation während der Zeit des Nationalsozialismus. Entstanden in einer Epoche zunehmender Repression, spiegelt das Werk nicht nur die persönliche Situation der Künstlerin wider, sondern auch die Bedrohung einer gesamten humanistischen Kunstauffassung, die von den Nationalsozialisten diffamiert und verfolgt wurde.

    Bereits kurz nach der Machtübernahme 1933 geriet Kollwitz ins Visier des Regimes. Aufgrund ihrer pazifistischen Haltung, ihres sozialen Engagements und ihrer Nähe zu progressiven Künstlerkreisen wurde sie aus der Preussischen Akademie der Künste gedrängt und mit Ausstellungsverboten belegt. Ihre Kunst entsprach in keiner Weise dem nationalsozialistischen Ideal heroischer, ideologisch kontrollierter Darstellung. Statt Pathos und Überhöhung zeigte Kollwitz menschliches Leid, Trauer, Armut und Verletzlichkeit. Gerade diese radikale Menschlichkeit machte ihre Werke für die nationalsozialistische Kulturpolitik verdächtig. Wenige Jahre später wurden Arbeiten von ihr im Kontext der Kampagne gegen die sogenannte "entartete Kunst" aus Museen entfernt und diffamiert. Kollwitz schrieb im November 1936 in ihr Tagebuch: "Auch diese merkwürdige Stille bei Gelegenheit der Herabsetzung meiner Arbeit aus der Akademieausstellung und anschliessend [dem] Kronprinzenpalais. Es hat mir fast niemand etwas dazu zu sagen. Ich dachte die Leute würden schreiben, mindestens schreiben – nein. So etwas von Stille um mich. – Das muss alles erlebt werden!"

    Vor diesem historischen Hintergrund wirkt das Selbstbildnis von 1936 wie eine konzentrierte innere Bestandsaufnahme. Kollwitz zeigt sich darauf ohne jede Idealisierung. Das Gesicht ist von Alter, Müdigkeit und existenzieller Erfahrung gezeichnet. Tiefe Schatten modellieren die Züge und verleihen dem Porträt eine fast skulpturale Präsenz. Der Blick erscheint ernst und nach innen gerichtet, zugleich aber auch von bemerkenswerter geistiger Klarheit. Gerade in dieser Reduktion liegt seine ausserordentliche Kraft.


     
     
     
    Voraussichtliche Versandkosten
    Schweiz CHFIndividuelle Offerte
    Europa CHFIndividuelle Offerte
    USA CHFIndividuelle Offerte
    Übersee CHFIndividuelle Offerte


    Bei den mit (*) bezeichneten Losen sind Zuschlagspreis sowie Aufgeld mehrwertsteuerpflichtig.

    KORNFELD
    Kennerschaft und Tradition seit 1864
    GALERIE KORNFELD AUKTIONEN AG • Laupenstrasse 41, Postfach, 3008 Bern / Schweiz • Tel +41 31 552 55 55 • galerie@kornfeld.ch
  • Mit der weiteren Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zur Verbesserung der Bedienungsfreundlichkeit zu. Lesen der Datenschutzerklärung.    Akzeptieren