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  • Käthe Kollwitz - Meisterwerke aus der Sammlung Fritsch

    Käthe Kollwitz : Frau mit totem Kind, 1903
    Käthe Kollwitz : Frau mit totem Kind, 1903
    Käthe Kollwitz : 911 Frau mit totem Kind
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    Käthe Kollwitz : 911 Frau mit totem Kind
    Käthe Kollwitz : 911 Frau mit totem Kind
    Käthe Kollwitz : 911 Frau mit totem Kind
    Käthe Kollwitz : 911 Frau mit totem Kind

    Käthe Kollwitz

    Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg

    911   

    Frau mit totem Kind

    Schätzpreis CHF 350'000 *

    Ausrufzeit 10.09.2026,
    circa 18:40 Uhr (CET)
    (+/- 30 Min.)

    Versandkosten

    1903

    Schwarze, weisse und gelbe Kreide, teilweise gewischt, und grau-violettes Aquarell auf grünlichem Zeichenkarton

    32,9x34,7 cm

    Unten rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert "Käthe Kollwitz"

    Werkverzeichnis

    Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, Nr. 240

    Provenienz

    Auktion Karl & Faber, München, April 1925, Los 123

    Slg. Walter Wolf, Stuttgart und New York, 1955 verkauft an

    Galerie St. Etienne, New York, 1956 verkauft an

    Slg. Walter Bareiss, Connecticut, 1960 verkauft an

    Galerie St. Etienne, New York, 1961 verkauft an

    Slg. Norman Granz, Beverly Hills, 1965 verkauft an

    Galerie St. Etienne, New York, versteigert bei

    Auktion Hauswedell & Nolte, Hamburg, 6. Juni 1975, Los 1021, dort erworben von

    Galerie Bollag, Zürich/Luzern, dort 1995 erworben von

    Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin

    Literatur

    Anna L. Plehn, Die neuen Radierungen von Käthe Kollwitz, in: Die Frau, Monatszeitschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit, 11, 1903/04, Heft 4, Januar 1904, vgl. S. 235

    Herbert Bittner, Kaethe Kollwitz, Drawings, New York/London 1959, Abb. 21

    Raymond G. Dobard, Subject-Matter in the Work of Käthe Kollwitz, An Investigation of Death Motifs in Relation to Traditional Iconographic Patterns, Dissertation, The John Hopkins University, Baltimore 1975, Abb. 43

    Käthe Kollwitz, Zeichnung, Grafik, Plastik, Bestandskatalog des Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, hrsg. von Martin Fritsch, bearbeitet von Annette Seeler, mit Beiträgen von Annette Seeler und Werner Timm, Leipzig 1999, Kat. Nr. 43 und Titelabb.

    Hommage an Käthe Kollwitz, hrsg. von Martin Fritsch, mit Beiträgen von Annette Seeler und Gudrun Fritsch, Leipzig 2005, S. 64/65

    Annette Seeler, Aufstand! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz, hrsg. von Hannelore Fischer, Köln 2017, Abb. 69

    Ausstellungen

    New York 1961, Galerie St. Etienne, Kaethe Kollwitz, Sketches and finished Work, Drawings, Rare Prints, Kat. Nr. 9

    Gingins/Vevey 1994, Fondation Neumann/Musée Jenisch, Cabinet cantonal des estampes, Käthe Kollwitz, Dessins, gravures, sculptures, Kat. Nr. 32

    Rotterdam 1995, Chabot Museum, Käthe Kollwitz, Tekeningen, grafiek, sculpturen, Kat. Nr. 41

    Bremen 2000, Paula Modersohn-Becker-Museum, Blickwechsel, Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Kat. Nr. 96

    Köln 2002, Käthe Kollwitz Museum, Die Pietà im Werk von Käthe Kollwitz. Von der privaten Trauerarbeit zum nationalen Denkmal, Abb. 12

    Ibaraki/Niigata/Himeji/Kumamoto/Machida 2005/2006, Tsukuba Museum of Art/Prefectural Museum of Modern Art/City Museum of Art/Prefectural Museum of Art/City Museum of Graphic Arts, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 45

    Güstrow 2007, Ernst Barlach Stiftung Güstrow, Käthe Kollwitz, Zeichnungen, Lithographien, Holzschnitte, Radierungen, Plastiken, Zum 140. Geburtstag von Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 7

    Berlin/Passau 2011, Käthe-Kollwitz-Museum/Museum Moderner Kunst Wörlen, Käthe Kollwitz, Bildhauerin aus Leidenschaft, S. 68

    Vic-sur-Seille 2012, Musée départemental Georges de La Tour, Käthe Kollwitz, La vérité des sens, Kat. Nr. 32

    Berlin 2014, Käthe-Kollwitz-Museum, Mahnung und Verlockung, S. 81

    Bis 2014 als Dauerleihgabe im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin

    Köln 2016, Käthe Kollwitz Museum, Gussgeschichte(n) - Das plastische Werk von Käthe Kollwitz. Katalog zur Ausstellung: Annette Seeler, Käthe Kollwitz: Die Plastik. Werkverzeichnis, hrsg. vom Käthe Kollwitz Museum Köln, Köln 2016, Abb. 14.2

    Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, Kat. Nr. 97

    Zürich/Bielefeld 2023/2024, Kunsthaus/Kunsthalle, Käthe Kollwitz, Stellung beziehen, Kat. Nr. 70

    Zustand

    Vereinzelte Reissnagellöcher. Rand unregelmässig, rückseitig Spuren alter Montierungen. In tadelloser Erhaltung

    Erläuterungen

    Das Thema "Frau mit totem Kind" reiht sich in eine Serie von Blättern ein, die Käthe Kollwitz in Zusammenhang mit den Arbeiten zum Zyklus Bauernkrieg entwickelte. Anna L. Plehn hat in ihrem 1903 erschienenen Artikel darauf hingewiesen, dass das Thema als "zweite", verworfene Fassung des sechsten Blattes des Bauernkrieges vorgesehen war. Eindrucksvoll hat Kollwitz das Thema denn auch in der mehrfarbigen Lithografie "Pietà" verarbeitet (Knesebeck 77). Pietà (Mitleid) ist die Bezeichnung für die ab dem frühen 14. Jahrhundert in der christlichen Ikonografie gebräuchliche Darstellung Marias als Mater Dolorosa (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam ihres Sohnes Jesus Christus auf dem Schoss. Es erstaunt nicht, dass Käthe Kollwitz, die in mehreren Werken den tragischen Kindstod thematisiert, dieses starke Symbol der trauernden, über den toten Leib gebeugten Mutter künstlerisch umsetzen wollte. Thematisch hätte das Motiv gut in den Zyklus "Bauernkrieg" gepasst, doch Kollwitz wählte stattdessen "Schlachtfeld" für die Edition aus (vgl. Los 913). Neben der Lithografie "Pietà" entstanden im selben Jahr die Tiefdrucke "Mutter und toter Sohn" (Knesebeck 78) und "Frau mit totem Kind" (Knesebeck 81) zum selben Thema. Die hier angebotene Zeichnung ist eine der seltenen, leicht farbigen Vorarbeiten - in diesem Falle zur Radierung Knesebeck 81.

    Die Zeichnung "Frau mit totem Kind" von 1903 gehört zu den eindringlichsten Darstellungen von Verlust und existenziellem Schmerz im Werk von Käthe Kollwitz. Das Motiv der Mutter mit ihrem verstorbenen Kind beschäftigte die Künstlerin über viele Jahre hinweg und wurde zu einem zentralen Thema ihres Schaffens – bis hin zur Plastik "Pietà" von 1937/1938 (vgl. Los 928). In der vorliegenden Zeichnung verdichtet Kollwitz das menschliche Leid zu einer universellen Bildsprache von aussergewöhnlicher emotionaler Intensität. Die Mutter umfasst den leblosen Körper des Kindes mit verzweifelter Nähe. Beide Figuren sind eng ineinander verschränkt, wodurch die Komposition nahezu skulptural wirkt. Auf jede erzählerische Ausschmückung verzichtet Kollwitz bewusst. Der Bildraum bleibt reduziert und konzentriert sich ganz auf die körperliche und seelische Beziehung zwischen Mutter und Kind. Gerade diese Beschränkung auf das Wesentliche verstärkt die unglaubliche Kraft und Wirkung der Darstellung.


     
     
     
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