Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg
Ausrufzeit 10.09.2026,
circa 18:30 Uhr (CET)
(+/- 30 Min.)
1893
Bleistift über schwarzer, gelber und weisser Kreide auf grau-braunem Tonpapier
47x65,5 cm
Unten rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert "Kollwitz"
Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980,
Slg. Salman Schocken, Berlin/Jerusalem, versteigert bei
Auktion Dr. Ernst Hauswedell, Hamburg, 5. Juni 1967, Los 712, dort erworben von
Galerie Michael Neumann, Düsseldorf, dort 1988 erworben von
Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin
Tom Fecht, Käthe Kollwitz, Das farbige Werk, Berlin 1987,
Catherine Krahmer, Käthe Kollwitz, Tenero 1992,
Käthe Kollwitz, Zeichnung, Grafik, Plastik, Bestandskatalog des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin, hrsg. von Martin Fritsch, bearbeitet von Annette Seeler, mit Beiträgen von Annette Seeler und Werner Timm, Leipzig 1999,
Hommage an Käthe Kollwitz, hrsg. von Martin Fritsch, mit Beiträgen von Annette Seeler und Gudrun Fritsch, Leipzig 2005,
Berlin 1987, Elefanten Press Galerie, Käthe Kollwitz, Das farbige Werk,
Berlin 1988, Käthe-Kollwitz-Museum, Käthe Kollwitz und Paul Holz, Zeichnungen und Graphiken zur europäischen Literatur,
Wiesloch 1995, Kunstkreis Südliche Bergstrasse-Kraichgau e. V., Kulturhaus, Käthe Kollwitz, Meisterwerke aus dem Käthe-Kollwitz-Museum Berlin,
Ibaraki/Niigata/Himeji/Kumamoto/Machida 2005/2006, Tsukuba Museum of Art/Prefectural Museum of Modern Art/City Museum of Art/Prefectural Museum of Art/City Museum of Graphic Arts, Käthe Kollwitz,
Vereinzelte Reissnagellöcher. Rückseitig Spuren alter Montierungen. In sehr guter Erhaltung
"Es gab eine Vereinigung, die einige Mädchen unserer Klasse zusammenführte mit Otto Greiner, Alexander Oppler, Gottlieb Elster. Für diese Abende wurde ein Thema gestellt. So besinne ich mich auf das Thema "Kampf". Ich wählte die Szene aus Germinal [Roman von Émile Zola], wo in dem verrauchten Lokal um die junge Kathrin von zwei Männern gekämpft wird. Diese Komposition wurde anerkannt. Zum ersten Mal fühlte ich mich bestätigt auf meinem Wege, grosse Perspektiven öffneten sich meiner Phantasie, und die Nacht war schlaflos vor Glückserwartung", schrieb Kollwitz über ihre Studienzeit in München in ihr Tagebuch. Zurück in Königsberg besuchte sie vormittags Hafenkneipen wie das "Schiffchen", um Interieurstudien zu betreiben. Émile Zolas Roman "Germinal" beschäftigte sie weiterhin, schliesslich entstand 1893 auch eine Radierung zum Thema (Knesebeck 19). Das vorliegende Blatt ist eine andere Version des Themas, das noch stark von Genrebildern beeinflusst ist. Wohl entnimmt Kollwitz das Motiv der literarischen Vorlage, doch schon spürt man in der einzigartigen Bildsprache das Interesse an sozialkritischen Motiven, für die die Künstlerin in die Kunstgeschichte eingehen wird. Eine sehr schöne, frühe Arbeit.
| Schweiz | CHF | Individuelle Offerte |
| Europa | CHF | Individuelle Offerte |
| USA | CHF | Individuelle Offerte |
| Übersee | CHF | Individuelle Offerte |
