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  • Käthe Kollwitz - Meisterwerke aus der Sammlung Fritsch

    Käthe Kollwitz : Selbstbildnis, en face (recto) - ,  ..., Um 1892
    Käthe Kollwitz : Selbstbildnis, en face (recto) - ,  ..., Um 1892
    Käthe Kollwitz : 903 Selbstbildnis, en face (recto) -
    Selbstbildnis (verso)
    Käthe Kollwitz : 903 Selbstbildnis, en face (recto) -
    Selbstbildnis (verso)
    Käthe Kollwitz : 903 Selbstbildnis, en face (recto) -
    Selbstbildnis (verso)
    Käthe Kollwitz : 903 Selbstbildnis, en face (recto) -
    Selbstbildnis (verso)
    Käthe Kollwitz : 903 Selbstbildnis, en face (recto) -
    Selbstbildnis (verso)
    Käthe Kollwitz : 903 Selbstbildnis, en face (recto) -
    Selbstbildnis (verso)

    Käthe Kollwitz

    Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg

    903   

    Selbstbildnis, en face (recto) -
    Selbstbildnis (verso)

    Schätzpreis CHF 275'000 *

    Ausrufzeit 10.09.2026,
    circa 18:30 Uhr (CET)
    (+/- 30 Min.)

    Versandkosten

    Um 1892

    Tusche und Bleistift auf Papier, mit Stellen in Aquarell auf sehr festem Velin

    29,3x26 cm

    In der Mitte rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert, datiert und bezeichnet "Kollwitz Anfang 90er J. / s. Rückseite". Verso, unten links noch einmal signiert und datiert "Kollwitz / Anfang 90er J."

    Werkverzeichnis

    Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, Nr. 75 bzw. Nr. 27

    Provenienz

    Nachlass Käthe Kollwitz, dort 1995 erworben von

    Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin

    Literatur

    Beate Bonus-Jeep, Sechzig Jahre Freundschaft mit Käthe Kollwitz, Boppard 1948, S. 20/21

    Gerhard Strauss, Käthe Kollwitz, Dresden 1950, S. 27

    Werner Schumann, Ein Herz schlägt für die Mütter, 100 Handzeichnungen von Käthe Kollwitz, Hannover 1953, Tafel 49

    Friedrich Ahlers-Hestermann (Einführung), Käthe Kollwitz, Ich will wirken in dieser Zeit, Berlin 1952 und Frankfurt am Main 1956, Tafel 1

    Otto Nagel, Die Selbstbildnisse der Käthe Kollwitz, Berlin 1965, Tafel 8

    Tom Fecht, Käthe Kollwitz, Das farbige Werk, Berlin 1987, Abb. 7

    Tom Fecht, Käthe Kollwitz Tagebücher, Käthe Kollwitz, hrsg. von Jutta Bohnke-Kollwitz, Berlin 1989, S. 739

    Käthe Kollwitz, Zeichnung, Grafik, Plastik, Bestandskatalog des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin, hrsg. von Martin Fritsch, bearbeitet von Annette Seeler, mit Beiträgen von Annette Seeler und Werner Timm, Leipzig 1999, Kat. Nr. 4

    Hommage an Käthe Kollwitz, hrsg. von Martin Fritsch, mit Beiträgen von Annette Seeler und Gudrun Fritsch, Leipzig 2005, S. 34/35

    Gudrun Fritsch, Josephine Gabler, Helmut Engel, Käthe Kollwitz, hrsg. von der Ernst Freiberger-Stiftung, Berlin-Brandenburg 2013, S. 30

    Ausstellungen

    Köln 1985, Käthe-Kollwitz-Sammlung der Kreissparkasse Köln, Katalog der Handzeichnungen, Köln 1985, S. 27 (verso)

    Berlin 1987, Elefanten Press Galerie, Käthe Kollwitz, Das farbige Werk, Kat. Nr. 7

    Washington D.C. 1992, National Gallery of Art, Käthe Kollwitz, deutsche Ausgabe Katalog, 1993, S. 85

    Berlin 1995, Käthe-Kollwitz-Museum, Käthe Kollwitz, Schmerz und Schuld, Eine motivgeschichtliche Betrachtung, S. 6

    Bielefeld 1999, Kunsthalle, Käthe Kollwitz, Das Bild der Frau, Titelabb. und S. 23

    Bremen 2000, Paula Modersohn-Becker-Museum, Blickwechsel, Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Kat. Nr. 40

    Ibaraki/Niigata/Himeji/Kumamoto/Machida 2005/2006, Tsukuba Museum of Art/Prefectural Museum of Modern Art/City Museum of Art/Prefectural Museum of Art/City Museum of Graphic Arts, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 4, Titelabb.

    Berlin/Passau 2011, Käthe-Kollwitz-Museum Berlin/Museum Moderner Kunst Wörlen, Käthe Kollwitz, Bildhauerin aus Leidenschaft, S. 61

    Vic-sur-Seille 2012, Musée départemental Georges de La Tour, Käthe Kollwitz, La vérité des sens, Kat. Nr. 2/3

    Bis 2014 als Dauerleihgabe im Käthe-Kollwitz-Museum, Berlin

    Berlin 2021, Galerie Judin, Enrique Martínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, Kat. Nr. 80

    Zustand

    Mit vereinzelten Reissnagellöchern. Minimer Lichtrand. Rückseitig Spuren alter Montierungen. In sehr guter Erhaltung

    Erläuterungen

    Die doppelseitige Zeichnung "Selbstbildnis, en face", rückseitig "Selbstbildnis", gehört zu den frühen, besonders ausgearbeiteten und zugleich bemerkenswert selbstbewussten Selbstporträts von Käthe Kollwitz. Bereits in diesen frühen Jahren nutzt die junge Künstlerin das eigene Gesicht nie nur als repräsentatives Abbild, sondern als Feld intensiver Selbstbeobachtung und psychologischer Untersuchung. Das Blatt dokumentiert eindrucksvoll den Beginn jener lebenslangen Auseinandersetzung mit dem Selbstporträt, die zu einem zentralen Bestandteil ihres gesamten Œuvres werden sollte.

    Die frontale Darstellung des Gesichts auf der Vorderseite erzeugt eine unmittelbare Präsenz. Kollwitz begegnet den Betrachtenden ohne jede idealisierende Distanz. Der direkte Blick wirkt ernst und konzentriert. Schon hier zeigt sich, dass ihr Interesse weniger der äusseren Schönheit als der Erfassung seelischer Zustände und menschlicher Wahrhaftigkeit gilt. Licht und Schatten modellieren das Gesicht plastisch, während die Linienführung zugleich sensibel und entschieden wirkt.

    Auf der Rückseite befindet sich ein weiteres Selbstbildnis. Hier dreht die Künstlerin den Kopf nach links, schaut dennoch direkt und selbstbewusst in Richtung der Betrachtenden.

    Die frühen 1890er Jahre sind für Kollwitz eine Zeit intensiver künstlerischer Entwicklung. Sie setzt sich mit naturalistischen und realistischen Strömungen auseinander, entwickelt jedoch bereits eine sehr persönliche Form psychologischer Verdichtung. Der Raum bleibt reduziert, die Konzentration gilt ganz dem Gesicht und dessen Ausdruckskraft.

    Bereits in diesem frühen Selbstbildnis treten Themen hervor, die Kollwitz' späteres Werk prägen werden: die Suche nach innerer Wahrheit, die Konzentration auf das Wesentliche und die Fähigkeit, emotionale Zustände mit grosser Eindringlichkeit sichtbar zu machen. Das Blatt markiert damit einen wichtigen Ausgangspunkt innerhalb ihrer aussergewöhnlichen Folge von Selbstbildnissen, die heute zu den bedeutendsten Selbstbefragungen der Kunst des 20. Jahrhunderts zählen.


     
     
     
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