1934
"Exemplaire truffé" in Halbleder und Karton bei Honegger gebunden, auf dem Buchrücken betitelt und datiert "André Breton - L'air de l'eau 1934", in kartoniertem Umschlag und Schuber. Mit 2 lose beiliegenden Bleistiftzeichnungen auf Velin und 4 eingebundenen Kupferstichen auf Bütten mit Wasserzeichen Montval
25,7x18,5 cm, Buch
Im Impressum vom Autor und vom Künstler in Bleistift signiert und mit der Nummer "15" als eines der 40 Exemplare auf Montval (Gesamtauflage 45) ausgewiesen. Mit einer Dedikation von André Breton an Robert Valançay in Farbstift. Die Zeichnungen jeweils unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert "Alberto Giacometti"
Echtheitsbestätigungen des Comité Giacometti, Paris, datiert vom Oktober 2017, liegen vor
Die Zeichnungen sind im Online Werkverzeichnis der Fondation Alberto et Annette Giacometti unter den Nummern AGD 3814 und 3815 registriert
Kornfeld/FAAG 9/C/d (v. D)-12/C/d (v. D)
Slg. Robert Valançay (1903-1984), Paris
Privatsammlung Schweiz
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 23. Juni 2000, Los 30
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, auf dem Vorsatzblatt mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Bern 2003, Kunstmuseum, Hommage an "E.W.K.", Meisterwerke von Giovanni, Alberto und Diego Giacometti aus der Sammlung von Eberhard W. Kornfeld,
Bern 2017, Galerie Kornfeld, Alberto Giacometti, Listen
Das Buch und die Zeichnungen in tadelloser Erhaltung
Zehn Jahre nach der Veröffentlichung seines surrealistischen Manifests publizierte André Breton in enger Kooperation mit Alberto Giacometti "L'air de l'eau". Der Autor legte grossen Wert darauf, dass Alberto Giacomettis Kupferstiche nicht einer einzelnen Passage des Buches zugeordnet werden, sondern das poetische Werk als Ganzes reflektieren. Giacometti lieferte vier Kupferstiche: "L'animal", "Fée du sel", "La main" und "Le chevalier de paille".
Das vorliegende Los umfasst zudem zwei herausragende Vorzeichnungen in Bleistift für zwei der vier Kupferstiche: "L'animal" und "La main".
Der surreale Charakter, der Giacomettis Schaffen jener Zeit prägte, schlägt sich unmissverständlich in dem heraldischen Fabelwesen aus der Vorzeichnung zu "L'animal" nieder. Das haarlose Haupt, die mandelförmigen Augen und der bewegte Schweif erzeugen eine bizarre Wirkung.
Zu den schönsten Blättern des Zyklus zählt weiterhin "La main". In dieser Vorzeichnung der dargestellten Hand erscheint der Turm zu Babel - ein Motiv, das an die Figur der Jacqueline Lamba, Bretons Muse, im gegenüberliegenden Gedicht erinnert.
Ein "exemplaire truffé" wie dieses ist von grosser Seltenheit. Der kunstvolle Einband stammt von Jean Luc Honegger aus Bernex bei Genf. Der Stempel auf dem Vorsatzblatt weist auf eine ursprüngliche Einbindung durch Georges Gauché, Paris, hin.
| Schweiz | CHF | 130 |
| Europa | CHF | 200 |
| USA | CHF | 250 |
| Übersee | CHF | 255 |
