Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1940 - Werknummer 1940.135 (T 15)
Schwarzer Kreidestift und Bleistift auf Velin
29,8x21 cm, Darstellung; 48,3x35 cm, Unterlage
Unten links vom Künstler in Tinte signiert "Klee", darunter datiert, bezeichnet und betitelt "1940 t 15 tanzstunde". Am unteren Bildrand links in Bleistift "Sie probieren (durchgestrichen) tanz und (durchgestrichen) stunde t 15"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Band 9, Werke 1940, Bern 2004,
Nachlass des Künstlers
Slg. Lily Klee, Bern, dort erworben von
Klee-Gesellschaft, Bern, dort erworben von
Slg. Werner Allenbach, Bern (bis 1958), dort erworben von
Galerie Rosengart, Luzern (1958-1959)
World House Galleries, New York (1959-1964), rückseitig mit Etikett
Slg. David Schichmann, Great Neck (1964-1991), von dort an
Auktion Sotheby's, New York, 7. November 1991, Los 134, dort erworben von
Slg. F. Schwarz, Bensheim-Auerbach (1991-2002), von dort an
Auktion Sotheby's, London, 6. Februar 2002, Los 157, dort erworben von
Bedeutende internationale Privatsammlung
Josef Helfenstein, Das Spätwerk als "Vermächtnis", in: Ausstellungskatalog Paul Klee, Das Schaffen im Todesjahr, Stuttgart 1990,
New York 1962, World House Galleries, Paul Klee, Watercolors, Drawings
Bern 1990, Kunstmuseum, Paul Klee, Das Schaffen im Todesjahr,
Das Papier minim gebräunt, mit Lichtrand. Ein braunes Fleckchen. In sauberer Erhaltung
Die Zeichnung "Tanzstunde" gehört zu den späten Werken Paul Klees. Sie entstand in seinem letzten Lebensjahr und ist von seiner schweren Krankheit und dem nahenden Tod geprägt. Trotz Klees physischer Einschränkungen zeigt die Arbeit eine erstaunliche Vitalität. In reduzierter, fast kindlich anmutender Linienführung lässt Klee zwei Figuren tanzen: eine erwachsene Person und ein Kind. Der Titel verleiht der Szene eine Leichtigkeit, steht aber auch im Kontrast zur existenziellen Tiefe des Spätwerks. Wie in vielen seiner letzten Arbeiten verbindet Klee auch hier subtile Ironie mit existenzieller Reflexion. Die beiden Tanzenden begegnen sich mit eigentümlichen Blicken. Mit einfachen gestalterischen Mitteln wird "Tanzstunde" so zu einer poetischen Allegorie, die Klees unvergleichliche Beobachtungsgabe wunderbar umsetzt.
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