1914
Bleistift auf Simili-Japan
37,3x55,9 cm
Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert "GUSTAV / KLIMT"
Alice Strobl, Gustav Klimt, Die Zeichnungen 1912-1918, Band III,
Nachlass Gustav Klimt
Klipstein & Kornfeld, Bern, im Juli 1957 angekauft, später erworben von
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern
Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Zürich 1996/1997, Kunsthaus, Wunderkammer Österreich
Madrid 2003, Fundación Juan March, Espíritu de modernidad, de Goya a Giacometti, Obra sobre papel de la colección Kornfeld,
Paris 2005, Musée Maillol, Gustav Klimt, Papiers érotiques,
Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Bern 2010/2011, Zentrum Paul Klee, Lust und Laster,
Blatt minim gewellt und gebräunt, Ränder und Ecken teilweise etwas knittrig, unten rechts leichte Knickfalte, rückseitig mit Montierungsresten. In sehr guter Erhaltung
Bei der Darstellung von Liebespaaren wird bei klassischen Werken das Zeigen des unmittelbaren Liebesakts vermieden. Stattdessen wird als andeutende Romantik vielfach die Symbolik des Kusses eingesetzt. Bei Klimts monumentalem und bedeutendem Gemälde "Der Kuss" (um 1908) handelt es sich um eines der bekanntesten Beispiele zu dieser Thematik sowie um ein Hauptwerk des Wiener Jugendstils. Der Titel "Liebespaar" war ursprünglich auch für das Gemälde "Der Kuss" vorgesehen. In der vorliegenden Zeichnung, die rund sieben Jahre nach dem grossformatigen Bild "Der Kuss" entstanden ist, zeigt Klimt einen Mann und eine Frau in inniger Zweisamkeit. Die Inszenierung ist erotisch aufgeladen und fokussiert auf die sexuelle Vereinigung des Paars. Wie für den Künstler üblich, schuf er jeweils zahlreiche Studien zu den einzelnen Motiven. Seine Zeichnungen zeigen Paare in unterschiedlichen Körperhaltungen sowie aus verschiedenen Perspektiven. Die Linienführung bei unserem Blatt ist für Klimt typisch minimalistisch, aber ausdrucksstark mit dem kompositionellen Schwerpunkt auf die Vertrautheit des Paars sowie auf dessen Körpersprache. Die Zeichnung mag einen intimen Blick des Künstlers auf sich selbst offenbaren - als Mensch, als Liebender und als Teil eines innigen Moments. Aus früheren Bildern ist bekannt, dass sich Klimt mit seiner Lebensgefährtin Emilie Flöge (1874-1952) gelegentlich dargestellt hat, was seinen Arbeiten eine zusätzliche persönliche Dimension verleiht.
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