Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1915 - Werknummer 1915.247
Aquarell auf Papier, oben und unten Randstreifen mit Aquarell und Feder, auf Karton
10,5x26,2 cm, Darstellung inklusive Randstreifen; 23,9x31,9 cm, Unterlage
Oben rechts vom Künstler in Tusche signiert "Klee", unten links mit der Werknummer "1915.247"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Band 2, Werke 1913-1918, Bern 2000,
Geschenk des Künstlers an
Slg. Mathilde Klee (1876-1953), Schwester des Künstlers, Bern, dort erworben von
Privatsammlung Schweiz
Privatsammlung Deutschland, durch Erbschaft an
Privatsammlung Schweiz
Osamu Okuda, Erinnerungsblick und Revision, Über den Werkprozess Paul Klees in den Jahren 1919-1923, in: Paul Klee, Kunst und Karriere, Beiträge des Internationalen Symposiums in Bern, hrsg. von Oskar Bätschmann und Josef Helfenstein unter Mithilfe von Isabella Jungo und Christian Rümelin, Schriften und Forschungen zu Paul Klee, hrsg. von der Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern, Bd. 1: Paul Klee, Kunst und Karriere, Bern 2000,
Christian Rümelin, Klees Umgang mit seinem eigenen Œuvre, in: Paul Klee, Jahre der Meisterschaft 1917-1933, hrsg. von Roland Doschka, München/London/New York 2001,
Bern 1921, Kunsthalle, Ausstellung der Gesellschaft Schweizer Maler Bildhauer u. Architekten,
München 1979, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Paul Klee, Das Frühwerk 1883-1922,
Der Karton leicht gebräunt und mit Fleckchen, rückseitig mit Spuren alter Montierungen. Farbfrisch und in sehr schöner Erhaltung
"Landschaft aus der Umgebung v. Fryburg" gehört zu jener Werkgruppe, in der Paul Klee die künstlerischen Konsequenzen seiner Tunisreise von 1914 erstmals mit voller Sicherheit umsetzte. Die intensive Auseinandersetzung mit den Farbtheorien Robert Delaunays sowie die Erfahrung des nordafrikanischen Lichts führten zu einer grundlegenden Erneuerung seiner Bildsprache. Natur wird nun nicht mehr durch zeichnerische Beschreibung erfasst, sondern durch das Zusammenwirken von Farbe, Fläche und Rhythmus gestaltet. Die Arbeiten des Jahres 1915 markieren damit einen entscheidenden Wendepunkt innerhalb seines frühen Œuvres.
Obwohl der Titel auf die Umgebung von Freiburg verweist, geht es Klee nicht um eine topografisch genaue Wiedergabe der Landschaft. Vielmehr dient das landschaftliche Motiv als Ausgangspunkt für eine zunehmend autonome Bildorganisation. Architektur, Geländeformen und Vegetation werden auf elementare Farbflächen und lineare Strukturen reduziert, deren gegenseitige Beziehungen den eigentlichen Bildinhalt bestimmen. Die sichtbare Natur bleibt zwar erkennbar, wird jedoch in eine rhythmisch gegliederte Ordnung überführt, welche die Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewusst offenhält.
Transparente Aquarellschichten überlagern sich zu einem fein abgestimmten Gefüge, in dem jede Farbfläche zugleich konstruktive und atmosphärische Funktionen übernimmt. Klee entwickelt daraus eine Bildarchitektur von aussergewöhnlicher Geschlossenheit, deren Wirkung weniger auf perspektivischer Raumdarstellung als auf dem harmonischen Gleichgewicht der Farbwerte beruht.
| Schweiz | CHF | 130 |
| Europa | CHF | 200 |
| USA | CHF | 250 |
| Übersee | CHF | 255 |
