Witebsk 1887 - 1985 Saint-Paul-de-Vence
Sils, Sommer 1972
Gouache, Tusche und Grafit auf handgeschöpftem J. Barcham Green Papier mit Wasserzeichen
59x37,5 cm
Unten rechts mit dem Nachlassstempel "Marc / Chagall"
Echtheitsbestätigung (Nr. 2026085) des Comité Marc Chagall, Paris, datiert vom 29. April 2026, liegt vor
Nachlass des Künstlers
Farbfrisch und in tadellosem Zustand
Marc Chagall hielt sich in den Sommermonaten mehrmals im Oberengadin auf, dessen klare Luft, das intensive Licht und die eindrucksvolle Landschaft ihn nachhaltig beeindruckten. Fünfmal weilte er im Hotel Waldhaus in Sils.
Die weite Ebene und die besondere Atmosphäre des Hochtals spiegeln sich in mehreren Werken aus dieser Zeit wider. Auch das vorliegende Blatt mit einem üppigen Sommerbouquet vor dem Fenster ist im Engadin entstanden. Margeriten und vermutlich Rittersporn blühen mit einem Veilchengesteck um die Wette und laden uns zur Entdeckung der Landschaft aus ihrer Perspektive ein.
Der Blumenstrauss steht in Marc Chagalls Œuvre als ephemere, metaphorische Inspirationsquelle, die die Grenze zwischen Aussen- und Innenraum verschwimmen lässt, ja sogar aufhebt. Blumen nehmen denn auch stets eine Hauptrolle ein. Der Künstler benutzt das Bouquet aber auch, um seiner künstlerischen Identität als Zeichner und Bildhauer Ausdruck zu verleihen. Seine Blumen werden zu realen, fast dreidimensionalen, leuchtenden Feuerwerken, die die Innenwelt mit Duft und Farben nachhaltig verändern.
| Schweiz | CHF | 170 |
| Europa | CHF | 270 |
| USA | CHF | 360 |
| Übersee | CHF | 380 |
