Solothurn 1868 - 1961 Oschwand
1919
Öl auf Leinwand
78x65 cm
Unten rechts vom Künstler monogrammiert und datiert "CA / 19"
Franz Müller/Viola Radlach, Cuno Amiet, Die Gemälde 1883-1919, Teilband 2, Zürich 2014, Nr. 1919.03
Max Padel (1883-1960), Bern, durch Erbschaft an
Privatsammlung Schweiz, 2013 dort erworben von
Privatsammlung Schweiz
Bern 1919, Kunsthalle, Cuno Amiet,
Bern 1928, Kunstmuseum, Cuno Amiet und seine Schüler,
Langenthal 1994, Kunstverein Oberaargau, Cuno Amiet, Ein Leben in Selbstbildnissen,
Auf dem originalen Chassis, in der alten Nagelung. In farbfrischer und ausgezeichneter Erhaltung. In einem vom Künstler ausgewählten Rahmen
Im Unterschied zum Selbstbildnis (Müller/Radlach 1918.03) und analog zur ikonografisch sehr ähnlichen Fassung (Müller/Radlach 1919.02) ist das Atelierinterieur ausführlicher geschildert. Hinter dem mit einem karierten Tuch gedeckten Tisch mit der Blumenvase steht auf einem Schrank eine weibliche Büste. Vermutlich handelt es sich um das von Amiet im Jahr 1918 begonnene Sandsteinbildnis seiner Frau Anna, das er 1921 beendete und in verschiedenen Gemälden ins Bild setzte. An die Atelierwand ist ein grosses Gemälde gelehnt, wohl "Garten I" aus dem Jahr 1914 (Müller/Radlach 1914.49). Hinter dem Nacken Amiets ist möglicherweise der Umriss einer weiteren Büste auf einem Modellierbock auszumachen. Amiet präsentierte sich durch die Darstellung dieses Ambientes als Künstler und unterstrich sein Selbstverständnis als Maler noch durch die ostentativ zur Schau gestellte Palette, die er - spiegelverkehrt - in seiner Rechten hält. Aber nicht als Bohemien stellte er sich dar, sondern wie so oft als soignierten Herrn im bürgerlichen Jackett, weissen Hemd und mit Fliege. Anders als in dem im Jahr zuvor gemalten Selbstbildnis (Müller/Radlach 1918.03) gab sich Amiet hier mit erhobenem Kopf, weit geöffneten Augen und gerunzelter Stirn wieder (aus: Müller/Radlach 1907.41).
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