1955
Öl auf Leinwand
46,1x38 cm
Rückseitig auf der Leinwand vom Künstler signiert und datiert "Sam Francis / 1955". Auf dem Chassis nochmals signiert
Debra Burchett-Lere, Sam Francis, Catalogue Raisonné of Canvas and Panel Paintings, 1946–1994, Berkeley/Los Angeles 2011,
Das vorliegende Werk ist in der Sam Francis Foundation, Glendale, unter den Archivnummern SFP55-31, SFP 56-22 registriert und im Online Catalogue Raisonné der Arbeiten auf Leinwand eingetragen
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig auf dem Chassis mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Bern 1960, Kunsthalle, Sam Francis,
Hannover 1963, Kestner-Gesellschaft, Sam Francis,
Bern 1991, Galerie Kornfeld, Sam Francis, Eine Retrospektive, 40 Years of Friendship, Werke 1945-1990,
Mendrisio 1997, Museo d'arte, Sam Francis,
Davos 1998/1999, Kirchner Museum, Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Bern 2006, Kunstmuseum, Sam Francis und Bern,
Winterthur 2006, Kunstmuseum, Plane/Figure, Amerikanische Kunst aus Schweizer Privatsammlungen und aus dem Kunstmuseum Winterthur,
Auf dem originalen Chassis, in der alten Nagelung. In tadelloser Erhaltung
Das vorliegende Werk entstand im Pariser Atelier an der Rue Tiphaine 14 und zeigt eine charakteristische Komposition aus der Pariser Periode der 1950er-Jahre. Sam Francis überzieht die Bildfläche nahezu vollständig mit einer dichten, vibrierenden Farbstruktur, die an üppige Vegetation oder ein abstraktes Dickicht erinnert. Verschiedene Grüntöne dominieren die Komposition – von tiefem Tannengrün über leuchtende Smaragdtöne bis zu helleren, gelbgrünen Nuancen –, während intensive Gelbtöne im oberen Bildbereich und in den Zwischenräumen durchscheinen.
Francis' spontane, gestische Pinselführung schafft ein dynamisches Gewebe überlappender Farbformen, bei dem sich einzelne Schichten durchdringen und komplexe chromatische Wechselwirkungen entstehen. Die Komposition weist keine klare Hierarchie auf, sondern behandelt die gesamte Bildfläche als gleichwertiges Gefüge pulsierender Farbenergie. Einzelne weisse und blaue Akzente setzen zusätzliche Lichtpunkte.
Diese Arbeit entstand während Francis' prägender Zeit in Paris, wo er in engem Kontakt zu europäischen Vertretern des Informel und des Tachismus stand. Die Komposition zeigt deutliche Einflüsse des abstrakten Expressionismus, verbunden mit einer spezifisch europäischen Sensibilität für Farbe und Licht. Die All-over-Struktur und die intensive Farbigkeit charakterisieren Francis' frühe Schaffensphase, bevor er zu seinen späteren, stärker auf Leerflächen konzentrierten Kompositionen überging.
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