1956, gegossen 2006
Bronze
35,1x30,8x9,9 cm
Rückseitig unten links mit der geritzten Signatur "A. Giacometti" und der gestanzten Nummer "4/8", unten rechts geritzt bezeichnet "Susse Fondeur / Paris"
Echtheitsbestätigung des Comité Giacometti, Paris, datiert vom 23. Juni 2006, liegt vor
Die Bronze ist im Online Werkverzeichnis der Fondation Alberto et Annette Giacometti unter der Nummer AGD 632 registriert
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern
Herbert Matter, Alberto Giacometti, Photographiert von Herbert Matter, Bern 1987,
Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Sehr schöner, tadelloser Guss mit dunkelbrauner Patina
Für die Bronze "Buste d'homme" diente Alberto Giacomettis jüngerer Bruder Diego (1902-1985) als Modell. Neben Albertos Frau Annette stand er am häufigsten und unermüdlich für seine Skulpturen Modell. Die Bronze gehört zu einer wichtigen Serie von Männerköpfen und Büsten, die Mitte der 1950er-Jahre entstanden. Schon bei der Bronze "Diego au manteau" von 1954 wirkt der Körper durch den dicken Mantel im Verhältnis viel grösser als der Kopf. Im vorliegenden Werk "Buste d'homme", dem Ergebnis einer mehrjährigen Reflexion, reduziert Alberto die Grösse des Kopfes im Verhältnis zum Körper so stark, dass es aussieht, als sei dieser der Abschluss eines Berggipfels. "Folglich ist diese Bronzemasse mit ihren Furchen, Löchern und Abgründen, der schrundigen Felswand eines Bergmassivs gleich." (Yves Bonnefoy, Alberto Giacometti, Eine Biografie seines Werkes, Bern 1992, S. 437).
Die Bronze wurde erst 2006 in einer Auflage von insgesamt zehn autorisierten Abgüssen - von 1/8 bis 8/8 sowie zwei zusätzlichen Exemplaren mit den Beschriftungen "Fondation A.A. Giacometti" bzw. "Alberto Giacometti Stiftung", die sich in den jeweiligen Sammlungen in Paris bzw. in Zürich befinden - gegossen. Bis 2006 gab es einzig die gleichnamige Gipsskulptur in der Sammlung von Franz Meyer (1919-2007) in Zürich. Franz Meyer war von 1955 bis 1961 Direktor der Berner Kunsthalle und anschliessend Direktor des Kunstmuseums Basel. Er organisierte 1956, im Entstehungsjahr der Gipsskulptur, in der Kunsthalle Bern eine der ersten grossen Alberto-Giacometti-Ausstellungen in der Schweiz.
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