1956
Gouache und Bleistift auf Velin Rives mit Wasserzeichen
31,6x24,7 cm
Unten rechts vom Künstler in Tusche und Gouache signiert "Marc Chagall"
Echtheitsbestätigung (Nr. 2026035) des Comité Marc Chagall, Paris, datiert vom 27. April 2026, liegt vor
Direkt vom Künstler geschenkt an
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Einzelne Quetschfalten im Papier, farbfrisch. Rückseitig mit Atelierspuren. In sehr guter Gesamterhaltung
Marc Chagall verstand die Religion nie als eng gefasstes Schema, sondern war stets bestrebt, ideologische Grenzen auszuloten und zu erweitern. So interessierte ihn auch der Brauch des Weihnachtsmannes, den er in verschiedenen Arbeiten künstlerisch umsetzte. Thematisch verwob er in den Bildanlagen den Topos des wandernden Juden mit dem Motiv der flüchtenden, Schutz suchenden Familie.
In den 1950er-Jahren verkleidete sich Eberhard W. Kornfeld jeweils am 6. Dezember mit roter Robe und langem weissen Bart als Nikolaus und besuchte Familien in der Berner Altstadt. Dabei überbrachte er zahlreichen Bedürftigen und Freunden Geschenke und Süssigkeiten. Zu den Besuchten zählten auch die drei Kinder des Berner Kunsthallendirektors Franz Meyer, der von 1955 bis 1961 in Bern wirkte und lebte. Meyer war mit Marc Chagalls Tochter Ida verheiratet. Die Besuche von Ebi an der Herrengasse 23 in Bern blieben allen in bester Erinnerung. Ein solcher Besuch dürfte auch der Grund gewesen sein, weshalb Chagall das vorliegende Blatt an Kornfeld schenkte. Es ist ein anekdotisches Zeugnis ihrer langen Freundschaft.
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