Hinweis: Das Bild kann aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden. Weitere Informationen finden Sie im PDF des Katalogs: Link zum PDF
vermutlich Oberrhein um 1465
Um 1465
Metallschnitt, die Landschaft teilweise in Punzmanier. Zeitgenössisch koloriert: Rot (Kleidung der Frauen und Männer, Engel und Teufel, Teile der Bordüre), Grün (Vordergrund, einzelne Hüte, die römische Fahne, Haare Christi, Teile der Bordüre), Gelb (einzelne Kleider, Rüstungen, Haare, Heiligenscheine, die drei Kreuze, Umrandung der Bilddarstellung, Teile der Bordüre)
23,7x17,7 cm, Metallschnitt; 28,8x20,5 cm, Blattgrösse; 31x22,2 cm, Bucheinband
Schreiber, Handbuch der Holz- und Metallschnitte des 15. Jahrhunderts, Band V,
Slg. Otto Schäfer (1912-2000), Schweinfurt, Lugt 5881
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 24. Juni 1992, Los 9
Bern 2020, 100 Kunstwerke von um 1465 bis 2019, Galerie Kornfeld 100 Jahre in Bern,
Das Blatt ist noch immer auf einem zeitgenössischen hölzernen Buchdeckel mit Resten eines Ledereinbands aufgeklebt. Dadurch haben sich die Farben aussergewöhnlich frisch erhalten. Vereinzelt kleinere Bereibungen an der Oberfläche, die jedoch angesichts der bewegten Darstellung kaum auffallen und bei einem Blatt dieses Alters in Kauf genommen werden können
Vielfigurige Kalvarienbergszenen sind im 15. Jahrhundert selten, meistens sind neben dem Gekreuzigten lediglich Maria und Johannes zu sehen. Die Komposition des vorliegenden Metallschnitts lehnt sich seitengleich an die Kalvarienbergdarstellung des Meisters ES (Lehrs 30) an, von dem sich lediglich vier Exemplare erhalten haben, die alle stark beschädigt oder schwach gedruckt sind. Lehrs glaubt an eine Entstehung dieses Blattes am Anfang der mittleren Periode des Meisters ES. Nimmt man seine Geburt um 1435 an und berücksichtigt seinen Tod im Jahr 1468, dann dürfte "Der Kalvarienberg" zwischen 1455 und 1460 entstanden sein. Lehrs nennt drei Kopien von Israhel van Meckenem und zwei gegenseitige Kopien in Metallschnitt. Der vorliegende Metallschnitt war ihm 1910 bei Erscheinen seines Bandes über den Meister ES noch nicht bekannt. Schreiber weist auf die hohe Schnittqualität des Blattes und ebenfalls auf die Verwandtschaft mit der Darstellung des Meisters ES hin, obschon sich Abweichungen finden. So sind beispielsweise die Seelen des guten und bösen Schächers in den oberen Ecken dargestellt, die von einem Engel geleitet bzw. von einem Dämon geholt werden.
Die reizvolle, ornamentale Einfassung ist separat gedruckt. Sie besteht aus einer stilisierten Bandwolkenbordüre mit Medaillons der Symbole der vier Evangelisten in den Ecken. Die gleiche Einfassungsbordüre kommt auch um den Metallschnitt "Der heilige Franciscus" (Schreiber 2627) vor, dessen einzig bekanntes Exemplar in der Bibliothèque nationale in Paris verwahrt wird.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
Hinweis: Das Bild kann aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden. Weitere Informationen finden Sie im PDF des Katalogs: Link zum PDF
