tätig am Oberrhein von um 1450 bis 1467, wahrscheinlich 1468 gestorben
Um 1467
Kupferstich auf Bütten
9,6x6,2 cm
Nicht bei Bartsch und Passavant
Lehrs, II,
Slg. Joachim IV., Freiherr von Maltzan (1593-1654), Militsch/Schlesien (rückseitig das Monogramm und die Inventarnummer der Freiherrn, vgl. Lugt 3024a)
Auktion Gutekunst und Klipstein & Co., Bern, 11. März 1954, Los 147
Slg. Richard Zinser (1884-1984), Forest Hills, New York
Slg. Otto Schäfer (1912-2000), Schweinfurt, Lugt 5881 (erworben 1984)
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 24. Juni 1992, Los 20
Superber und zudem bestechend schön erhaltener Abdruck, vor allem für ein Blatt aus der Frühzeit des Kupferstichs. Auch feinste Schattierungen, etwa in den Gesichtern der Apostel, drucken präzise und klar, wodurch auch die Plastizität der Gewänder deutlich zum Ausdruck kommt. Völlig unberührt
Bei dem Blatt handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Unikum. Lehrs, der einschliesslich dieses Exemplars nur zwei weitere erwähnte, zweifelte bereits an der Existenz des von ihm für die Sammlung Durazzo angeführten Exemplars. Das Dritte, ehemals in Besitz der Earls of Northwick (Lugt 2790a) und heute im British Museum, ist, wie Lehrs im 1934 erschienenen Band 9 seines "Kritischen Kataloges" korrigierte, lediglich eine gegenseitige Kopie van Meckenems (Lehrs 236).
Entsprechend hymnisch war bereits die Beschreibung im Katalog von Gutekunst und Klipstein aus dem Jahr 1954, die das Blatt "eine der Perlen der deutschen Grabstichelkunst" nennt. Die Darstellung gehört zu einer Folge von Blättern, die paarweise die zwölf Apostel zeigen. Da einer der Stiche ("Philippus und Jacobus Minor", Lehrs 96) mit 1467 datiert ist, lässt sich die Folge mit Sicherheit dem Spätwerk und somit den reifsten Arbeiten des Meisters zuordnen. Für Max Geisberg zählen "diese Miniaturmeisterwerke zu dem Schönsten, was wir vom Meister ES kennen".
Ebenso lässt sich, wie bereits Lehrs bemerkte, an der Apostelfolge die Rolle der frühen Druckgraphik bei der Verbreitung von Bild- und Motivideen aufzeigen. Einige der Apostelfiguren des zwischen 1472 und 1486 entstandenen Chorgestühls der Abtei Hauterive (Fribourg) sind frei nach den Stichen des Meisters ES kopiert.
| Schweiz | CHF | 130 |
| Europa | CHF | 200 |
| USA | CHF | 250 |
| Übersee | CHF | 255 |
