1528 Urbino 1612
Um 1585
Radierung und Kupferstich auf Bütten mit Wasserzeichen "Lilie im Doppelkreis"
44,4x31,7 cm, Blattgrösse
Bartsch 1
Guter, aber schon späterer Druck, doch noch auf altem italienischen Papier. Mit horizontaler Trockenfalte. Die Plattenkante umlaufend sichtbar, seitlich auf dieser beschnitten, oben und unten mit schmalem Rändchen. Insgesamt sehr gut erhalten
Baroccis Gemälde entstand zwischen 1582 und 1584 im Auftrag seines wichtigsten Auftraggebers, Francesco Maria II. della Rovere, Herzog von Urbino. Konzipiert für die Privatkapelle des Herzogs in der Basilika von Loreto, wurde das Bild im 18. Jahrhundert von französischen Truppen konfisziert und gelangte 1820 in die Sammlungen des Vatikans.
Als unmittelbare Vorlage für die Graphik diente Barocci eine gleichgrosse Kompositionsstudie, die sich heute in Budapest befindet. Durch den Fensterblick auf den herzoglichen Palast in Urbino verankert der Künstler den heilsgeschichtlichen Moment in seiner Geburtsstadt. Erste Erfahrungen mit der Technik der Radierung hatte Barocci schon während seiner Lehrzeit bei Battista Franco gewonnen. Hier erweist er sich jedoch als innovativer Experimentator, der die Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums auszuschöpfen weiss, indem er nicht nur mehrmalige Ätzvorgänge durchführt, sondern die reine Radierung mit Kupferstich und Kaltnadel kombiniert.
| Schweiz | CHF | 130 |
| Europa | CHF | 200 |
| USA | CHF | 250 |
| Übersee | CHF | 255 |
