Løten 1863 - 1944 Oslo
1902
Farbholzschnitt auf festem, bräunlichem Velin
47x47 cm, Druckstock; 61,4x58,3 cm, Blattgrösse
Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert "Edv. Munch"
Gerd Woll, Edvard Munch, The Complete Graphic Works, Oslo 2012,
Slg. William Cohn (1880-1961), Berlin, dort 1936 erworben von
Slg. Arnold Budczies, Berlin, rückseitig mit dem Sammlerstempel
Florenz 1964, Palazzo Strozzi, L'Espressionismo: pittura, scultura, architettura,
Bremen 1970, Kunsthalle, Edvard Munch, Druckgraphik, Auswahl aus einer bremischen Privatsammlung,
Hamburg 2006, Kunsthalle, Edvard Munch, "... aus dem modernen Seelenleben",
Ingelheim 2022, Internationale Tage, Edvard Munch, Meisterblätter,
Blatt etwas im Papier gebräunt und berieben mit leichtem Lichtrand, rückseitig mit Montierungsresten. In sehr guter Erhaltung
"Mondschein II" von 1902 hat einen ähnlichen Bildaufbau wie "Mondschein I" (vgl. Los 816), wurde jedoch quadratisch umgesetzt. Die Darstellung wirkt roher und expressiver. Der Holzschnitt ist kantiger, die Linien energischer, die Fläche lebendiger bearbeitet.
Die Frau steht in beiden Darstellungen isoliert, fast verloren in der Nacht. Der Mondschein dient hier nicht als Trost, sondern als Projektionsfläche für Einsamkeit und unerfülltes Verlangen. In beiden Fassungen verbindet Munch den Holzschnitt mit einer symbolistischen Bildsprache. Die Technik, das Arbeiten mit mehreren Platten und das bewusste Einsetzen der Holzmaserung, verstärken die emotionale Tiefe. "Mondschein I" und "Mondschein II" sind somit keine blossen Landschaftsdarstellungen, sondern Seelenbilder. Der nächtliche Garten wird zur Bühne innerer Konflikte, eine Metapher für Nähe und Entfernung, Licht und Dunkel, Erinnerung und Verlorenheit.
Ein Handdruck in vier Farben, wahrscheinlich vom Künstler selbst abgezogen.
| Schweiz | CHF | 170 |
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| Übersee | CHF | 380 |
