Løten 1863 - 1944 Oslo
1902
Stichel und Aquatinta auf Velin
30x39,7 cm, Plattenkante; 44,1x60,2 cm, Blattgrösse
Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert "E. Munch"
Gerd Woll, Edvard Munch, The Complete Graphic Works, Oslo 2012,
Slg. Arnold Budczies, Berlin, rückseitig mit dem Sammlerstempel, wohl erworben vor 1928
Bremen 1970, Kunsthalle, Edvard Munch, Druckgraphik, Auswahl aus einer bremischen Privatsammlung,
Bremen 2011, Kunsthalle, Edvard Munch, Rätsel hinter der Leinwand,
Stavanger 2012, Art Museum, Edvard Munch, Gåten bak lerretet/Mystery Behind the Canvas
Blatt leicht im Papier gebräunt mit Atelier- und Griffspuren. Ecke oben links etwas berieben. Ausserhalb der Darstellung in den Ecken Reissnagellöcher. In sehr guter Erhaltung
"Drei Gesichter. Tragödie" schuf Edvard Munch in zwei Fassungen. Einmal 1902 als überarbeitete Aquatinta und einmal 1913 als Holzschnitt. Die Darstellung zeigt links das Gesicht einer Frau, rechts zwei Männerköpfe. Es geht um den Verlust einer Beziehung: Die Frau verlässt einen Mann zugunsten des anderen. Themen wie unerwiderte Liebe oder eben Trennung finden sich regelmässig in Munchs Werken. Der gleichnamige Holzschnitt von 1913 (Los 947) hingegen ist blockhafter, expressiver. Beide Fassungen thematisieren die Tragödie nicht als äusseres Ereignis, sondern als inneren Zustand. In der Gegenüberstellung zeigen sich Munchs meisterhafte Beherrschung beider Techniken und seine unerschöpfliche Fähigkeit, mit denselben Motiven verschiedene emotionale Tiefen zu ergründen.
Die Aquatinta wurde wohl von Wilhelm Felsing in Berlin gedruckt.
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