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    Edvard Munch : Harpyie - Harpy, 1894
    Edvard Munch : Harpyie - Harpy, 1894
    Edvard Munch : 754 Harpyie - Harpy
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    Edvard Munch : 754 Harpyie - Harpy
    Edvard Munch : 754 Harpyie - Harpy

    Edvard Munch

    Løten 1863 - 1944 Oslo

    754   

    Harpyie - Harpy

    Schätzpreis CHF 60'000 *
    11.09.2025
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    1894

    Kaltnadel auf "Chine collé" auf festem Velin

    29x22 cm, Chine collé; 29,8x22,8 cm, Plattenkante; 47,7x34,5 cm, Blattgrösse

    Unter der Plattenkante vom Künstler in Bleistift signiert und datiert "Edv. Munch 1894"

    Werkverzeichnis

    Gerd Woll, Edvard Munch, The Complete Graphic Works, Oslo 2012, Nr. 4/a/II (v. IV), eines der dort erwähnten Exemplare

    Provenienz

    Slg. Harry Graf Kessler (1868-1937)

    Antiquariat Emil Hirsch, München, wohl dort 1934 erworben von

    Slg. Arnold Budczies, Berlin, rückseitig mit dem Sammlerstempel

    Ausstellungen

    Bremen 1970, Kunsthalle, Edvard Munch, Druckgraphik, Auswahl aus einer bremischen Privatsammlung, Kat. Nr. 4

    Zustand

    Leichte Atelierspuren und minime Stockflecken

    Erläuterungen

    Die Radierung "Harpyie" zählt zu Edvard Munchs eindrucksvollsten symbolistischen Arbeiten im Medium der Kaltnadel. Das Blatt zeigt eine weibliche Figur mit ausgebreiteten Flügelarmen, deren Körper sich in organischen, teils tierhaften Linien auflöst. Der Kopf ist menschlich, der Ausdruck ernst oder abgewandt. Die Figur scheint halb Mensch, halb mythisches Wesen zu sein. Harpyien waren in der antiken Mythologie eine Verkörperung weiblicher Rache, Todesbotinnen oder verführerische Ungeheuer.

    Munch greift hier ein Motiv auf, das in der symbolistischen Kunst seiner Zeit häufig auftauchte: die Frau als übermächtige, bedrohliche Naturkraft. Sowohl Harpyie als auch Vampir werden bei ihm zu Chiffren des weiblichen Unergründlichen und spiegeln männliche Zerrissenheit wider. Das Wesen steckt seine Krallen in einen männlichen Körper, dahinter ist ein Skelett mit Notizpapier zu sehen. "Harpyie" ist damit mehr als eine mythologische Darstellung. Es ist ein inneres Bild, eine Projektion von Angst, Begehren und Kontrollverlust. Wie viele Werke Munchs um 1894 kreist es um das Verhältnis von Mann und Frau, Körper und Psyche, Lust und Schuld. Vgl. auch Los 834.

    Schiefler schrieb zum vorliegenden Blatt: "Eines, auf gelbliches chinesisches Papier, das auf dickeres weisses Papier aufgezogen ist, gedruckt, gez. "Edv. Munch 1894" (Besitzer Graf Kessler) [...] scheint nach der Klarheit des Abzuges der erste Druck zu sein."

    Ein wunderbarer Frühdruck.


     
     
     
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    Edvard Munch : Harpyie - Harpy, 1894
    Edvard Munch : Harpyie - Harpy, 1894


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