Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg
1910
Radierung, Kaltnadel, Schmirgel und Vernis mou, überarbeitet mit Kohle und Deckweiss auf festem Kupferdruckpapier
40,4x40,7 cm, Plattenkante; 47,7x42 cm, Blattgrösse
Unten links von der Künstlerin in Bleistift signiert "Kollwitz"
Knesebeck 108/IV (v. XV/b), eines der dort erwähnten Exemplare
Auktion Paul Graupe, Berlin, 21./22. Oktober 1929, Los 396
Privatsammlung Deutschland
Das Papier minim gebräunt, mit Lichtrand und Fleckchen. Mit Arbeitsspuren. In sauberer Gesamterhaltung.
Die enge Verbindung zwischen persönlichem Erleben und künstlerischem Schaffen zeigt sich deutlich in mehreren Arbeiten von Käthe Kollwitz, die im Kontext der Diphtherie-Erkrankung ihres Sohnes Hans im Jahr 1908 entstanden. In diesen Werken, so auch in der vorliegenden überarbeiteten Graphik, trägt die Mutterfigur häufig selbstbildnishafte Züge. Auffällig ist jedoch, dass das dargestellte Kind, trotz des biographischen Bezugs, deutlich jünger erscheint als Hans, der bereits 1892 geboren wurde. Die emotionale Beziehung zu ihren Kindern spiegelt sich immer wieder unmittelbar in ihrer Kunst wider und prägt deren Ausdruckskraft nachhaltig. Die Überarbeitungen zeigen den Entstehungsprozess der Graphiken der Künstlerin. Mit schwarzen und weissen Ergänzungen bereitet sie nächste Druckzustände vor. Ein in frühen Zuständen seltenes Blatt.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
