1926-1936 Entwurf, 1936-1939 Guss
Bronze auf Muschelkalk-Sockel (Jura-Marmor)
Ca. 36,9x23,3x29,7 cm, Bronze; Ca. 10,2x19,8x19,5 cm, Sockel
Am Halsansatz hinten in Versalien "KOLLWITZ"
Annette Seeler, Käthe Kollwitz, Die Plastik, Werkverzeichnis, Köln 2016 und WVZ Online-Publikation, (Stand: Januar 2019),
Von dem Kunstgiessermeister Willy Geisler, Berlin, vor 1939 gegossen für
Slg. Erich Cohn, New York, dort in den frühen 1960er Jahren erworben von
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern
Boston Post, 5. November 1939, "Contemporary German Art"
Herbert Bittner, Kaethe Kollwitz, Drawings, New York/London 1959, Kat. A
France Roussillon, La sculpture de Käthe Kollwitz, Thèse de doctorat, Université de Paris IV, Sorbonne, 1983,
Werner Timm, Käthe Kollwitz, Das plastische Werk 1909-1943, Versuch einer Rekonstruktion, Stuttgart 1990,
Jutta Bohnke-Kollwitz (Hrsg.), Käthe Kollwitz, Briefe an den Sohn 1904 bis 1945, Berlin 1992
Boston 1939, The Institute of Modern Art, Contemporary German Art,
Davos 1998/1999, Kirchner Museum, Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Köln 2016, Käthe Kollwitz Museum, Gussgeschichte(n), Das plastische Werk von Käthe Kollwitz in Gips, Stucco, Bronze und Zink,
Im Sandguss (Hallescher Formsand) gegossen mit brauner, eher stumpfer Patina mit goldfarbenen Lichtern. Steinsockel minim bestossen. In sehr guter Erhaltung
Wie in der "Gussgeschichte" im Werkverzeichnis dargelegt wird (S. 231 ff.), müssen wir von mindestens 3, vielleicht bis zu 8 Bronzen ausgehen, die zu Lebzeiten der Künstlerin beim Kunstgiessermeister Willy Geisler, Berlin, entstanden sind. Für sich selbst hatte Kollwitz anscheinend keinen Guss anfertigen lassen, da sie am 21. Februar 1944 an ihren Sohn schrieb: [...] "ein Exemplar von meinem Kopf ist wohl nur in den U.S.A." (In: Jutta Bohnke-Kollwitz 1992, S. 240).
Charakteristisch für die Bronzen aus der Geisler-Werkstatt ist das Fehlen einer Giessermarke und eine auffallend matte Patinierung. Vor allem aber besitzt die Modellierung im Gesicht noch alle Feinheiten. Hier ist besonders die Augenpartie zu nennen, bei der unterhalb des rechten Auges bei dem Exemplar in Baltimore drei scharf konturierte vertikale Linien Falten beschrieben sind. Diese sind etwas weniger gratig beim vorliegenden Guss. Ein weiteres Merkmal sind die klaren Linien in den Haaren, besonders am Hinterkopf, die mit einem grobzinkigen Werkzeug in den Ton gezogen wurden und den tiefen holzschnittartigen Linienaushub ergänzen, mit dem die Frisur in groben Zügen bezeichnet ist.
Die hier angebotene Arbeit ist die Bronze, die zu Lebzeiten der Künstlerin entstanden und durch den Katalog der Bostoner Ausstellung 1939 mit dem Leihgeber Erich Cohn dokumentiert ist.
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