1883 Paris 1956
1924
Öl auf Leinwand
73x60 cm
Oben rechts von der Künstlerin signiert "Marie Laurencin". Rückseitig auf der Leinwand in Blau mit der Nummer "8785" und auf dem Keilrahmen "B5720"
Daniel Marchesseau, Marie Laurencin, 1883-1956, Catalogue raisonné de l'œuvre peint, Paris 1986,
Galerie Simon (Daniel-Henry Kahnweiler), Paris, Inv.
Slg. Karl Herbst (1883-1961), zuerst Zürich (ab 1912), dann Buenos Aires (nach 1912), dann Würzburg und Augsburg (1929), erworben wohl zwischen 1924 und 1929, 1949 als Geschenk an
Privatsammlung Deutschland, durch Erbschaft an
Privatsammlung Schweiz
Auf dem originalen Keilrahmen, in der alten Nagelung. Mit leichter Druckstelle vom Keilrahmen. Am Bildrand durch den Rahmen etwas berieben. In sehr guter Erhaltung
Das Gemälde zeigt eine junge Frau, die in entrückter Eleganz auf einem Stuhl sitzt. Sie trägt einen Hut, ein Halstuch und einen Rock, während ihr Oberkörper unbedeckt scheint. In ihrer linken Hand hält sie einen kleinen Blumenstrauss. Ihre dunklen Augen richten sich direkt auf den Betrachtenden, mit einem Ausdruck, der zwischen Zurückhaltung und herausfordernder Präsenz oszilliert.
Marie Laurencin entwarf hier ein bewusst weibliches Gegenbild zur männlich dominierten Avantgarde ihrer Zeit. Ihre Kunst zeichnet sich durch ätherisch anmutende Figuren, weich konturierte Körperformen und eine zarte Farbpalette aus Rosé, Grau und gebrochenem Ocker aus. Die Darstellung der jungen Heldin wird nicht durch Handlung oder Inszenierung bestimmt, sondern allein durch feine Gesten, den sprechenden Blick und die poetische Harmonie der Farben.
"Jeune héroïne" ist ein exemplarisches Werk Laurencins künstlerischen Anspruchs, eine autonome, weiblich geprägte Bildsprache zu entwickeln. Inmitten der lauten Umbrüche der Moderne verleiht sie der stillen Kraft weiblicher Sensibilität eine eindrucksvolle visuelle Form.
| Schweiz | CHF | 200 |
| Europa | CHF | 300 |
| USA | CHF | 390 |
| Übersee | CHF | 430 |
