• Kunstschaffende / Los-Nr.
  • Textsuche
  • Suche nach Gebieten
  • Suche nach Epochen

  • ONLINE ONLY Kunst des 19.–21. Jahrhunderts

    Paul Klee : Künstliche Symbiose, 1934. Werknummer 1934.7
    Paul Klee : Künstliche Symbiose, 1934. Werknummer 1934.7
    Paul Klee : 151 Künstliche Symbiose
    Paul Klee : 151 Künstliche Symbiose
    Paul Klee : 151 Künstliche Symbiose
    Paul Klee : 151 Künstliche Symbiose
    Paul Klee : 151 Künstliche Symbiose

    Paul Klee

    Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto

    151   

    Künstliche Symbiose

    Schätzpreis CHF 425'000
    Zuschlag CHF 350'000
    Angaben ohne Gewähr
    12.09.2025
    Versandkosten

    1934. Werknummer 1934.7

    Aquarell und Gouache auf Papier

    32,2x28,4 cm

    Oben links in der Darstellung vom Künstler in Feder in Tinte signiert "Klee", rückseitig unten links in Bleistift bezeichnet mit der Werknummer "1934.7", unten rechts betitelt "Künstliche Symbiose"

    Werkverzeichnis

    Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Werke 1934-1938, Bern 2003, Bd. 7, Nr. 6545

    Provenienz

    Daniel-Henry Kahnweiler, Paris (bis 1937)

    Karl Nierendorf, Köln/Berlin/New York (1937-1938)

    Galka E. Scheyer, Braunschweig/New York/San Francisco/Hollywood (ab 1938)

    Earl Stendhal Gallery, Los Angeles

    Eugen Victor Thaw & Co., New York

    Sidney Berkowitz (bis 1973)

    Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 20. Juni 1973, Los 420

    Yasuji Hatano, Tokyo (bis 1999)

    Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 25. Juni 1999, Los 82, dort erworben von

    Privatsammlung, Schweiz, durch Erbschaft an

    Privatbesitz, Schweiz

    Literatur

    Richard Verdi, Klee and Nature, London 1984, S. 195f.

    Christian Rümelin, Klees Umgang mit seinem eigenen Œuvre, in: Paul Klee, Jahre der Meisterschaft 1917-1933, Balingen/München/London/New York 2001, S. 21-37, 218

    Zentrum Paul Klee, Bern (Hrsg.), Paul Klee, Leben und Werk, Ostfildern 2012, S. 265

    Marie Kakinuma, Paul Klees Rezeption im heutigen Japan, in: Vom Japonismus zu Zen, Paul Klee und der Ferne Osten, Bern/Köln/Zürich 2013/2014, S. 130

    Michael Baumgartner, Work Processes and Retrospection, in: The EY Exhibition - Paul Klee, Making Visible, London 2014, S. 207

    Ausstellungen

    Prag 1936, Budova Mánesa, Mezinárodní Výstava I., Kat. Nr. 26

    Kopenhagen 1937, Den frie Udstillings bygning, Efter-Expressionisme, Abstrakt Kunst, Neoplasticisme, Surrealisme, Kat. Nr. 50

    San Francisco 1939, Museum of Modern Art, Paul Klee, ohne Kat.

    Los Angeles 1940, Stendhal Galleries, Sixty Years Anniversary Exhibition with Recent Works of Paul Klee, ohne Kat.

    New York 1941, Nierendorf Gallery, Paul Klee, Kat. Nr. 27

    Cincinnati 1942, Art Museum, Paintings by Paul Klee and Mobiles and Stabiles by Alexander Calder

    Bern 2006/2007, Zentrum Paul Klee, Paul Klee, Melodie und Rhythmus, S. 175

    Salzburg 2008/2009, Museum der Moderne, Paul Klee, Melodie, Rhythmus, Tanz, S. 193

    Bern/Köln 2013/2014/2015, Zentrum Paul Klee/Museum für Ostasiatische Kunst, Vom Japonismus zu Zen, Paul Klee und der Ferne Osten, Kat. Nr. 57

    Bern 2021, Zentrum Paul Klee, Ich will nichts wissen, S. 99

    Lille 2021/2022, Musée d'art moderne, d'art contemporain et d'art brut, Kat. Nr. 58

    Zustand

    Das Blatt wurde 1935 vom Künstler von der Kartonunterlage abgelöst und rückseitig beschriftet. Farbfrisch und in sehr guter Erhaltung

    Erläuterungen

    In "Künstliche Symbiose" verknüpft Paul Klee auf eindrucksvolle Weise biologische Metaphorik mit bildnerischer Konstruktion. Das Aquarell zeigt vier schemenhafte, organismenähnliche Figuren in einem an den Rändern verzogenen Bildraum. Rechts sind sie organisch rund, links eckig. Die Körper sind durch eine feine, blaue Linie miteinander verbunden. Diese graphisch durchdachte Verbindung wirkt zugleich lebendig und technisch vermittelt, wie der Titel andeutet. Die Komposition wird so zu einer "künstlichen" Beziehung zwischen zwei bzw. vier Einheiten, die ursprünglich nicht zusammengehören.

    Das Aquarell stammt aus einer Phase politischer und persönlicher Zäsuren. Nach seiner Tätigkeit am Bauhaus war Paul Klee Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Ende Januar 1933 zeichnete sich ein verändertes Kunstverständnis ab, was schliesslich zur fristlosen Entlassung des als "politisch unzuverlässig" eingestuften Künstlers am 21. April führte. Ohne Zukunft in Deutschland wurde die Düsseldorfer Wohnung am 23. Dezember 1933 geräumt und das Ehepaar Klee emigrierte noch am selben Tag in die Schweiz. Im Jahr darauf bezogen Klees die Atelierwohnung am Kistlerweg im Berner Elfenauquartier.

    Seine Arbeiten aus dieser Zeit sind oft von abstrakter, teils rätselhafter Symbolik geprägt. In "Künstliche Symbiose" lässt sich die fragile Verbindung zwischen Individuen, Systemen oder Lebensformen als metaphorischer Kommentar zu den künstlichen gesellschaftlichen Konstruktionen der Zeit deuten.

    Stilistisch ist das Werk typisch für Klees mittlere Phase und gehört zu den sogenannten Mosaikbildern. Diese bestehen aus eng gesetzten Farbfeldern - meist Rechtecken oder Quadraten -, die wie ein rhythmisches Raster das Bild strukturieren. Inspiriert von Musik, Architektur und Natur, erzeugt Klee darin eine Art malerische Polyphonie. Jedes Farbsegment wirkt wie ein Ton in einer Komposition. Die "Mosaiktechnik" erlaubte es ihm, Struktur mit intuitiver Farbigkeit zu verbinden und dabei zwischen mathematischer Klarheit und poetischer Offenheit zu variieren.

    Das vorliegende Blatt wurde im Hinblick auf die Ausstellung bei Daniel-Henry Kahnweiler in Paris (zusammen mit zahlreichen anderen Werken) vom Künstler von der Kartonunterlage losgelöst und rückseitig beschriftet. Seit 1935 zirkuliert das Aquarell ohne Kartonunterlage. D.-H. Kahnweiler verdankte die Sendung unter anderem mit der Bemerkung: "Es ist eine wunderschöne Serie und ich danke herzlichst dafür".


     
     
     
    Voraussichtliche Versandkosten
    Schweiz CHF130
    Europa CHF200
    USA CHF250
    Übersee CHF255
    Paul Klee : Künstliche Symbiose, 1934. Werknummer 1934.7
    Paul Klee : Künstliche Symbiose, 1934. Werknummer 1934.7

    KORNFELD
    Kennerschaft und Tradition seit 1864
    GALERIE KORNFELD AUKTIONEN AG • Laupenstrasse 41, Postfach, 3008 Bern / Schweiz • Tel +41 31 552 55 55 • galerie@kornfeld.ch
  • Mit der weiteren Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zur Verbesserung der Bedienungsfreundlichkeit zu. Lesen der Datenschutzerklärung.    Akzeptieren