1928. Werknummer 1928.161 (G 1)
Tusche auf deutschem Ingres-Papier, in zwei Teile zerschnitten und getrennt auf Unterlage aufgezogen
15x16,3 cm, linke Blatthälfte (unregelmässig) ohne Schrift; 15x14,3 cm, rechte Blatthälfte (unregelmässig) ohne Schrift; 43,3x55,5 cm, Unterlagekarton
Bei der linken Zeichnung oben links und bei der rechten Zeichnung unten rechts vom Künstler in Tusche signiert "Klee". Auf dem Unterlagekarton unten mit doppeltem Abschlussstrich, dazwischen links mit der Werknummer "1928 G. 1." und rechts betitelt "Wunder der Zukunft"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Werke 1927-1930, Bern 2001, Bd. 5,
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Will Grohmann, Paul Klee, Handzeichnungen 1921-1930, Potsdam/Berlin 1934,
Will Grohmann, Paul Klee, Handzeichnungen 1921-1930, Potsdam/Berlin 1949,
Christian Geelhaar, Klee-Zeichnungen, Reise ins Land der besseren Erkenntnis, Köln 1975,
Wolfgang Kersten, Paul Klee, Zerstörung der Konstruktion zuliebe?, Marburg 1987,
Young-Jou Kang, La problematique du signe dans les œuvres de Paul Klee, Dissertation, Université de Paris I, Paris 1994,
Christian Rümelin, Klees Umgang mit seinem eigenen Œuvre, in: Paul Klee, Jahre der Meisterschaft 1917-1933, München/London/New York 2001,
Simon Crameri, Von Hörbildern und Tongemälden, Das Musikarchiv des Zentrum Paul Klee, in: Paul Klee, Melodie und Rhythmus, Ostfildern 2006,
Marcella Lista, Paul Klee, polyphonies, étendre le champ sémantique de la peinture, in: Paul Klee (1879-1940), Polyphonies, Paris 2011,
Christine Hopfengart, Wunder der Zukunft / 1928 161, in: Paul Klee, Musik und Theater in Leben und Werk, Köln 2018,
Hovikodden/Paris 1985/1986, Henie-Onstad Kunstsenter/Centre Georges Pompidou, Klee og Musikken,
Frankfurt am Main 1986, Schirn Kunsthalle, Paul Klee und die Musik,
Bern 1989, Kunstmuseum Bern, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Bern 2006/2007, Zentrum Paul Klee, Melodie und Rhythmus,
Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
München 2018, Galerie Thomas, Paul Klee - Musik und Theater in Leben und Werk,
Blatt minim gewellt. In sehr guter Erhaltung
Das von Klee in zwei Teile geschnittene Blatt "Wunder der Zukunft" besteht vorwiegend aus horizontalen und vertikalen Tuschlinien, die durch geometrische Flächen, Kreise und Punkte sowie feine Schraffuren dynamisch akzentuiert sind. In den späten 1920er-Jahren setzte sich Klee mit den Themen Technik und Maschinen sowie mit Musik und Klängen auseinander.
Will Grohmann sah den Künstler als "… ein[en] Mathematiker im Sinne des Dichters Novalis, der in der Mathematik die höchste Poesie sah." (W. Grohmann, Paul Klee, Handzeichnungen, S. 31). Es ist bestimmt das Poetische in Klee, das ihn immer wieder an die Grenzen des Erfindens und Erzählens heranführte. Das vorliegende Blatt zählt zu denjenigen Arbeiten, die etwas Geheimnisvolles in sich bergen. So fragt man sich, ob es sich bei dieser Arbeit um einen technischen Plan, um einen architektonischen Entwurf oder doch um etwas anderes wie ein musikalisches Notensystem handelt. Im linken oberen Rand der rechten Zeichnung ist eine "Fermate" zu erkennen, ein musikalisches Zeichen, das im Schaffen von Klee immer wieder vorkommt. Somit scheint das Geheimnis gelüftet: Unsere Arbeit steht in Verbindung mit Klees "Notenlinien-Bildern" und seinen Bach-Transkriptionen, die er zu Beginn der 1920er-Jahre für den Bauhausunterricht anfertigte. Die vorliegende Arbeit zeugt von Klees Kreativität und Experimentierfreude.
| Schweiz | CHF | 170 |
| Europa | CHF | 270 |
| USA | CHF | 360 |
| Übersee | CHF | 380 |
