Brühl 1891 - 1976 Paris
Um 1954
Gouache und Aquarell auf Papier, auf Leinwand aufgezogen
39x28 cm
Unten rechts vom Künstler in Tusche signiert "max ernst"
Werner Spies/Sigrid und Günter Metken, Max Ernst. Werke 1954-1963, Houston/Köln 1998,
Privatsammlung Deutschland
Blattkanten und Spannrahmenleisten mit braunem Packpapier abgeklebt, minime Farbverluste vor allem in der oberen linken Ecke, auf dem alten Chassis. In guter Erhaltung
Max Ernst zählt zu den vielseitigsten und faszinierendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Nach seinen Anfängen als Dadaist in Köln zog er 1922 nach Paris, wo er zum Pionier des Surrealismus avancierte. 1941 ging er in die Vereinigten Staaten. Dort fand er wichtige Anregungen und gab gleichzeitig neue Impulse für die Generation junger amerikanischer Künstler. Max Ernst schuf ein Œuvre, das sich jeder klaren stilistischen Definition entzieht. Dabei überraschen die unterschiedlichen Werkphasen, Themen und Motive. Der Künstler war zeitlebens ein Suchender und ein forschender Geist, der seine künstlerischen Fragestellungen stetig erweiterte. Unter anderem interessierte er sich für Ethnologie, Astronomie und Naturwissenschaften und liess sich von diesen Themen bei seinem Schaffen inspirieren. Nicht selten leitete ihn dabei auch der kreative Zufall. Das Blatt "Wüstenrose" von 1954 zeigt eine mit schwarzen Strichen und Linien dargestellte sitzende Gestalt mit hochgehobenen Armen: eine Art stilisierte Wüstenrose. Die Farbwahl legt die Vermutung nahe, dass das Bild noch unter dem Eindruck von Max Ernsts Aufenthalt in Arizona entstand. Inhaltlich handelt es sich wahrscheinlich um eine phantastische Vision, die dem Unbewussten und Verborgenen entstammt und sich mit dem Erlebten des Gegenwärtigen verbindet. Max Ernst beschäftigte sich ebenfalls mit Psychologie und Psychoanalyse. So stellte er als Surrealist neue, unerwartete Verbindungen zwischen seinen Bildern und der Wahrnehmung der Betrachtenden her.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
